Das Evangelium nach Pilatus

oh mein gott, schon wieder ein "christenbuch"…was ein wortspiel. tja, tut mir ja ein wenig leid für die leute die damit gar nix anfangen können, aber ich bin nunmal überzeugter christ und von daher les ich auch mal nen buch darüber und laber euch damit zu.

das an dieser stelle behandelte buh ist ein roman, welcher von eric-emmanuel schmitt geschrieben wurde. knapp 300 seiten muss man lesen, bis man das buch zuschlagen kann. sollte man dies geschafft haben, was mir persönlich ausserordentlich leicht viel, so hat man sich durch die drei wesentlichen teile des buches durchgearbeitet. beginnen tut das buch mit dem prolog, welcher hier über etwa 85 seiten geht und den untertitel "Beichte eines zum Tode Verurteilten am Abend seiner Verhaftung" trägt. daran schließt sich der hauptteil an, welcher den titel des buches hat und somit den wesentlichen inhalt darstellt. auf seite 255 dann endet auch dieser abschnitt und der letzte teil des buches beginnt, welcher als chronik eines gestohlenen romans bezeichnet wird.

beginnend mit dem ersten teil möchte ich nun kurz zu den einzelnen abschnitten was berichten. der prolog ist, um das mal ganz euforisch auszudrücken, spannend, rührend und zum nachdenken anregend. es geht darin um jesus. geschrieben aus seiner perspektive. man ließt als ob man ihn reden hört. die ich-perspektive in diesem teil des romans läßt einen die bibel in einem völlig neuen und absolut spannendem ausmaß entdecken. jesus’s gedankengänge vor seinem tod. rückblickend auf sein leben. beginnend im elternhaus, als kind. spielend mit gleichaltrigen. die erste liebe. dann die hinwendung zum menschen und später zu gott. das erkennen von sich selbst als sohn gottes. die begegnung mit johannes dem täufer aus sicht von jesus ist eine der ganz grossen momente finde ich. ich habe die bibel bzw. das neue testament einmal aus einer völlig neuen, aufrüttelnden perspektive gelesen, die dem ganzen soviel leben einhaucht, wie ich nicht für möglich gehalten hätte. enden tut dieser abschnitt mit der verhaftung jesu.

der zweite schließt quasi nahtlos daran an, jedoch findet nun ein perspektivwechsel statt. die letzten stunden jesu nun aus der sich von pilatus. dem richter. dem, der letztendlich das todesurteil unterschrieben hat. erfahren tut man dies alles, indem man briefe von pilatus an seinen bruder in rom ließt. darin beschreibt er schliecht alles, was er erlebt. von der beziehung zu und mit seiner frau. zu seinen mitmenschen. die ereignisse und situationen, welche er wahrnimmt in einer zeit der veränderung in und um jerusalem. zunächst ließt man fast tägliche briefe, welche mal kurz mal länger, mal mehr mal weniger detailiert sind. zum abschluss hin werden es jedoch immer seltenere briefe, da pilatus sich auf der suche nach seiner frau und nach jesus befindet, welcher zu diesem zeitpunkt, auferstanden, durch das land zieht.

im dritten teil schließlich berichtet der autor über sich selbst und darüber, wie es zu dem buch und einzelnen teilen davon kam. das ganze ist wie ein audiokommentar, wie man ihn von vielen dvd’s kennt. ließt sich aber auch spannend und interessant, nicht zuletzt dadurch, dass dem autor nach sieben jahren schreibarbeit am pc, der selbige entwendet wurde nach einem einbruch. so war er gezwungen das ganze buch nocheinmal zu schreiben, aus dem kopf. das er lange nach fertigstellung und auslieferung in einem geheimfach seinen schreibtischs eine digitale kopie des orgnialromans findet ist nur eine der vielen netten anekdoten, welcher man erfahren kann.

das ich das buch geradezu verschlungen habe, brauch ich wohl nicht zu erwähnen, ich denke das erließt man schon aus meinem schreibstil. jedenfalls macht dieses buch lust auf mehr. in diesem fall ist das mehr die bibel selbst. man will nun das orginal lesen. die vorlage. nach der lebendigen geschichte, kann man sich auch leichter vorstellen eine uralte, vermeindlich verstaubte geschichte zu lesen. wer also schon immer mal überlegt hat, die bibel zu lesen, bislang aber die motivation fehlte, dem kann ich dieses buch sehr nahe legen. allen anderen kann ich das buch auch empfehlen, wenn sie grundsätzlich schon mal wissen wollten, wie das damals vielleicht war mit jesus und warum so viele ihm folgen oder folgen möchten.

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