Vollidiot

der so betitelte film kam am anfang april diesen jahres in die deutschen kinos und wurde wohl auch nur dort gezeigt. diese also deutsche produktion von diesem jahr wurde wohl vor allem dadurch einigermaßen bekannt, dass der früher durchaus gute, heute eher laue komiker oliver pocher mitgewirkt hat.

mitgewirkt ist etwas untertrieben, denn er spielt die hauptrolle in der etwa 100 minuten langen komödie. darin versucht er, beruflich in einem kleinen telekomladen als telefonverkäufer eingestellt, als simon eine durchaus attraktive frau aus dem coffee-shop gegenüber auf sich aufmerksam zu machen bzw. für sich zu gewinnen. er hat sich nämlich per liebe auf den ersten blick beim pausen-kaffee holen in sie "verliebt".

dabei kommt ihm die hilfe seiner einzigen letzten freunde (einer ist ein arbeitskollege) nicht immer zu gute, aber zumindest meinen sie es meist gut. durch seine auch aus der komediewelt bekannte dreiste art im umgang mit menschen gewinnt er aber im "echten" leben des film keine freunde, sondern vergrault sie zunehmends, z.b. dadurch, dass er mit ihren fast freundinnen ausgeht…

am allerschlimmsten steht ihm aber immernoch die trennung vor einem jahr von seiner freundin im wege, denn diese kreuzt ständig seine lebenspfade und macht ihm zusätzlich alles schwer, da er diese trennung bislang alles andere als verkraftet hat.

das am ende alles sich zum guten wendet, erwartet man bei solch leichter unterhaltung, jedoch ist dieses ende wiedererwartend sogar ganz vernünftig gelungen.

der film lebt komplett von oliver pocher und stirbt somit auch mit ihm. wer ihn nicht leiden kann: finger weg vom film. alle anderen können auf der suche nach leichter, teils lustiger unterhaltung zugreifen. zu empfehlen ist der film zwar bei weitem nicht, aber ich denke das erwartet niemand, weder beim titel, noch bei der "starbesetzung"…also, wenn gar nix anderes im kino/videothek/tv läuft, dann kann man entweder zu gänzlich anderen freizeitvergnügen schreiten oder aber man guckt sich den netten film an…

Sunshine

es ist schon eine beachtliche weile her, dass ich diesen film im kino gesehn habe und nur die tatsache, dass mir grad die kinokarte durch die hand rutschte bringt euch in die zweifelhaft glückliche situation euch diesen text durchzulesen.

sunshine kam im frühling diesen jahres in die kinos und sorgte dort wohl nicht für das, was man einen aufstand nennt. er ging in der breiten masse von filmen unter, welche woche für woche mit viel tam-tam neu erscheint. das er unter ging ist anbei nicht so schade und durchaus verständlich.

der action-thriller beschreibt in seinen laufzeit von etwa 1,75h die mission von einer truppe heldenhafter menschen, welche auszogen nichts geringeres zu tun, als die welt zu retten. hintergrund ihrer mehr oder minder freiwilligen aktion ist die tatsache, dass die sonne ihre lebenskraft verliert und nun die schlauen forscher ein atombombe im innern der sonne zünden wollen, um sie wieder ein wenig zum leben zu erwecken. ohne sonne ist nämlich auf der erde sowas wie ewiger winter und damit dort alles andere als erträglich.

ausgestattet mit einem riesigen raumschiff und menschen aus verschiedensten fachrichtungen geht es also zur sonne. unmittelbar vor der ankunft beginnen aber dann die probleme (nach jahrelangem geradeausflug durchs all). der sonnenwind (wer nichts damit anfangen kann wikilink) und ein unglückliches manöver des raumschiffes zerstören auf einmal wichtige lebenserhaltene systeme an board. im überlebenskampf der crew wird dann auch noch die längst verschollene vorgängermission wiederentdeckt, welche immernoch ihre bahnen vor der sonne dreht. man entschließt also an board des alten schiffes zu steigen um dort u.u. wichtiges material für das erfolgreiche abschliessen der mission zu bekommen. alle diese aktionen laufen ohne kontakt zur erde ab, da man im sonnenwind keine funksignale versenden kann (?).

