88 Minuten

Er wurde sehr groß angekündigt und der Trailer war auch nicht so schlecht, wenn auch eher nichtssagend. Was kam raus? Leider auch eher nichts und hätte Al Pacino da nicht mitgemacht, wäre daraus auch sicher gar nix geworden. So wurden hoffentlich wenigstens die Produktionskosten reingeholt. Wobei, sollte man sowas hoffen? Damit sowas weiterhin produziert wird? Dann lieber nicht…

Bereits aus dem Jahre 2007 ist der Film, den ich in einer rund 100 Minuten langen Fassung sehen konnte. Er wird offiziell als Thriller geführt und da gehört er wohl auch hin.

Der Film ist schnell (für einen Thriller). Er ist actionreich, laut, hektisch. Doch das macht ihn eigentlich nicht schlecht, sondern vielmehr sehenswert. Doch das wiedermal nicht im durchweg positiven Sinne, sondern vielmehr in dem Sinne, dass er ohne diese Hektik etc. nicht anzusehn wäre.

Al Pacino spielt in dem Film einen Mordexperten der Polizei und referiert über sein Wissen u.a. an einer Universität. Es ist an der Zeit, dass im “realen” Leben ein Serienkiller hingerichtet werden soll, den “unser” Mordexperte verurteilen ließ. Dazu muss man wissen, dass es sich dabei um einen Indizienprozess handelte bei dem zuletzt der Täter aufgrund des Profils des Mordexperten verurteilt wurde.

Der Mörder schafft es nun scheinbar aus dem Gefängnis unmittelbar vor seinem Tode (rund 1,5h davor) wiederholt mit dem Experten (Name im Film: Jack Gramm) Kontakt aufzunehmen. Natürlich zunächst nur per Telefon doch dann auch per diverser Nachrichten überall in Jacks Umgebung. Die Nachrichten am Telefon sind meist kurze Zeitdurchsagen, welche Jack offerieren sollen, wie lange er noch zu leben hat.

Nach ersten Anrufen, die Jack noch für einen schlechten Scherz abtut, nimmt er sich der Sache genauer an, denn es geht ja scheinbar doch um sein Leben. Als ihm dann auch noch plötzlich das FBI in die Quere kommt und ihn eines Mordes beschuldigt beginnt der Film zunehmends an Fahrt und leider auch an Unrealismus zuzunehmen.

Der Showdown könnte dann sogar einer schlechten Pro7-Produktion entstammen und soll nicht zuletzt deswegen hier nicht weiter ausgerollt werden.

Ich habe mir den Film damals glaube ich vor allem wegen dem O.C.-Darsteller (Benjamin McKenzie), der eine Nebenrolle einnimmt, angesehn…

88 Minuten lang auf den schlechten Showdown warten? Naja, ganz so schlimm ist der Film nicht aber man hat ganz klar nix verpasst, wenn man ihn nicht gesehn hat. Die Story ist halt einfach nur so da, an den Haaren herbeigezogen, nichts. Da können auch vermeindlich gute/bekannte Schauspieler nichts mehr dran drehen, denn eine schlechte Geschichte bleibt eben eine schlechte Geschichte…

Geht mit Menschen die ihr kennt raus und trinkt was aber verschwendet euro kostbare Zeit auf Erden nicht mit diesem Film. Er ist einfach zu leer.

Factotum

Wenn ich noch wüsste, wie ich zu diesem Film gekommen bin, würde ich es hier schreiben. So bleibt mir nur zu sagen, dass ich ihn irgendwann mal zwischen die Finger bekam und nicht zuletzt deswegen ansah, weil ich ja eigentlich bekanntlich alles gucke, was mir zwischen die Finger kommt. Das das Höhen und Tiefen mit sich nimmt, dürfte dem geneigten Leser klar sein und ist natürlich auch irgendwie logisch.

Der Film Factotum ist weder eine Höhe noch eine echte Tiefe. Er ist einfach da. Man schaut mehr oder minder interessiert über 90 Minuten einem dem Alkohol und den Frauen verfallenem Mann zu, der versucht sein Leben über diverse “Looser”-Jobs zu finanzieren, damit irgendwann einmal der große Schriftsteller aus ihm werden kann, für den er sich irgendwie hält.

