Don’t Come Knocking

Was ein Film. Über 2h Ruhe. Ganz am Ende, der Showdown, ebenfalls für seine Verhältnisse extremst ruhig. Ein bisschen so, wie das Leben eben ist. Ohne viel Glanz und Glamour.

Erschienen ist der Film schon 2005, doch auch sein ausbleibender Erfolg ist wohl beweis dafür, dass er im Prinzip nicht wahrgenommen wurde. Obgleich er von Wim Wenders ist. Doch ist das heute noch ein Grund ins Kino zu gehn? Ist nicht der Trailer und/oder die Werbung dafür entscheident, ob ein Film überhaupt wahrgenommen wird in der heutigen Zeit? Nur wenige ganz große schaffen es durch das bloße Erscheinen ihres Namens für Quote zu sorgen. Ganz schlecht ist das sicherlich auch nicht, so bleibt man von so manchem Ausrutscher verschont und so was ähnliches ist auch „Don’t Come Knocking“.

Das Drama war es offensichtlich nicht mal wert übersetzt zu werden, also zumindest einen adequaten deutschen Titel scheint niemand gefunden zu haben. Auch wenn ich zugeben muss, so einfach einen wohlklingenden Titel mit gleicher Aussage zu bekommen nicht ganz so einfach ist bestimmt (Satz bewußt so dumm geschrieben…).

Worum gehts denn nun? Ein alter Hollywood Cowboy-Star ist mitten im Dreh, als er reiß aus nimmt. Er reitet einfach mit seinem Pferd vom Drehort, wechselt die Sachen steigt in ein ertauschtes Auto und ist weg. Bislang bestand sein Leben aus Party, Sex, Drogen und Alkohol. Das sollte sich nun irgendwie ändern, denn er hatte genug davon. Also gehts erstmal zu seiner Mutter.

Diese erzählt im dann so ganz nebenbei, dass er schon vor Jahren Vater geworden ist. GsD weiss sie aber wenigstens noch, wo er jetzt ganz gute Chancen haben müsste seinen Sohn (und später seine Tochter) sowie die Mutter des einen kennenzulernen (erneut). Also fackelt er nicht lange und fährt zu ihnen.

Doch Mutter und später die Kinder sind zunächst natürlich alles andere als begeistert, als plötzlich zum erstenmal ihr Vater bzw. Freund auftaucht. Beide Kinder sind um die 20…

Trotzdem gelingt es dem Vater langsam wieder Kontakt zu allen herzustellen und irgendwann werden seine Versuche zu einem „normalen“ Leben auch erkannt und erhört, doch wie das geschieht schaut man sich am Besten selbst an, wenn man aufgeweckt genug für diesen langsamen aber nie wirklich langweiligen Film ist.

Der familiäre Konflikt, welcher sich zwangsläufig nach einer solchen Kindheit/Erziehungsphase aufbaut, wird langsam und vorsichtig angegangen. Das geht natürlich nicht schnell und nicht rückschlagsfrei aber wenn irgendwann alle mitmachen und Willen haben, dann funktioniert eben einiges.

Wer Lust auf gute Bilder & gute Schauspieler in ruhiger Atmosphäre hat, dem kann ich den Film nahe legen. Wach sollte man wegen der Geschwindigkeit und der Länge sein aber keine Angst, denn langweilig wirds nicht. Der FIlm macht nicht klüger aber vl. mal kurz ein wenig nachdenklich, was im Leben wirklich zählt und eben auch, dass man nicht alles ewig hinausschieben kann, denn manchmal macht des Leben einen Strich durch die Pläne…

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