"natürlich" lebt an board des alten schiffs nach ca. sieben jahren blindflugs noch jemand, welcher aber offensichtlich einen kleinen schuss hat und somit sich für einen amoklauf entscheidet. die nun stark ledierte crew will aber um jeden preis die welt retten und so entschließt man sich "einfach" mit samt schiff in die sonne zu rauschen und dort die bombe dann noch schnell zu zünden, bevor man selbst drauf geht. ich glaube mich dunkel zu erinnern in diesem zusammenhang öfters die amerikanische flagge gesehn zu haben, was in anbetracht der weltrettungsmission mehr als peinlich war.

beim eigentlichen showdown kann dann irgendwie keine stimmung mehr aufkommen, weil die überlebenden nur damit beschäftigt sind sich gegenseitig umzulegen oder aber mit "letzter" kraft an der bombe basteln, um sie hochzujagen. als dann auch noch sonnenfantasien von superhellem licht auftauchen, in das man kollektiv hineinschreitet/fällt auftauchen wird es zunehmends absurd. auch die vermeindliche love-story, welche natürlich in einem film dieses kalibers nicht fehlt, wirkt in diesem momenten einfach nur noch lächerlich. ob sie ihre mission dann doch noch erfüllen, will ich mal an dieser stelle nicht sagen, um die wenigen neugierigen nicht abzuwimmeln…

wie mein unterton wohl schon leicht vermuten läßt, war ich von dem film nicht zu 100% begeistert. zuviele, konfuse charaktere streiten sich über nichtigkeiten bei einer vermeindlich wichtigen mission. das ganze hatte was von einer 105 minuten doku-soap. auch wenn ich lost noch nie gesehn hab, denke ich das der plot durchaus passen würde. eine interessante story (anbei auch der grund für meinen kinobesuch) wurde mal wieder mies umgesetzt. man will es allen recht machen (pärchen, männern, ökos, frauen…) und das gelingt zum wiederholten male "erstaunlicherweise" nicht. schade…

Little Children

klingt süss und nett…ist er aber eigentlich nicht. eher dramatisch bis tragödisch. ich würde diesen film als "american beauty 2" bezeichnen…

die offizielle genreplazierung des films liegt bei drama bis komödie, was würde ich sagen sowohl für "american beauty", als auch für diesen film zutrifft. auch die film länge läßt ähnlichkeit erwarten, denn auch hier werden über 2h gezeigt und so endet der gute streifen erst nach rund 135 minuten.

abspielen tut sich der film in einer kleinen stadt in amerika. vorortgegend und deren bewohner prägen das ruhige stadtbild. jeder hat sein haus, einen job, geld, kinder und jeder hat somit seine mehr oder minder geheimen geheimnisse vor dem jeweils andern. das führt dazu, dass alle eigentlich alles wissen oder zumindest vermuten und somit ohne ende getrascht wird.

die hauptpersonen sind eine frau und ein mann, welche von kate winslet und gregg edelmann gespielt werden. diese beiden kommen sich, über ihre kleinen kinder (der einzige aber durchaus richtige bezug zum titel), näher.

sie wohnt mit ihrem langweiligen, auf pornos und internetbekanntschaften fixierten mann zusammen, welcher wenn mal von arbeit zu hause, sich nie blicken läßt. sie ist hausfrau und kümmert sich somit fulltime um haus und kind.

er lebt mit seinem kind bei seiner frau, welche arbeitswütig ist und ihn ohne ende mit ihren verfügbaren möglichkeiten kontrolliert, wo auch immer sie ist. er ist somit hausmann, welcher seine juraprüfung schon seit jahren verschiebt und sich dadurch nur um haus und kind kümmert.

nach einigen vorsichtigen begegnungen auf dem ortsspielplatz, wo alle hausfrauen mit kindern sich treffen, trifft man sich, stets mit den kindern zusammen, auch mal allein. oft im örtlichen freibad, mal auch zu hause bei ihr. nach einigen kopulationen, welche stets unter äußerster vorsicht geschehen entschließen sich die beiden für eine gemeinsame zukunft. sie wollen durchbrennen und planen gemeinsam ihren "ausbruch".

während dieser planungen tritt ein ehemaliger kinderschänder ins geschehen, welcher aus dem knast entlassen, wieder bei seiner mutter im dorf lebt. er bringt eine bürgerbewegung gegen ihn auf den plan und daneben auch noch einen menge panik und unbehagen unter die bürger.

