das leben der anderen

gerade eben mit dem oscar für den besten ausländischen film ausgezeichnet. seit gestern kann ich sagen zurecht. wer ihn noch nicht gesehn hat, sollte sich diesen film schnellstmöglich antun.

der in deutschland gedrehte film handelt von einem drama, welches sich mitte der 80’er jahre in der ddr spielt. über etwa 140 minuten (!) filmzeit wandelt sich der aufrichtige und vermeindlich hartherzige stasi-lieutenant zum menschen mit herz.

beginnen tut alles mit einer theateraufführung. der autor, welcher in der ddr anerkannt und erlaubt ist, soll überwacht werden. zunächst nur um sicherzugehen, dass wirklich nichts an ihm ist, was einem verrat der republik gleichkommt. gerade im umfeld von intellektuellen sucht der staatsicherheitsdienst verstärkt nach auffälligkeiten.

der fleissige, strenge, graue stasi-lieutenant hauptmann wird mit der personen observation des autors beauftragt. dieser macht sich auch gleich mit allen standardroutinen an sein werk. nach vollständiger verkabelung der wohnung seines opfers, sitzt er tag für tag und nacht für nacht, teils mit ablösung, mit einem kopfhörer auf, auf dem dachstuhl über der wohnung und lauscht dem leben seines opfers. zunehmends baut er dabei eine beziehung zu ihm und seiner schauspielerfrau auf. letztere spielte auf der zu beginn zu sehenden theateraufführung die hauptrolle.

zunächst entdeckt er eine affäre der schauspielerin mit einem seiner chefs und zerstört diese unaufgefordert. ganz zum leidwesen seines vorgesetzten. nach dieser ersten einmischung in das leben seiner zu observierenden personen beginnen die ersten probleme. es werden ergebnisse erwartet von ihm, d.h. er soll etwas finden, was seine opfer straffällig macht. das veranlaßt ihn zusätzlich dazu, die ersten illegalen aktionen seines opfers und dessen freunde zu vertuschen. als er dann aber letztendlich schuld daran ist, dass eine republik feindliche schrift veröffentlciht werden kann, zieht sich die schlinge um seinen hals enger. mit zunehmenden zweifeln am system und den menschen, welche es regieren, entschließt er sich zu einer letzten tat, um sein opfer letztendlich zu retten…

in zeiten wie damals, auch wenn ich sie gsd nie erlebt habe, war ein echter freund wohl manchmal mehr wert, als man sich vorstellen konnte. andere menschen nicht zu verraten und dafür selbst einstecken zu müssen gehört für mich ohne frage zu den ganz grossen tugenden, welche ein mensch haben kann. auch wenn ich nicht hoffe jemals in solch eine situation zu kommen, zeigt sich doch dann erst bei manchem der wahre charakter. manche fehler kann man nicht zweimal machen und nur einige dieser art lassen sich wieder gut machen.

ich wünsche niemandem erfahrungen, wie diese, welche die personen im film machen mussten. die aufgabe der zukunft kann es von daher nur sein, solche strukturen von beginn an zu bekämpfen und laut zu werden. mensch zu sein.

der film ist nicht nur für ehemalige ddr-bürger sicher interressant, zeigt es doch den menschenfeind und -freund in der stasi. er ist jedem zu empfehlen!

Eine Antwort auf „das leben der anderen“

  1. mein problem bei dem film ist (warum ich ihn mir auch nich angucken werde), dass leute, die sich mit der materie auskenne, sagen, dass die staatssicherheit, ihre methoden etc völlig falsch dargstellt werden. dass also der geschichtliche hintergrund des films nicht stimmt. und gute story, schauspieler… hin oder her: fürn oskar reicht das nich find ich.

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