300

Um diesen Film kam man im letzten Jahr eigentlich nicht drum herum. Überall hingen teils riesige Plakate und vor eigentlich jedem Film, der nur annähernd in die Zielgruppe passte kam zunächst der Kino- und anschließend der DVD-Trailer.

"300" ist ein Abendteuerfilm. In wie fern der Film an der Realität angelehnt ist entzieht sich meiner Kenntniss. Auf jeden Fall aber versucht er fast zwei Stunden lang dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln es wird eine alte Legende/Geschichte erzählt. Dafür dass der Film letztes Jahr erst in die deutschen Kinos kam, ist er ganz schön mau, soviel mal gleich zu Beginn.

Die Handlung befasst sich mit dem letzten Aufgebot der Spartarner in Griechenland ca. 500 vor Christus. Dem Film nach zogen 300 mutige und aufs töten von Geburt an gedrillte Männer in den Kampf gegen die anrückenden Perser. Letztere bieten ein Heer von hundertausenden von Männern. Die Spartarner führt der König Leonidas an. Die Perser werden von Xerxes, der sich selbst für einen (Halb-)Gott hält, angeführt.

Den aussichtlosen Kampf wollen die Spartarner mit Schlauigkeit gewinnen und "zwingen" das riesige Heer sich durch eine Felsenge zu drängen. So können die 300 das Heer Stück für Stück niedermähen, ohne nennenswerte eigene Verluste zu haben. Nur ein Verrat am Ende bringt die Taktik zum Erliegen und damit letztendlich zum Scheitern…

So kurz wie die Handlung erzählt ist, so kurz und knapp ist sie leider auch. Es wird im Wesentlichen die ganze Zeit gekämpft und man schaut also mehr oder weniger interessiert einem schier endlosen, teils gut brutal dargestelltem, Kampf zu. Dazwischen wird unnötig palavert und versucht eine weitere Rahmenhandlung um Intrigen, Politik und Freundschaften in der Stadt Sparta zu erschaffen. Diese Scheinhandlung im Hintergrund ist es auch, welche versucht den Film zu einer Aussage zu bringen. Der dabei entflammte heroische Gedanke entstammt defintiv amerikanscher Federn und kann zumindest bei mir überhaupt nicht fruchten. Vielleicht soll er ja Menschen zum Krieg/Kampf für die gute Sache (aus amerikanischer Sicht: gegen den Irak?!) ermutigen? Ich weiss es nicht und es ist schlichtweg schlecht gemacht und sollte auch nicht Ziel eines Films für die Öffentlichkeit sein, dass Menschen zu bewaffneter Konfliktlösung ermutigt werden.

Ich denke es ist klar geworden, dass mich der Film überhaupt nicht überzeugen konnte. Es ist mir völlig unklar, warum solch sinnfreie Filme überhaupt gedreht werden. Die Action ist zwar halbwegs ok und auch die Stimmung von Bild und Handlung hat was, aber die gesamte Machart schon ist regelrecht abschreckend. Ich glaube 90% des Film wurden digital gedreht, d.h. vor einer blauen Wand. Das grosse Problem daran ist vor allem, dass man es sieht. Es sieht einfach vieles auch extrem billig aus. Also wer nur ein bisschen Anspruch, Stil oder sonstwas von einem Film erwartet, der sollte um "300" einen grossen Bogen machen. Gesehn haben kann man ihn schon aber dann nur um mitzureden über einen der wohl schlechtesten, aber dafür extrem bekannten Filme der letzten Zeit. Muss man das nicht unbedingt können, so kann ich nur raten: Bloss nicht ansehn!

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