Zulu Dawn

ich denke ich lehne mich nicht aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die wenigsten diesen Film kennen. „Zulu Dawn“ ist ein Film aus dem Jahre 1979 (Link in der IMDB) und handelt von dem letztendlich nahezu vernichtetem Volk der Zulu und ihrem erbitterten Kampf gegen die britische Krone um das Jahr 1897 rum. Der mir erst jetzt bekannt gewordene deutsche Titel des Films ist „Die letzte Offensive“.

Ich bin auf diesen Film durch ein Buch aufmerksam geworden, welches ich vor eingier Zeit gelesen habe und mir Anschluss daran die Quellen davon näher angesehn habe. Dabei entdeckte ich vermehrt Quellen, welche sich auf der Volk der Zulu bezogen und somit war der Film vorgemerkt.

Der Film spielt also etwa im Jahre 1879 in Südafrika in einer englischen Kolonie. Die Briten leben dort friedlich aber dennoch in ständiger Vorsicht und versuchen ihren englischen Lebensstil mit allen Einzelheiten dort fortzusetzen. Besonders die Besiedlung des Landes wird vorangetrieben und somit sind auch Konflikte mit den Einheimischen Völkern nicht auszuschließen.

Zunächst herrscht zwischen den Zulu und den Briten Frieden, denn sie haben sich auf einen natürliche Grenze zwischen ihnen geeinigt, welche keine der beiden übertreten soll. Dieser Fluss trennt somit lange Zeit die Gebiete und läßt beide Seiten in Ruhe leben. Doch die Beschwerden der britischen Siedler über die „Neger“ reissen nicht ab und so beschließt die „Krone“ dem ein Ende zu bereiten und die Zulu in die Schranken zu weisen, sollten sie sich weigern ihr Land zu verlassen.

Die Zulu lassen ein Ultimatum verstreichen und somit erklären die Briten ihnen den Krieg. Es beginnt unmittelbar mit der Moblimachung aller vorhandenen Truppen und der sofortigen Überschreitung der Grenze und dem damit verbundenen unberechtigtem Eintritt ins „Zulu-Land“.

Die englische Armee verfügt neben viel Infanterie und Kavallerie vor allem über Gewehre und schwere Geschütze. Darüber hinaus ist die Logistik perfekt ausgebaut und es spricht alles dafür ein kurzer und verlustarmer (zumindest für die britische Seite) Krieg zu werden.

An dieser Stelle sollte erwähnt sein, dass das Volk der Zulu von einem König „regiert“ wird, welche die alleinige Befehlsgewalt hat. Dazu kommt, dass Showkämpfe mit meist tödlichem Ausgang ebenso zum Alltag der Zulu gehören, wie traditionelles Tanzen und Feiern. Alles in allem sind sie jedoch ein kriegerisches Volk, welches für den Kampf, wenn auch mit einfachen Speeren und Schilden, bestens ausgebildet und gerüstet ist. Es gibt nahezu keine Zivilisten unter ihnen und ihr stehendes Heer besteht aus mehreren zehntausend Mann.

Während die Briten immer tiefer in das Land der Zulu eindringen erkundschaften diese ihre Taktik und locken sie in einen totbringenden Hinterhalt bzw. starten einen ungeahnt grossen Überraschungsangriff.

Der Kampf dauert im Wesentlichen einen Tag und während zu Beginn noch alles nach einem Sieg der Briten aussieht, verschiebt sich im Verlauf des Tages die Gunst immer weiter auf die Seite der Zulu, welche durch Mut und Masse letztendlich den Briten ihre schlimmste Niederlage bis zum zweiten Weltkrieg einbringen.

Interessanterweise basiert der Film auf der Wirklichkeit und nicht zuletzt dies machte ihn für mich absolut interessant. Die scheinbare Überlegenheit der Briten und ihre andauernde Arroganz beim Verhandeln und Beobachten, sowie beim Einschätzen der Lage wurde ihnen letztendlich zum Verhängnis. Wer im „Feld“ auf seinen Mittagstee nicht verzichten kann und Essen aus silbernen Schüsseln, ganz wie in der Heimat, konsumiert, der ist offensichtlich fehl am Platze. Die früher so erfolgreiche Disziplin, Ordnung und vor allem Etikette im britischen Heer bereitete ihnen am Ende den Untergang.

Der Film verbreitet zunächst eine schlechte Stimmung und man erwartet ein Massenabschlachten des einheimischen Volkes. Dieses üble Magengefühl weicht dann im Verlauf des Films einem euphorischen Freudengefühl, wenn man dabei zusehen kann, wie vermeindlich einfache Menschen die Briten überrollen und zurückschlagen. Das ganze vor einem historischen Hintergrund und mit ein wenig Literaturrecherche verbunden macht den Film zu etwas, dass im Kopf bleibt. Bei weitem keine leichte Kost, aber etwas Geschichte, die es Wert ist zu kennen, wie ich meine. Wer also mal eine andere Geschichte von dem Eindringen westlicher Kulturen in den Lebensraum indigener Völker erfahren will, ist bei dem Film genau richtig. Die in die Jahre gekommende Filmtechnik tut dem Inhalt dabei keinen Abriss. Also liebe Kultur- und Geschichtsfreunde: ansehn!

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