We feed the World

Der Film geht und ging um die Welt. Er behandelt ein Thema, welches vielen scheinbar uninteressant scheint und schon gar keinen Kinofilm wert sein kann. Wer das denkt irrt und sollte vl. auch seine Priorität beim Essen mal überdenken. Die Wirkung von Ernährung in all ihren Facetten ist denke ich weitestgehends unklar. Fakt ist wohl, dass über die Nahrung mehr als nur Nährstoffe aufgenommen werden, denn eine „ausgewogene“ Ernährung mit Vitamintabletten tut auf Dauer niemandem gut.

„Ein Kind das aus Hunger stirbt heute, wird ermordet.“ Krasses Zitat aus dem Film von einer nicht geringen Person, welche sich denke ich auskennt und der Wahrheit und Wirkung seiner Worte bewußt ist. Das Zitat selbst ist mir, dass gebe ich zu, so nicht in Erinnerung geblieben, jedoch kommt es auch im Trailer zum Film vor.

Der Unter-/Nebentitel des FIlms lautet „Essen global“ und erklärt damit ein Stück weit, worum es im FIlm geht. Er zeigt die globale Ernährungsmaschinerie, welche aufgebaut wurde, damit wir in Europa/Amerika leben, so wie wir es für nötig/richtig halten.

Es geht über Hühnerzucht, Wassermärkte, Gemüseanbau sowie „outgesourcede“ Landwirtschaft in Osteuropa. Das sind natürlich nur ein paar Themenbeispiele aus dem Film.

Die Thematiken werden stets ruhig und gelassen bebildert. Dazu spricht eine Stimme aus dem Off Fakten oder läßt in Interviews einfach Menschen Fakten/Meinungen erzählen. Es wird nichts direkt kommentiert. Oftmals werden auch einfach stumm die Bilder gezeigt. Die Bilder verfehlen ihre Wirkung in keinster Weise. Dazu die bedrückenden Fakten ließen zumindest mich einmal mehr an meiner Meinung über Globalisierung und Ernährung festhalten.

Der Film stammt übrigens aus Österreich, wurde bereits 2006 abgedreht und erschien in vielfältigen Sprachen. Die ca. 105 Minuten des Films vergehen nicht rasend, sind jedoch auch nicht langweilig. Ich musste mich mehrmals dabei erwischen, wie man fast schon zähneknirschend im Sitz versinken möchte.

Alle wichtigen Entscheidungsträger wissen von den Schweinereien, welche weltweit auf unsere Kosten geschehen und niemand von denen tut was dagegen. Der Lobbyismus arbeitet hochgradig effektiv. Gerade in Europa ist dies zwar längst kein Geheimnis mehr, jedoch damit doppelt schlimm, da alle davon wissen und niemand etwas ändert. Ein Europa für die Menschen? Leider nur ein Traum. Zumindest bisher und in absehbarer Zeit wird es wohl auch so bleiben.

Der Film klagt übrigens niemanden direkt an. Er dokumentiert einfach Situationen. Das macht ihn authentisch und erwirkt somit, dass was er wohl auch erwirken soll.

Wem die Nahrung bisher nie zu billig sein konnte, wer sich wundert, warum alle seine Kinder seltsame Allergien haben, wer ständig krank ist, wer nur dem Preis hinterherjagt, ob bei Nahrung oder Kleidung, dem sei dieser Film mal wieder von Herzen geraten. In Ruhe anschaun und auf sich wirken lassen. Niemand verlangt danach übrigens die totale Veränderung. Ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein reicht, denn wie schon ein nicht ganz so toller deutscher Musiker mal sinnngemäß sang/meinte: „Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, doch wenn die stundenlang Wasser auf die Stirn tropf, wirst du sehn, es kann die Hölle sein.“

Qualität wird GsD in letzter Zeit immer mehr in den Köpfen der Menschen verankert. Leider merkt das auch die Werbeindustrie. Wir haben uns 50 Jahren von ihr blenden lassen und das Resultat zeigt der Film. Wie wäre es, wenn wir einfach konsequenter wegzappen, wenn der Fernseher schon laufen muss? Wer wenig Fernsehn guckt, sollte vl. überlegen, ob er nicht ganz weg kann? Ganz ehrlich, ich habe nun seit knapp nen Jahr keinen mehr und ich vermisse absolut nichts! Man verpasst nichts. Null.

In diesem Sinne mein Appell: Zeigt der Werbung den Stinkefinger! Informiert euch selbst über Qualität euer Waren und holt diese Infos nicht vom Hersteller. Der Verbraucher hat macht, nutzen wir sie! Gutes muss und ist nicht unbedingt teuer und wer braucht schon täglich 23 verschiede Brotbelagsorten im Kühlschrank? Qualität statt Quantität! Wer immer noch nur ans Geld denkt: Tu es für deine Gesundheit, für dein Leben, deine Lebensqualität! Und auch wenns am Anfang seltsam klingt, es macht sogar Spass, eine eigene Meinung/Ernährung/Kleidung/Entscheidung zu haben/treffen. Der Aufwand lohnt sich!

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