Klang der Stille

n’abend. es mal wieder einige zeit ins land gegangen seit meinem letzten blog eintrag und dies nicht etwa, weil ich im urlaub war. nein einzig und allein knappe zeit gepaart mit schreibfaulheit war der grund, allerdings nehme ich mir auch schon seit ca. 14 tagen wieder vor was zu schreiben. heute ist es nun also soweit, denn mein abendbrot wird gerade warm…

damit auch ich erstmal wieder blogwarm werde, nun zu beginn nun einer der zahlreichen filmkommentare. wie der titel es vermuten läßt, geht es also nun um die verfilmung der entstehungsgeschichte von beethovens berühmter neunten sinfonie.

klang der stille nimmt anspielung darauf, unter welchen bedingungen beethoven dieses werk vollendete und schrieb, denn er war nahezu taub. so konnte er auch nicht mehr sein letztes eigenes werk dirigieren und bebötigte dafür hilfe.

ich glaube die verfilmung dazu ist abgesehn von der tatsache seiner nahen ertaubung frei erfunden. eine junge frau tritt in dem film gleich zu beginn in beethovens leben, jedoch nicht etwa um ihn zu "beschäftigen" oder "abzulenken" sondern, um ihm bei der arbeit zu helfen. sie soll sein notengekrakel in lesbare noten umschreiben. heute würde man dazu wohl kopierer sagen.

abgesehn von der tatsache, dass beethoven im film ein alleingänger ist, hat er auch zu beginn arge probleme damit, dass ausgerechnet eine frau (seine assoziation dazu wäre wohl eher küche-kinder-haus-hof) IHM bei der so schwierigen arbeit helfen soll. durch diese ausserordentlich schwierigen umstände geraten die beiden zwangspartner zunächst und eigentlich im gesamten filmverlauf zunehmends aneinander, wobei meist die junge frau hart einstecken muss.

einzig durch ihr grossen talent, bei dem "kopieren" der musik und im umgang mit dem griesgram beethoven, sowohl menschlich, als auch musikalisch, ermöglicht ihr, ihn kennen zu lernen und sein vertrauen zu gewinnen.

als hätte die junge dame nicht schon genug probleme, so macht auch noch ihr freund mächtig stress mit seinen vorstellungen von kunst in klaren formen, wovon sie abstand nimmt in ihrer firtuosen musikwelt als emanzipierte frau.

das finale des films läßt sich durchaus sehen und erleben und ist obendrein nicht ab minute 10 zu erahnen und somit durchaus gelungen. die rund 100 minuten historiendrama schließen mit einer kurzen aber ausreichenden und guten ausführung der 9. sinfonie. dirigiert von…

der film lohnt sich für musikfans, im besonderen für anhänger der klassischen musik bzw. beethovens. auch menschen, welche was mit klassik, noten, klavier, chor u.s.w. anfangen können, werden den film, zumindest vom klang her passabel finden. die handlung allerdings ist nichts. alles viel zu künstlich gespielt und aufgesetzt das ganze. obendrein noch unrealistisch und ohne echte glanz- oder wendepunkte. das ende ist nur deshalb nicht zu erahnen, weil man nie weiss, was als nächstes passiert und es auch nicht erahnen kann, da die personen nahezu allesamt unnahbar sind. die distanz zwischen darstellern und handlung, sowie dem zuschauer ist so gross, dass man auch getrost blind gucken kann, sich voll auf die musik konzentrieren kann und am ende nichts verpasst hat.

es bleibt also die musik…

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