Interessant ist vl. die Tatsache, dass der Film mehr oder minder wohl auf einer real existierenden Person namens Charles Bukowski basiert. Wobei diese Tatsache erst so richtig interessant wird, wenn man den Film dann mal tatsächlich gesehen hat…

Die Handlung ist recht…eingeschränkt. Eigentlich guckt man dem “Schriftsteller” beim Leben zu. Man macht alles mit. Sein Alkohol, sein Sex, seine Geschichten, seine Arbeit…alles. Das wars dann auch schon. Klingt nicht viel, is es auch nicht.

Der Film fängt irgendwo an und endet eigentlich auch irgendwo. Das macht ich keineswegs langweilig vielmehr wohl überflüssig. Aber er ist sicher keine alt zu schlechte Zeitverschwendung. Bevor man sinnfreies im Fernsehen guckt ist der Film immernoch ein Hauptgewinn!

Brillieren tut in dem Film übrigens, der mir sehr sympatische Schauspieler, Matt Dillon. Er spielt den “mir-ist-alles-egal” Charakter einfach perfekt. Ruhig, gelassen, ehrlich und nicht kalt, wenn auch brutal (ehrlich). So ist eigentlich auch der Film insgesamt. Ruhig und gelassen.

Also jmd. Lust auf entspannte Unterhaltung, welche ihre gewisse Komik in den Situationen und Reaktionen des Films hat? Keine komplizierte Story mit tiefem Sinn, einfach nur nen netter Film. Ich kann ihn nicht endgültig empfehlen, kann ihn aber auch niemanden abraten. In diesem Sinne: Macht was draus!

Don’t Come Knocking

Was ein Film. Über 2h Ruhe. Ganz am Ende, der Showdown, ebenfalls für seine Verhältnisse extremst ruhig. Ein bisschen so, wie das Leben eben ist. Ohne viel Glanz und Glamour.

Erschienen ist der Film schon 2005, doch auch sein ausbleibender Erfolg ist wohl beweis dafür, dass er im Prinzip nicht wahrgenommen wurde. Obgleich er von Wim Wenders ist. Doch ist das heute noch ein Grund ins Kino zu gehn? Ist nicht der Trailer und/oder die Werbung dafür entscheident, ob ein Film überhaupt wahrgenommen wird in der heutigen Zeit? Nur wenige ganz große schaffen es durch das bloße Erscheinen ihres Namens für Quote zu sorgen. Ganz schlecht ist das sicherlich auch nicht, so bleibt man von so manchem Ausrutscher verschont und so was ähnliches ist auch “Don’t Come Knocking”.

Das Drama war es offensichtlich nicht mal wert übersetzt zu werden, also zumindest einen adequaten deutschen Titel scheint niemand gefunden zu haben. Auch wenn ich zugeben muss, so einfach einen wohlklingenden Titel mit gleicher Aussage zu bekommen nicht ganz so einfach ist bestimmt (Satz bewußt so dumm geschrieben…).

Worum gehts denn nun? Ein alter Hollywood Cowboy-Star ist mitten im Dreh, als er reiß aus nimmt. Er reitet einfach mit seinem Pferd vom Drehort, wechselt die Sachen steigt in ein ertauschtes Auto und ist weg. Bislang bestand sein Leben aus Party, Sex, Drogen und Alkohol. Das sollte sich nun irgendwie ändern, denn er hatte genug davon. Also gehts erstmal zu seiner Mutter.

Diese erzählt im dann so ganz nebenbei, dass er schon vor Jahren Vater geworden ist. GsD weiss sie aber wenigstens noch, wo er jetzt ganz gute Chancen haben müsste seinen Sohn (und später seine Tochter) sowie die Mutter des einen kennenzulernen (erneut). Also fackelt er nicht lange und fährt zu ihnen.

