The Jacket

Wieder einmal eine Wortmeldung von mir. Da ich immernoch an der "Neugestaltung" der hier sichtbaren Seite arbeite, muss ich leider mitteilen, dass die Häufigkeit meiner Einträge in Zukunft eher nicht zunehmen wird. Zumindest so lange, bis ich es endlich schaffe meine Homepage Version 2.0 fertigzustellen und das so, dass ich zufrieden mit dem Ergebnis war. Denn die Version hier ist oder besser war ein "Schnellschuss" und nun soll alles besser werden. Dass heißt zwar es verändert ich optisch wenig aber die Technik wird grundlegend überarbeitet und somit fit für XHTML, ATOM, PHP5 und CSS2 gemacht. Wem das alles nichts sagt: Ist kein fehlendes Allgemeinwissen und defintiv nicht schlimm 😉

Rund 98 Minuten geht dieser, wie ich finde wenig beachtete, Film lang, über den ich nun berichten möchte. Er wurde im Jahre 2005 in USA gedreht (Er kam nie in deutsche Kinos!) und handelt von einem Kriegsinvaliden aus dem nahen Osten, welcher von den Amerikanern als Staatsbürger der USA dorthin zum Einsatz entsandt wurde.

Wie durch ein Wunder überlebt der Junge Soldat Jack einen überraschenden Kopfschuss aus nächster Nähe, den er während einer Routinefestnahme bekommt. Kurz bevor man ihn für tot erklärt und zum Abtransport bereit machen will entschließt sich etwas in ihm die Augen zu öffnen und das Atmen wieder aufzunehmen. Das nächste, was der Zuschauer zu Gesicht bekommt ist ein Krankensaal, in dem er wenig später angeschlagen aber gesund aus dem Armeedienst entlassen wird.

Vollständig genesen sieht man ihn dann 12 Monate später zu Fuß auf einer langen Straße vermeindlich in Richtung Heimat laufen. Er befindet sich im USA-Bundesstaat Vermont, wie der Untertitel dem geneigten Leser verrät.

Am Strassenrand trifft er dann auf eine Frau mit ihrer jungen ca. 10 Jahre alten Tochter. Ihr Auto ist stehengeblieben und die Mutter scheint nicht nur mit den Nerven am Ende, sondern auch sichtlich überfordert mit ihrem Leben, denn sie scheint von Drogen, Alkohol oder sonstigem abhängig oder zumindest beeinträchtigt zu sein. Herr der Lage ist jedenfalls die kleine Tochter und sie schafft es so auch zusammen mit Jack das Auto der beiden wieder zum Laufen zu bekommen. Die Fahrt setzt dann die gefrustete Mutter mit ihrer Tochter allein fort und lediglich die Kleine selbst scheint von der guten Tat und der Sanftmütigkeit des Helfers beeindruckt. Dieser schenkt ihr zum Abschied, während im Hintergrund die Mutter schimpft, eine seiner Armeeplaketen.

Jack ist nun wieder allein unterwegs und wartet auf das nächste Auto, welches ihn hoffentlich mitnimmt. Einige Zeit später kommt auch eines, welches ihn auch scheinbar selbstredent aufsammelt. Nach einer kleinen Weile Fahrzeit nähert sich von hinten ein Polizeiwagen, welcher die beiden anhält. Während nun der Polizist aussteigt und auf die beiden zugeht, um wahrscheinlich eine Verkehrs-/Personenkontrolle durchzuführen, zieht der Fahrer scheinbar grundlos plötzlich eine Waffe und beginnt auf den Polizist zu schiessen. Im Feuergefecht werden sowohl Jack als auch der Polizist getroffen. Der Angreifer bleibt unverletzt und entkommt. Der Polizist stirbt noch am Tatort und Aufgrund von der neben dem Angeschossenen liegenden Tatwaffe vom Flüchtling, gibt man ihm die Schuld an der Tat.

Aufgrund seiner Verletzung aus dem Krieg und der erneuten Schusswunde, kombiniert mit der unglaublichen Story, dass ein andere der wahre Täter sein soll, beschließt das Gericht ihn in eine Nervenheilanstalt zu stecken.

