Beiträge vom 12. Februar 2008

Der Schwarm

Dienstag, 12. Februar 2008 17:16

jeder sollte inzwischen schon einmal davon gehört haben und wenn man mit offenen augen durch die läden geht, so entkommt man diesem buchtitel eigentlich auch gar nicht. das wohl mit erfolgreichste buch der letzten jahre und ich glaube immer noch auf den bestseller listen vorhanden. geschrieben 2004 vom deutschen autor frank schätzing.

ich selbst habe mich an den riesigen wälzer nur in digitaler form rangetraut und kann somit zwar nur aus der leicht gekürzten hörbuchfassung berichten, jedoch ist diese mit ihren 10 cd’s und über 700 minuten laufzeit, auch alles andere als besonders kurz.

im zuge der recherche zu dem buch konnte ich feststellen, dass es inzwischen sogar trailer im internet zu büchern gibt oder sagen wir mal besser zu diesem buch. über den sinn und unsinn dessen kann man hier selbst urteilen.

die absolut interessante story des buches beginnt in norwegen und kanada im prinzip zeitgleich. an diesen orten arbeiten und leben mehrere hauptprotagonisten des buches. der eine ist biologe an einem institut und der andere meeresforscher, welcher momentan vor allem mit walen beim walewatching zu tun hat. der norweger bekommt zufällig von einer seltsamen untersee-wurm art mit, welche kürzlich entdeckt wurde und er untersuchen soll. der meeresforscher wird auf einer ganz normalen bootstour plötzlich von walen attakiert, welche ganz offensichtlich gezielt menschen und booten angreifen.

ausgehend von diesen seltsamen entdeckungen finden überall auf der welt seltsame dinge im bezug auf meeresbewohner statt. so wird z.b. frankreich von einer seuche heimgesucht, welche von explodierenden hummern ausgegangen ist. davon beunruhigt und aufgeschreckt werden zunächst firmen aktiv, welche um ihr bohrinseln fürchten, welche an fragwürdigen meerespositionen angebracht, plötzlich seltsame statusdaten liefern. den letztendlichen ausschlag, welcher klar macht, dass hier etwas ganz grosses am werkeln ist, liefert eine gigantische flutwelle, welche die britische insel und das europäische festland überrollt. ausgelöst wurde sie durch das abrutschen eines gigantischen stückes der kontinentalplatte weit unter der wasseroberfläche, welche durch das "arbeiten" der neuen wurmart ausgelöst wurde.

nach den verheerenden folger der flutwelle in europa und zunehmenden ungereimtheiten überall auf der welt wird unter führung der usa ein treffen von führenden wissenschaftlern und natürlich militärs einberufen. dort beschließt man nach einigen aufbrausenden diskussionen die einberufung eines spezial teams, welches kontakt zu der neu kreierten rasse der "Yrr" aufnehmen soll.

die usa stellen dazu eine gigantische plattform im meer zur verfügung und läßt die forscher zunächst ungestört erfahrungen über den neuen vermeindlichen feind rausfinden. schnell stellt sich dabei heraus, dass die usa-führung deutlich andere ziele verfolgt als die wissenschaftler.

wie und warum dann letztendlich im sinne aller menschen die geschichte ein unerwartetes, wenn auch unbefriedigendes ende findet, will ich an dieser stelle nicht sagen, denn dies soll dem hoffentlich angeregten leser übrig bleiben.

das eigentlich interessante an dem buch sind, finde ich, die parallelen zu der aktuellen zeit. die usa, welche nahzu vorreiter in sachen umweltzerstörung sind und jedem politischen konflikt zunächst einmal mit militärischer gewalt begegnen. daneben staaten und wissenschaftler, welche diese rolle alles andere als tolerieren und mit händen und füssen sich versuchen zu wehren. dieses wird vor allem dadurch bestätigt, dass amerikanische militärs und "wissenschaftler" bis zuletzt behaupten, hinter den angriffen würden "islamistische" terroristen stecken. das wirkt vor dem hintergrund der angriffe schon fast lustig und wie eine parodie auf die usa.

abgesehn von der klasse story und dem aktuellen hintergrund dazu finde ich das buch aber insgesamt eher langweilig. nach anfänglichem guten spannungsaufbau und einführung in die personen und den wissenschaftlichen hintergrund, flacht die story dann ab dem treffen der wissenschaftler in den usa ab. ab dann geht es nur noch um den konflikt usa gegen den rest der welt. am "schlimmsten" wird es dann auf der platform auf der eine gefühlte ewigkeit ausgeharrt, geforscht und gekämpft wird. das hohe potential der story wird, finde ich, allzu flach und schnell verspielt. ebenfalls kann das ende der gesamten story nicht gerecht werden, wobei ich ehrlich bin und sagen muss, dass ich auch nicht wirklich wüsste, wie man das hätte besser machen können, jedoch erwartet man während des lesens einfach mehr zum schluss.

nicht desto trotz ist das buch klasse und ich denke das sowohl hörbuch, als auch das gedruckte werk, die meisten begeistern wird, welche mindestens schon etwa das 16. lebensjahr vollzogen haben. also: weg vom monitor und ab zum buchhändler deines vertrauens (oder am monitor online kaufen :) ). danach lesen oder hören!