Doch Mutter und später die Kinder sind zunächst natürlich alles andere als begeistert, als plötzlich zum erstenmal ihr Vater bzw. Freund auftaucht. Beide Kinder sind um die 20…

Trotzdem gelingt es dem Vater langsam wieder Kontakt zu allen herzustellen und irgendwann werden seine Versuche zu einem “normalen” Leben auch erkannt und erhört, doch wie das geschieht schaut man sich am Besten selbst an, wenn man aufgeweckt genug für diesen langsamen aber nie wirklich langweiligen Film ist.

Der familiäre Konflikt, welcher sich zwangsläufig nach einer solchen Kindheit/Erziehungsphase aufbaut, wird langsam und vorsichtig angegangen. Das geht natürlich nicht schnell und nicht rückschlagsfrei aber wenn irgendwann alle mitmachen und Willen haben, dann funktioniert eben einiges.

Wer Lust auf gute Bilder & gute Schauspieler in ruhiger Atmosphäre hat, dem kann ich den Film nahe legen. Wach sollte man wegen der Geschwindigkeit und der Länge sein aber keine Angst, denn langweilig wirds nicht. Der FIlm macht nicht klüger aber vl. mal kurz ein wenig nachdenklich, was im Leben wirklich zählt und eben auch, dass man nicht alles ewig hinausschieben kann, denn manchmal macht des Leben einen Strich durch die Pläne…

An deiner Schulter

Schöner Film! Eigentlich reicht das aber in meinem Interesse für später und vl. auch im Interesse meiner geneigten Leser werde ich die “Filmkritik” mal ein wenig ausweiten.

An deiner Schulter beginnt eher tragisch. Es scheint so, als ist nach langer Ehe einer Frau incl. Töchter der Mann weggerannt. Wäre da nicht der Nachbar, welcher etwa im Alter der Ehefrau & Single, plötzlich diese Situation ein wenig für sich entdeckt, hätte wohl sehr schnell der Freund Alkohol das Leben der entsetzten, verlassenen, verzweifelten Ehefrau bestimmt.

Doch soweit lassen es weder der sympatische Nachbar noch die stets gut gelaunten 4 Töchter kommen. Die Kombination aller Charaktere macht letztendlich den Film zu einer Komödie und über fast 2h sehenswert.

Die Story ist damit im Wesentlichen oder besserhinreichend schon erzählt. Nachdem also ihr Mann weg ist, beginnt die Frau alles alleine zu schmeissen und das gelingt mal mehr mal minder gut und auch die Töchter haben alle so ihre Probleme mit der Mutter und miteinander.

Der Ex-Footbalstar-Nachbar bringt in diesen “Frauenhaufen” genau den Wind, den der Film braucht um nicht zu sehr dem einen Geschlecht zu verfallen. Auch wenn die Herausforderung groß ist, als Gegengewicht für 5 Frauen zu dienen, so gelingt sie doch zumindest so gut, dass ich nur wenig Momente hatte in denen mir das Frauengekreische/-gequatsche wirklich auf den S*** ging.

Das Ende ist dann nochmal sehr überraschend und in sofern gut gelungen, dass man damit nicht im Ansatz gerechnet hat und das Ende damit aus vielen vergleichbaren Filmen dieses Genres rausfällt. Positiv wohlgemerkt.

Runde Sache und ideal für ne leichte Unterhaltung am verregneten Sommertag-/abend. Viel Spaß!

Der ewige Gärtner

Der Filmtitel läßt zumindest einen kleinen Einblick auf den Film zu. Es geht um Mord. Das stimmt auch soweit doch es geht in dem rund 4 Jahre alten Drame/Thriller um weit mehr als einen Mord.

Die ca. 130 Minuten des Films befassen sich somit auch nicht nur mit der bloßen Aufklärung des Mordes an einer Frau, welche, teils mit ihrem Mann zusammen, den afrikanischen Kontinent für eine kleine Hilfmission besuchte/bereiste.

Es geht um Verschwörung, Menschenrechte, Geheimdienste, Menschlickeit, alte Volksstämme, Liebe und viel um die Wahrheit hinter dem ganzen.