Dort arbeitet zu der damaligen Zeit ein Arzt, welcher Teils fragwürdige Experimente an den Patienten durchführt, um sie zu heilen. Auch wenn ihm schon ein paar "weggestorben" sind, so macht das bislang nur eine weitere Ärztin stutzig und der sind fast die Hände gebunden, da der andere ihr Vorgesetzter ist. Falls jmd. stirbt ist es ein Unfall, wie z.B. "die Treppe runtergefallen" und so ist zumindest von staatlicher Seite keine Gefahr zu erwarten.

Die Experimente, welcher der Arzt an Jack durchührt laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Der Patient bekommt ein Medikament, welcher ihn in alptraumartige Zustände versetzt. Dann wird er auf einem Leichenwagen, wie er in Krankenhäusern verwendet wird festgeschnallt. Anschließend wird er so (er ist zusätzlich einen Art Kartoffelsack verpackt aus dem nur der Kopf hervorguckt) in eine Röhre geschoben, in der sonst die Leichen vor dem Wegtransport liegen. Die Klappe wird geschlossen und der Patient sich selbst überlassen. Dies können mehrere Stunden sein oder auch mal eine ganze Nacht.

Die Experimente bringen Jack irgendwann, nachdem er alle Ängste und Schockmomente seines Lebens immer und immer wieder geistig erleben musste, in eine Art Traumzustand. Dort befindet er sich jedoch in einer Welt nach seinem Tod. Die Welt ist jedoch nicht irgendeine, sondern eben genau seine/unsere bekannte. Er kann sich in dieser frei bewegen und handeln. Der "Zufall" will es, dass er das Mädchen trifft, welcher er und ihrer Mutter mit dem Auto geholfen hatte. Dieses ist nach anfänglicher Verstörtheit und Abweisung von dem scheinbar Fremden aber irgendwie Vertrauten fasziniert und hilft ihm fortan. Er hat nämlich rausgefunden, dass er in Kürze sterben wird in seiner echten Welt in der Nervenheilanstalt. Nun macht er sich also daran, gemeinsam mit seiner neuen Freundin herrauszufinden, woran und wer dafür Verantwortlich ist das er stirbt.

Schon bald findet er vieles heraus und trifft z.B. seinen momentanen Nervenarzt im Ruhestand, ebenso seine damalige Untergebene. Darüber hinaus lernt er die Vergangheit des nun erwachsenen Mädchens kennen und begibt sich mit Hilfe seiner Ärztin auf einem Klinkausflug zum Haus ihrer Mutter. Dort übergibt er ihr einen lebensverändernden Brief und verabschiedet sich vom Leben, denn er weiss, dass er morgen sterben wird. Dies ist die defintiv bewegenste Szene im Film und neben der Story und deren Umsetzung das, was ihn zu einem besonderen Film macht.

"The Jacket" (die Jacke, welche er angezogen bekommt, bevor es in die Leichenkammer geht) schafft es den Zuschauer zu fesseln. Er ist nie langweilig oder abschreckend. Er ist vor allem menschlich und macht nachdenklich. Er übt vorsichtig Kritik am Krieg, Waffen, Nervenheilanstalten und vielleicht noch anderen Dingen, welche nicht weiter auffallen. Er bewegt den Geist. Er verurteilt dabei aber nie oder sagt, wie man es hätte richtig machen sollen. Er zeigt an vielen Stellen nur, wie es eben ist. Auf jeden Fall ist er 100% zu empfehlen und verliert erstaunlicherweise auch durch sein Zeitreisephänomen (Der Film ist offiziell im Science-Fiction Genre angesiedelt!) nicht an Güte. Wer einen anspruchsvollen Film für einen ernsthaften Filmabend sucht, der ist bei "The Jacket" genau richtig. Ich jedenfalls kann den Film nur empfehlen und er ist somit auch auf meine DVD-Kauf-Wunschliste aufgenommen.

Für alle, die bis hierhin durchgehalten haben, vielen dank! Ich hatte halt viel Zeit und der Artikel ist mehr oder minder das Resultat eine InterConnex-Fahrt von Leipzig nach Berlin 😉

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