Die Berliner Unterwelt

Jetzt kenne ich sie, die Berliner Unterwelt. Gut, vl. nicht komplett und auch nicht mit allen Facetten aber doch wenigstens einen Teil und im Ansatz.

Letzten Samstag nämlich habe ich mich mit einer Handvoll mutiger Begleiter, einem Führer und seinem Gehilfen, sowie noch ca. 10 anderen Menschen hinabbegeben in das Reich der ewigen Nacht unter den Straßen Berlins.

Klingt schön schaurig. Ganz so schlimm is es aber nicht. Beim Verein Berliner Unterwelten werden nämlich zahlreiche Touren angeboten, wobei wir uns für Tour 3 entschieden. Das hatte vor allem praktische Gründe, denn nicht jede Tour wird immer und erschwinglich angeboten und es ging vor allem darum es überhaupt zu tun.

So ging es also hinab in zwei „alte“ Luftschutzanlagen am S+U Gesundbrunnen und U Bornholmer Straße. Alt stimmt eben nicht wirklich, weil zumindest letztere Anlage erst vor wenigen Jahren (weniger als fünf) stillgelegt wurde, denn es wurde entschieden, dass Berlin sowas nicht mehr brauch. Dieser Punkt wurde vom „Führer“ übrigens mehrfach als bedenkenswert eingestuft. Wohl nicht nur, weil es schwer werden dürfte allein mit den Eintrittsgeldern diese Anlagen in Betrieb zu halten.

Berliner Unterwelten - Eintrittskarte
Berliner Unterwelten - Eintrittskarte

Man erfährt und erlebt in Ausführungen in den 90 Minuten einer solchen Tour dann, was es hieß und wohl auch heissen würde, wenn man in eine Luftschutzanlage im Ernstfall hineingehen wollte/möchte. Man erkennt sowohl die Sicherheitsvorkerungen, welche heute noch sichtbar auf der Straße bzw. in den U-Bahnhöfen integriert sind. Als auch das einem schnell vor Augen geführt wird, was es hieß in einer solchen Anlage zu „leben“. Letzteres sehen die gesehenen Anlagen nur für maximal 14 Tage vor, wobei auch diese Tage in der Anlage mit 2000 Menschen eher kein Urlaub werden.

Alles in allem ein gelungener Rundgang mit interessanten Ausführungen, den ich jedem Berliner und auch den Touristen sehr Nahe legen kann. Kosten tut das ganze übrigens ab 7€ für Studenten und 9€ „Normale“. Historisch interessant und „Tagesaktuell“ bedenkswert. Dazu gibt es Lüftungsanlagen zum selbst ausprobieren und jede Bevölkerungsgruppe darf sich unterschiedlich in das Bunkerleben integrieren.

Bleibt vl. zu sagen, dass es erst für Kinder ab ca. 12 Jahren geeignet ist, denn vorher dürfte das schlicht zu uninteressant sein. Wohl auch eine Sache, die einem erst bewusst wird, wenn man ne Familie hat 😉

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