Diese Wahrheit versucht der Mann, gespielt von Ralph Fiennes, seines Zeichens Botaniker, ans Tageslicht zu bringen. Er trifft dabei auf viele alte Freunde, die sich als alles andere als das herausstellen. Er trifft auch auf das Leben seiner Frau, welches doch in vielen Bahnen gänzlich anders verlief, als er es zu “träumen” vermochte.

Die genaue Story des Films ist mir leider nur noch vage im Kopf aber der Film verdient nicht nur eine Erwähnung hier, sondern auch eine klare Empfehlung zum selbst angucken! Er wirft einen Stein in den blitzblanken Spiegel von Organisationen wie der UN und vor allem von den Menschen dahinter, den Strippenziehern. Der Film macht wieder einmal deutlich, was längst überfällig ist. Die größten Hilfsorganisationen brauchen wohl mit selbst die größte Hilfe um nicht nur einem Selbstzweck zu dienen und das Geld vieler gutmeinender Menschen zu verfeuern. Teilweise muss sogar der Eindruck gewonnen werden, dass das Geld sogar gegenteilige Wirkung erzielt.

Der Film möchte ein wenig wachrütteln. Die Meinung die großen Summen und Organisationen dahinter werdens schon richten mit den Entwicklungsländern stimmt wohl nur alt zu wenig. Er schlägt keine neuen Lösungen vor aber zeigt, dass es so nicht weitergehen sollte. Wie viel wirklich an Wahrheit dahinter steckt? Bleibt für mich im Detail ebenfalls offen, jedoch läßt der Film alles so glaubwürdig erscheinen, dass die Wahrheit kurz dahinter zu sein scheint/ist.

Ein bisschen wirr ist der Verlauf der Story und die Anzahl der “wichtigen”, handelnden Personen, was bedeutet man sollte für diesen Film wach, konzentriert und unbeeinflußt sein, um was mitzunehmen und teilweise sogar nur, um die Handlung überhaupt zu verfolgen.

Ich glaube eines ist rübergekommen: Guckt euch den Film an, auch wenn ich leider nicht mehr viel zu sagen kann. Es ist ein Thriller & Drama, also stellt euch nicht auf leichte Kost ein. Trotzdem viel Spass!

Kleinkind überrollt…

…klingt krass oder? Ist es auch.

So in etwa war die Überschrift aus ner Berliner Tageszeitung vom 19.06.2009.

Die 23-jährige Fahrerin eines Autos aus dem Elbe-Elster-Kreis hatte das Kleinkind, das sich hinter dem Fahrzeug befand, beim Ausparken nicht bemerkt und überfahren. Laut Polizei handelt es sich um ein [...] Mädchen. Die Eltern des Kindes waren bei dem Unglück in unmittelbarer Nähe. [...]Unklar ist, wie das Mädchen hinter das Auto gelangte.

Gegen die Fahrerin, die keinen Alkohol getrunken hatte, werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, hieß es.

Wow, dachte ich als ich den letzten Satz las. Ich meine die Fahrerin ist 23. Also eine junge Frau. Die überfährt ausversehn ein kleines Kind, was sie unmöglich hätte sehen können. Die gute wird nie wieder richtig Aus-/Einparken, wenn überhaupt Autofahren können. Das ist, finde ich, mit das Schlimmste, was einem Autofahrer passieren kann. Man überfährt einen Menschen. Dann noch ein Kind. Die Vorwürfe an sich selbst dürften den großen Teil der Gefühle ausmachen.

Doch warum wird dann gleich wegen fahrlässiger Tötung ermittelt? Ist das Pflicht? Ich meine der Artikel ist nicht sonderlich lang und ausgeschmückt und wenn doch, dann an Stellen die völlig irrelevant sind.

Ich jedenfalls spreche den Eltern mein tiefsten Beileid aus und wünsche der Fahrerin gute Besserung. Den Ermittlungsbehörden empfehle ich dringends diese Akte ins Archiv zu räumen.