in dem moment, wo der plan der beiden verliebten durchgesetzt werden soll, kommt dann plötzlich doch alles anders…

der film plätschert dahin aber läßt einen doch nicht los. einfache aber charakterstarke menschen beleben ihn genauso, wie schicksale von ebensolchen menschen. man will mehr wissen von allen. man will verstehen warum und man will das alles gut geht. nicht alle wünsche werden erfüllt, aber der film bleibt in erinnerung. auch wenn er bei weitem nicht mit seinem grossen vorbild "american beauty" mithalten kann, so ist er doch sehenswert. eine runde story gepaart mit erotik, richtigem wetter zur richtigen zeit und klasse szenen aus dem "gut" bürgerlichem leben in das wohl die meisten von uns, so oder so ähnlich, bald eintauchen, wenn sie es nicht schon sind…

Klang der Stille

n’abend. es mal wieder einige zeit ins land gegangen seit meinem letzten blog eintrag und dies nicht etwa, weil ich im urlaub war. nein einzig und allein knappe zeit gepaart mit schreibfaulheit war der grund, allerdings nehme ich mir auch schon seit ca. 14 tagen wieder vor was zu schreiben. heute ist es nun also soweit, denn mein abendbrot wird gerade warm…

damit auch ich erstmal wieder blogwarm werde, nun zu beginn nun einer der zahlreichen filmkommentare. wie der titel es vermuten läßt, geht es also nun um die verfilmung der entstehungsgeschichte von beethovens berühmter neunten sinfonie.

klang der stille nimmt anspielung darauf, unter welchen bedingungen beethoven dieses werk vollendete und schrieb, denn er war nahezu taub. so konnte er auch nicht mehr sein letztes eigenes werk dirigieren und bebötigte dafür hilfe.

ich glaube die verfilmung dazu ist abgesehn von der tatsache seiner nahen ertaubung frei erfunden. eine junge frau tritt in dem film gleich zu beginn in beethovens leben, jedoch nicht etwa um ihn zu "beschäftigen" oder "abzulenken" sondern, um ihm bei der arbeit zu helfen. sie soll sein notengekrakel in lesbare noten umschreiben. heute würde man dazu wohl kopierer sagen.

abgesehn von der tatsache, dass beethoven im film ein alleingänger ist, hat er auch zu beginn arge probleme damit, dass ausgerechnet eine frau (seine assoziation dazu wäre wohl eher küche-kinder-haus-hof) IHM bei der so schwierigen arbeit helfen soll. durch diese ausserordentlich schwierigen umstände geraten die beiden zwangspartner zunächst und eigentlich im gesamten filmverlauf zunehmends aneinander, wobei meist die junge frau hart einstecken muss.

einzig durch ihr grossen talent, bei dem "kopieren" der musik und im umgang mit dem griesgram beethoven, sowohl menschlich, als auch musikalisch, ermöglicht ihr, ihn kennen zu lernen und sein vertrauen zu gewinnen.

als hätte die junge dame nicht schon genug probleme, so macht auch noch ihr freund mächtig stress mit seinen vorstellungen von kunst in klaren formen, wovon sie abstand nimmt in ihrer firtuosen musikwelt als emanzipierte frau.

das finale des films läßt sich durchaus sehen und erleben und ist obendrein nicht ab minute 10 zu erahnen und somit durchaus gelungen. die rund 100 minuten historiendrama schließen mit einer kurzen aber ausreichenden und guten ausführung der 9. sinfonie. dirigiert von…

der film lohnt sich für musikfans, im besonderen für anhänger der klassischen musik bzw. beethovens. auch menschen, welche was mit klassik, noten, klavier, chor u.s.w. anfangen können, werden den film, zumindest vom klang her passabel finden. die handlung allerdings ist nichts. alles viel zu künstlich gespielt und aufgesetzt das ganze. obendrein noch unrealistisch und ohne echte glanz- oder wendepunkte. das ende ist nur deshalb nicht zu erahnen, weil man nie weiss, was als nächstes passiert und es auch nicht erahnen kann, da die personen nahezu allesamt unnahbar sind. die distanz zwischen darstellern und handlung, sowie dem zuschauer ist so gross, dass man auch getrost blind gucken kann, sich voll auf die musik konzentrieren kann und am ende nichts verpasst hat.

es bleibt also die musik…