Danacol – Medizin aus dem Supermarkt

Neulich war ich mal wieder in meinem örtlichen Discounter unterwegs auf der Pirsch nach Angeboten und nach Waren des täglichen Bedarfs. Meist kombiniere ich Letzteres mit Ersterem. Soll heißen, wenn ich beim Einkauf reduzierte Ware erspähe, die ich mir vorstellen könnte zu konsumieren oder zu besitzen, dann kaufe ich sie einfach, unabhängig davon, ob ich das sonst auch tun würde. Zumindest im Wesentlichen.

Nun gab es also wieder so ein Angebot an dem ich nicht vorübergehen wollte. 4 x Danone Danacol für 0,39€ (statt etwa 1,50€). Mein Sohn liebt diese Trinkjoghurts und da es sie eher selten bis nie bei uns gibt (Aufgrund des sehr fragwürdigen Gesundheitseffekts), sah ich die Gelegenheit ihm mal wieder eine Freude zu machen.

Gesagt, getan. Gekauft wurde also ein Produkt, dessen Vorderseite so aussieht:

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Der Inhalt der Umverpackung schaut dann 4 mal so aus:

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So weit, so harmlos. Bei genauem Hinsehen hätte man erhaschen können, dass das Zeug angeblich den Cholesterinwert senken soll. Nun gut, welches Produkt dieser Gattung tut nicht vermeidlich etwas für die Gesundheit?!

Interessanter ist dann schon die Grafik rechts unten:

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Das Flaschensymbol soll einmal sagen, dass man nur eine Flasche davon am Tag trinken soll. Warum? Tja, da muss man sich die Rückseite angucken.

Die sieht dann erst mal so aus:

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Auch eher normal als ungewöhnlich. Halt viel Text und vermeidlich wenig Sinnvolles. Doch Vorsicht, denn hier hat es das Kleingedruckte in sich:

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Schon der erste Satz hätte meines Erachtens vorne in Rot auf die Packung gehört: “DANACOL ist ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Cholesterinspiegel im Blut senken möchten.” Und was ist, wenn ich das nicht will? Geht’s mir dann eigentlich schlecht danach? Lesen wir doch mal weiter:

  • Es wird empfohlen nicht mehr als 3g Pflanzensterine am Tag zu sich zu nehmen.” Aha. Was bitte? Ich denke mal hier findet sich der grafische Hinweis der Vorderseite wieder.
  • “Personen, die cholesterinsenkende Medikamente einnehmen, sollten sich bei der Verwendung von DANACOL regelmäßig ärztlich beraten lassen.” Gut ich sollte also einen Arzt am Besten vor, nach und bei der Einnahme konsultieren. Scheint mir bei einem solchen Zeug auch ratsam, auch wenn man keine cholesterinsenkenden Medikamente einnimmt.
  • “DANACOL wird für Schwangere und stillende Frauen und Kinder unter 5 Jahren nicht empfohlen.” Wow. Kinder unter 5! Ich konnte kurz vor dem Ansetzen das Getränk meiner stillenden Frau entreißen und mein Sohn hat selbstverständlich von dem tollen Zeug auch nix bekommen.

Na, auch ein ungutes Gefühl im Bauch? Ich finde solch ein Zeug gehört in die Apotheke und nicht in den Supermarkt neben andere Produkte des alltäglichen Bedarfs.

Auch wenn es sicher so ist, dass kein akutes Gesundheitsrisiko davon ausgeht, so sind doch solche Hinweise auf einem vermeidlichen Joghurt anders (wesentlich deutlicher) zu deklarieren. Obendrein sollte es vielleicht extra gestellt werden, vielleicht in die Nähe von Diät-Schokolade.

Mich als durchaus kritischen Einkäufer, der an allen Marken schon aus Prinzip vorbeigeht und versucht nur echte Qualität zu kaufen (dem Geldbeutel entsprechend und von Sonderangeboten abgesehen, wie oben erwähnt), hat das Produkt schlichtweg geschockt. Ich hätte das nie gekauft. Das ist Kundentäuschung.

Ein gutes hat die Erfahrung für mich: Es hat mich darin bestätigt, wie ich einkaufe. Kein Marken, nur echte Qualität und in Zukunft werde ich einen zusätzlichen Blick auf die Angebote werfen, welche mich sonst zu schnell von meinen Prinzipien abbringen.

Guten Appetit!

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