Zahlen zur Krise und zum Protest

Eine Zahl schwirrt mir schon seit geraumer Zeit im Kopf rum: 500.000.000.000€

Nun hat sich die Presse ja ein wenig ausgeschrieben an der Finanzkrise und so richtig viel Neues gibs halt einfach nicht zu berichten und ständige Meldungen von neuen Arbeitslosen und Firmenpleiten will ja auch eigentlich keiner hören, damit alle schön weiter so diszipliniert sind.

Dann waren/sind doch da aber grad die Studentenproteste in wohl ganz Europa. Nun bin ich zwar leider nicht mehr in der Situation ein Betroffener zu sein aber dennoch bin ich ein Interessierter. Warum? Wogegen? Wofür?…

Nun ja, in einem Satz is das nicht geklärt und man sollte dazu sich einfach mal selbst mit dem Thema genaustens/kurz auseinandersetzen und Google oder andere fragen. Im Wesentlichen geht es um Kritik an den neuen Bachelor-/Master-Systemen. Dahinter steckt aber auf Anfrage und in den Schreiben/Veröffentlichungen der Protestler mehr.

Die Bildung ist z.B. in Deutschland schon lange keine gute Sache mehr und fördert vor allem gut gestellte. Warum? Tja, da wurden wohl von “irgendjemandem” die falschen Weichen gestellt. Fakt ist wohl, so wie es jetzt ist, ist es großer Mist und das finden sogar die Universitäten selbst!

Kommen wir nun mal zur zweiten Zahl in meinem Kopf: 10.000.000.000€

Nun halten wir mal die beiden Zahlen näher beieinander. 500.000.000.000 – 10.000.000.000 = 490.000.000.000. Man könnte auch sagen, 10Mrd. sind 2% von 500Mrd…

Jedes Jahr muss im Bildungs- UND Forschungsetat um jeden Cent gekämpft werden und am Ende bleibt es meist bei einem inflationärem Ausgleich, wenn nicht sogar Kürzungen. Und dann versaufen ein paar Zocker weit mehr als 5000% des Bildungs- UND Forschungsetats der BRD und dann werden die nicht etwa dafür ausgemeckert oder gar noch vl. bestraft. NE!N. Sie bekommen einfach rund 50 x den Bildungsetat. Innerhalb weniger Woche verbindlich zugesagt. Eine untragbare Last für kommende Generationen anstatt eine Generation, die mit guter Bildung dafür sorgen könnte das alkoholisierte/n Zocker/n sowas in Zukunft nicht mehr tun/passiert.

Bleibt zu hoffen, dass entweder irgendwann mal jmd. mit Verstand und ner Meinung die gehört und geachtet wird, zu Wort kommt oder das Geld schlicht egal wird und damit Bildung vl. auch wieder in den Hintergrund rückt. Das hatte glaube ich mal die belächelte Partei APPD gefordert. Rückverdummung hieß das damals…

Wollte die Zahlen aus meinem Kopf nur mal zu Papier bringen. Waren einfach zu groß um da ewig ungehalten rumzuschwirren.

Beten im Informationszeitalter

Die Seite, welche ich im Folgenden kurz vorstellen/erwähnen möchte habe ich soweit ich mich erinnere über Ehrensenf kenngelernt.

Zunächst könnte und sollte man anhand der Überschrift vl. denken, dass es hier jetzt groß theoretisch wird oder so. Aber im Gegenteil es wird praktisch, wenn auch sehr fragwürdig. Nicht zuletzt deswegen schreib ich überhaupt was darüber.

Zum Thema. Die Seite Information Age Prayer bietet die Möglichkeit an Gebete gegen Geld von einem Computer sprechen zu lassen. Das ganze für div. Religionen incl. vordefinierten Standardtexten. So kann man nie wieder vergessen ein Gebet zu sprechen…

Ich habe ein wenig nach der Seite und dem Service gegoogelt und konnte leider nichts finden, was darauf hindeutet, dass es eine Satire oder sonstige Veräppelung von irgendetwas ist. Ich finde es schlichtweg unglaublich auf was für Ideen Leute kommen und noch unglaublicher ist eigentlich für mich die Vortstellung davon, dass das ganze auch noch funktioniert. D.h., dass Leute also tatsächlich bereit sind dafür monatlich Geld abzudrücken, dass ein Computer irgendwo (angeblich) Gebete für sie aufsagt.

