Wasser

„Wir horchen staunend auf, wenn eine Nasa-Sonde Wasser auf dem Mars entdeckt haben soll – aber wir haben verlernt zu staunen über das Wasser, das bei uns so selbstverständlich aus dem Hahn fließt.“ (Horst Köhler, (*1943), ehemaliger Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Quelle: FOCUS)

Das Zitat bringt wohl Einiges auf den Punkt. Eine Substanz, welche uns als Mitteleuropäer stets in bester Form verfügbar ist, ist schwerlich als etwas zu begreifen, was nicht oder nur in schädlicher Form verfügbar sein kann.

 

Der Blog-Action-Day 2010 hat sich das Wasser zum Thema gemacht.

Wasser ist, wie man durchaus weiß, eine begrenzte und empfindliche Ressource. Im Jahr 2005 starben täglich rund 5000 Kinder weltweit an Durchfall in Folge von Konsum von schlechtem Wasser.

Schon Aufklärung, welche den bewussteren Umgang mit Wasser, in Regionen ohne gute Trinkwasserversorgung, würde denke ich viel bewirken. Der wer kippt wissentlich Gifte in einen Fluß, wenn er weiß, dass daran in 10km Entfernung Menschen sterben? Wohl wenige und die könnte man mit wirksamen Gesetzen daran hindern.

Doch Fakt ist wohl auch, nur Aufklärung reicht nicht. Es Bedarf neuer Quellen/Brunnen an vielen Orten der Erde. In Kombination mit Leitungssystemen und nachhaltigen Klärwerken. Eine gigantische Investition. Doch was kostet ein Menschenleben? Und das Resultat? Überbevölkerung oder einfach nur Menschen, die glücklicher Leben, weil sie nicht jeden Tag fürchten müssen ein Familienmitglied zu verlieren?

Doch was können wir hier in Europa tun? Gute Frage. Unsere Wassersparsamkeit, welche wohl vor allem daher rührt, dass wir das Wasser aus der Leitung “teuer” bezahlen müssen, führt mancherorts schon dazu, dass die Abwassersysteme zusammenbrechen, weil die Transportwege vertrocknen Aufgrund der schlechten Ausnutzung. Es wird regelrecht dazu aufgerufen mehr Wasser zu verbrauchen. Auch hier muss man wieder einmal fragen: Was kommt als nächstes? Wo soll das hinführen? Sollte man nicht vielleicht viel eher die Transportwege verbessern, dass diese auch mit kleineren Mengen zurande kommen?

Es gibt Anbei noch einen Begriff im Zusammenhang mit Wasser, mit es sich auch mal lohnt 5 Minuten oder mehr seiner Zeit auseinanderzusetzen: virtuelles Wasser

Tja, was soll uns das jetzt alles sagen? Wie rettet man denn nun diesmal die Welt? Ich habe keine Ahnung. Schaden tut es sicher niemandem, wenn man bewußt Wasser verbraucht (trinken eingeschlossen). Mehr Wasser zu verbrauchen, damit die Transportwege nicht zu Schaden kommen, halte ich gelinde gesagt für großen Unfug. Da muss Mensch sich eben was Neues einfallen lassen. Wer Geld übrig hat für Brunnenbauprojekte in Ländern/Regionen, wo sauberes Trinkwasser gebraucht wird/nicht vorhanden ist, tut sicher auch nichts Schlechtes. Alternativ hat man Zeit statt Geld und buddelt direkt vor Ort selbst nen Loch…

Klingt alles banal? Ich finde es zugegebener Maßen auch äußerst schwierig, dafür sensibel zu sein. Die Vorstellung von schlechtem Wasser ist einfach extrem abstrakt für einen Mitteleuropäer wie mich. Aber wenn man das nächste Mal die Verdünnung in den Küchenabfluss kippen will, kann man ja nochmal kurz inne halten und überlegen ob man das verantworten will. Täglich sterben viele Menschen wegen der Unwissenheit, Hilflosigkeit und Unverfrorenheit anderer also: Sei anders und geh bewußt & wissend mit der Ressource Wasser um!

Für die englischsprachigen Leser zum Weiterlesen:

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