Thema: Bücher | Kommentare (0) | Autor: admin

Zulu Dawn

Dienstag, 12. Februar 2008 12:22

ich denke ich lehne mich nicht aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die wenigsten diesen Film kennen. “Zulu Dawn” ist ein Film aus dem Jahre 1979 (Link in der IMDB) und handelt von dem letztendlich nahezu vernichtetem Volk der Zulu und ihrem erbitterten Kampf gegen die britische Krone um das Jahr 1897 rum. Der mir erst jetzt bekannt gewordene deutsche Titel des Films ist “Die letzte Offensive”.

Ich bin auf diesen Film durch ein Buch aufmerksam geworden, welches ich vor eingier Zeit gelesen habe und mir Anschluss daran die Quellen davon näher angesehn habe. Dabei entdeckte ich vermehrt Quellen, welche sich auf der Volk der Zulu bezogen und somit war der Film vorgemerkt.

Der Film spielt also etwa im Jahre 1879 in Südafrika in einer englischen Kolonie. Die Briten leben dort friedlich aber dennoch in ständiger Vorsicht und versuchen ihren englischen Lebensstil mit allen Einzelheiten dort fortzusetzen. Besonders die Besiedlung des Landes wird vorangetrieben und somit sind auch Konflikte mit den Einheimischen Völkern nicht auszuschließen.

Zunächst herrscht zwischen den Zulu und den Briten Frieden, denn sie haben sich auf einen natürliche Grenze zwischen ihnen geeinigt, welche keine der beiden übertreten soll. Dieser Fluss trennt somit lange Zeit die Gebiete und läßt beide Seiten in Ruhe leben. Doch die Beschwerden der britischen Siedler über die “Neger” reissen nicht ab und so beschließt die “Krone” dem ein Ende zu bereiten und die Zulu in die Schranken zu weisen, sollten sie sich weigern ihr Land zu verlassen.

Die Zulu lassen ein Ultimatum verstreichen und somit erklären die Briten ihnen den Krieg. Es beginnt unmittelbar mit der Moblimachung aller vorhandenen Truppen und der sofortigen Überschreitung der Grenze und dem damit verbundenen unberechtigtem Eintritt ins “Zulu-Land”.

Die englische Armee verfügt neben viel Infanterie und Kavallerie vor allem über Gewehre und schwere Geschütze. Darüber hinaus ist die Logistik perfekt ausgebaut und es spricht alles dafür ein kurzer und verlustarmer (zumindest für die britische Seite) Krieg zu werden.

An dieser Stelle sollte erwähnt sein, dass das Volk der Zulu von einem König “regiert” wird, welche die alleinige Befehlsgewalt hat. Dazu kommt, dass Showkämpfe mit meist tödlichem Ausgang ebenso zum Alltag der Zulu gehören, wie traditionelles Tanzen und Feiern. Alles in allem sind sie jedoch ein kriegerisches Volk, welches für den Kampf, wenn auch mit einfachen Speeren und Schilden, bestens ausgebildet und gerüstet ist. Es gibt nahezu keine Zivilisten unter ihnen und ihr stehendes Heer besteht aus mehreren zehntausend Mann.

Während die Briten immer tiefer in das Land der Zulu eindringen erkundschaften diese ihre Taktik und locken sie in einen totbringenden Hinterhalt bzw. starten einen ungeahnt grossen Überraschungsangriff.

Der Kampf dauert im Wesentlichen einen Tag und während zu Beginn noch alles nach einem Sieg der Briten aussieht, verschiebt sich im Verlauf des Tages die Gunst immer weiter auf die Seite der Zulu, welche durch Mut und Masse letztendlich den Briten ihre schlimmste Niederlage bis zum zweiten Weltkrieg einbringen.

Interessanterweise basiert der Film auf der Wirklichkeit und nicht zuletzt dies machte ihn für mich absolut interessant. Die scheinbare Überlegenheit der Briten und ihre andauernde Arroganz beim Verhandeln und Beobachten, sowie beim Einschätzen der Lage wurde ihnen letztendlich zum Verhängnis. Wer im “Feld” auf seinen Mittagstee nicht verzichten kann und Essen aus silbernen Schüsseln, ganz wie in der Heimat, konsumiert, der ist offensichtlich fehl am Platze. Die früher so erfolgreiche Disziplin, Ordnung und vor allem Etikette im britischen Heer bereitete ihnen am Ende den Untergang.

Der Film verbreitet zunächst eine schlechte Stimmung und man erwartet ein Massenabschlachten des einheimischen Volkes. Dieses üble Magengefühl weicht dann im Verlauf des Films einem euphorischen Freudengefühl, wenn man dabei zusehen kann, wie vermeindlich einfache Menschen die Briten überrollen und zurückschlagen. Das ganze vor einem historischen Hintergrund und mit ein wenig Literaturrecherche verbunden macht den Film zu etwas, dass im Kopf bleibt. Bei weitem keine leichte Kost, aber etwas Geschichte, die es Wert ist zu kennen, wie ich meine. Wer also mal eine andere Geschichte von dem Eindringen westlicher Kulturen in den Lebensraum indigener Völker erfahren will, ist bei dem Film genau richtig. Die in die Jahre gekommende Filmtechnik tut dem Inhalt dabei keinen Abriss. Also liebe Kultur- und Geschichtsfreunde: ansehn!

Thema: TV-Video-Kino | Kommentare (0) | Autor: admin