Blog Action Day 2008 – Poverty / Armut

­Gleich vorweg: Ja, ich bin zu spät, aber in anderen Teilen der Welt ist ja noch der 15.10.2008…

Es ist nun schon ein ganzes Jahr her oder besser sogar ein Jahr und ein Tag, da der letzte Blog Action Day ein wenig für Wellen sorgte. Zumindest im Netz hat er es auch in Deutschland geschafft für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Dieses Jahr ist das Thema ­Armut. Nicht ganz einfach wie ich finde, vor allem, wenn man versucht sich damit ernsthaft auseinander zu setzen.

In anbetracht der Finanzkrise, welche aktuell für abklingende Wellen sorgt, ist das Dauerthema Armut in der Welt, bei uns, überall irgendwie wohl nicht spannend oder wichtig genug, soviel bleibt wohl in jedem Fall zu sagen, wenn man sich die „Rettungspakete“ der Regierungen der Welt anguckt, damit Fehler bereinigt werden können, die Menschen wissentlich verursacht haben.

Schade, daß die Weltregierungen nicht einmal einen Bruchteil des „Rettungsgeldes“ übrig haben, um Menschen zu helfen, die für ihr Schicksal meist nichts können. Arme Menschen, darunter Kinder, Alte, Kranke und Verletzte. Oftmals noch in eben diesen Situationen, weil wir sie als reiche Industrienationen dort „hingebracht“ haben.

Die Summen über die dann in den jetztigen Tagen gesprochen wird sind jenseits aller Vorstellungen der meisten Menschen. So sind z.B. die 500.000­.000.000­ €,
die die Bundesregierung den unseren Banken schenken will dann doch eine nette Summe. Der von Deutschland beträgt nächstes Jahr grad mal 10 Mrd. € und das ist der gesamte Forschungs- und Bildungsetat!

Es wird sonst um jeden Mark Euro gestritten und dann lieber mal wieder bei sozialschwachen ohne Lobby gekürzt. Aber wenn die armen, kleinen Banken selbstverschuldet das Geld des kleinen Mannes, respektive der Frau, um die Ecke bringen, dann wird da natürlich schnell und unkompliziert geholfen. Wir sind ja schließlich alle eine Familie. * HUST*

Die Kinderarmut steigt in Deutschland seit Jahren auch sonst werden es eher mehr als weniger „Sozialfälle“ also Menschen, die weniger als der Durchschnitt hat. Aber hey, uns gehts es doch gut…aber die armen, kleinen Banken, denen muss doch zuerst geholfen werden. Dass danach für die nächsten x Jahre kein Geld mehr für niemanden der klein und schwach ist Geld da ist, dass ist jetzt egal, darum kümmern „wir“ uns einfach später…

Ich finde Armut fängt bei uns vor der Tür an. Sicher kann man sagen, dass es hier uns im Verhältnis zu manch anderem Ort noch super geht und damit hat man natürlich recht. Nicht desto trotz halte ich es für sinnvoller hier vor Ort bei uns allen was gegen Armut zu unternehmen, als Geld in fragwürdige Hilforganisationsverwaltungen zu stecken. Wer es unbedingt „richtig“ machen will, der soll sich selbst aufmachen und nicht sein Gewissen mit Ausgleichszahlungen beruhigen. Da wir aber wohl kaum alle jetzt nach Indien fahren, denke ich wäre schon vielen Geholfen, wenn wir der Armut bei uns ins Gesicht sehen und sozial und solidarisch mit Menschen umgehen, die eben nicht das Glück hatten, was wir, warum auch immer, bekommen haben.

Viel Spaß (ja, sowas macht Spaß) beim Armut „bekämpfen“ und / oder sich dessen (der Armut anderer) bewußt werden.

Zum Schluss gibs noch nen kurzen Handy (!) – Film, der irgendwie zum Thema paßt, welcher heute bei Ehrensenf kam.

 

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