Auch wenn Angaben zu echte Mitgliedszahlen natürlich auf der echt miesen Webseite fehlen, so kann doch die Tatsache, dass die Seite immernoch existiert nicht darüber hinwegtäuschen, dass es wohl Menschen gibt die den Service benutzen.

Ich bin sauer, dass ich nicht selbst schon früher auf die Idee gekommen bin? Nicht wirklich aber vl. sollte man sowas mal im deutschsprachigen Raum probieren…

In jedem Fall wollte ich eigentlich nur feststellen, dass diese Form der Anbetung wohl jedem Sinn und Verstand von Glauben im Wege steht, denn gerade das persönliche Zeitnehmen für den Glauben und somit die persönliche Bekenntnis dafür ist es, was den eigenen Glauben ausmacht. Ein Computer, der stellvertretend für mich Gebte in festen Intervallen gegen Geld spricht wird meinen Glauben wohl kaum Verstärken, wenn er ihn im Besten Fall auch nicht mindern tut ;)

Amen.

SO36 soll bleiben!

Sind Sie Berliner? Kennen Sie das SO36 in Kreuzberg? Kennt es überhaupt irgendwer deutschsprachiges nicht? Für alle die bislang keine Ahnung haben: Wikipedia – SO36

Was ein nüchterner Artikel vl. nicht sagen kann: Das SO36 ist quasi die Location in Kreuzberg. Dort hat echt irgendwie jede halbwegs vernünftige und unvernünftige Band, die was auf sich hält schon gespielt. Einfach eine Institution der Laden. Seit über 30 Jahren schon. Viel mehr Kiez/Szene/Kreuzberg, als das SO36 geht wohl kaum. Es gehört halt einfach so dazu. Fast schon so, wie die Krawalle am 1. Mai, nur eben im positiven Sinne.

Warum der Artikel? Der Laden soll dichtgemacht werden, bzw. es könnte ihn erwischen, weil einer der Mieter plötzlich einen auf Lärmbelästigung macht. Ganz grad so, als hätte man sich das nicht denken können, wenn man dort hinzieht.

SO36 Bleibt!

Der Club soll nun Lärmschutzmaßnahmen ergreifen, welche aber vom Betreiber so nicht einfach zu finanzieren sind. Auf gut deutsch würde das das Aus fürs SO36 bedeuten. Sollte man es soweit kommen lassen? Ich denke nein!

Das ganze Verfahren um den Lärmschutz läuft nun schon ne Weile und diverse Zeitungen haben auch schon von berichtet, da wollte ich mich dann eigentlich auch schon sehr viel früher einreihen aber wie das so is mit der Zeit und dem Bloggen…

Also auf der Homepage des SO36 gibs eigentlich immer recht aktuell alle Infos rund um das Lärmschutzding. Dort kann man das ganze auch finanziell, in Worten und mit Tat unterstützen. Jeder wie er möchte quasi.

Inzwischen sieht es wohl auch ganz gut aus, dass das ganze noch mal eine gute Wendung im Sinne des SO36 bekommt. Wer trotzdem nochmal den Mund aufmachen will für Kultur & Vielfalt in Berlin und anderswo: Megaspree – Die Zeit ist reif

In diesem Sinne, sehen wir uns am 11.07.2009 vor dem Roten Rathaus?!

Und Tschüss…

…GM. An dieser Stelle soll ohne große Umschweife auf einen Artikel in der Berliner Zeitung verwiesen werden, welcher von Michael Moore geschrieben aus dem englischen übersetzt wurde.

Einfach schön: Goodbye GM

Hoffen wir, dass etwas davon bei Menschen ankommt, die Kraft ihres Amtes etwas bewirken können. Vl. schwappt ja sogar was über den Teich…

Danke an M. Slaby für den Hinweis.