Persönlicher Nachtrag zum Dezember 2008 in Griechenland

Wie die Zeit so vergeht… Mir wurde damals rund um den Jahreswechsel in Berlin 2008/09 eine CD-Hülle mit 2 CDs auf der Straße zugespielt. Schon die Aufmachung und Aufschriften ließen vermuten, dass es sich um Material der linken/alternativen/autonomen Szene handelt und das es im Zusammenhang mit der Ereignissen vom Dezember 2008in Griechenland steht.

die griechen sind die neuen türken?
die griechen sind die neuen türken? (Photo credit: caratello)

Nun, wie dem auch sei, ich habe es heute geschafft mir beide CDs mal zu gemüte zu führen. Okay… Das eine ist eine DVD/Video-CD mit rund 40 Minuten Filmmaterial, welches teilweise mit Musik unterlegt ist und diese ist neben anderen Titeln auf der zweiten CD zu finden.

Die Musik ist meist weder deutsch- noch englischsprachig und damit für mich (leider) nicht zu verstehen. Der Musikstil passt zu der DVD bzw. Straßenkämpfen/-schlachten mit der Polizei gut als Hintergrund. Sonst kann ich damit leider wenig anfangen. Eher so schlechter Allerweltspunk ohne echte Höhepunkte… Man verzeihe mir, wenn ich hier „bekannte“ Größen damit kleinrede aber ein wenig kenne/kannte ich mich ja auch mal in der Szene aus und mir kam das auf anhieb eher alles unbekannt vor (zu recht).

Das Video… ja, gut es ist eine mit englischen Zwischentexten und griechischen Straßenkampfbildern mit fremdsprachiger (Punk-)Musik unterlegter „Film“. Aussage? Sucht man eher vergebens, is doch eher blinde linke Propaganda in sehr miesem Englisch.

Was blieb trotzdem hängen? Beachtlich/verstörend wirkte auf mich die Tatenlosigkeit der griechischen Sicherheitskräft aka Polizei. Da muss ich doch sagen, dass, auch wenn ich das nicht immer befürworten würde, die Taktik der ausgestrecketen Hand einfach mal auch dort recht wirksam wäre. Man müsste wohl zunächst ganz schön oft durchgreifen aber dann wäre denke ich Ruhe, wenn jeder der 400 Randalierer einmal seine 3 Monate im Knast war…

Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Flächenbrände, die „die Griechen“ da regelmäßig veranstalten wirklich im Interesse der Gesellschaft sein können und durchdacht sind (bei allem Respekt vor der autonomen Szene vor Ort). Aber wenn man dann zwischendrin den schwarzen Block in leuchtenden 3-Streifen-Schuhen wegrennen/steineschmeissen sieht und ich anderen Szene Autos/Läden von normalen „kleinen“ Griechen ansteckt, dann hat das wenig mit Kapitalismuskritik oder Polizeistaat geschweige denn mit Trauer um den ermordeten (!) Jungen zu tun, sondern einfach mit mal „die Sau raus lassen“ und feiern.

Eigentlich Schade, denn ich denke die Griechen hätten bei alle dem offensichtlich Potenzial auch mal was wirklich zu reissen auf politscher Ebene (echte Veränderungen). Aber stattdessen fröhnt man nun dem Nationalismus und schimpft auf andere. Das kann leider jeder (Deutschland mit eingeschlossen!).

Heute, rund 4 Jahre danach, sieht das schon alles ganz schön klein und vergessen aus. Leider zu recht und die Griechen haben jetzt ganz andere sorgen, die sie leider immernoch teilweise genauso „lösen“. Man darf gepsannt sein wie lange noch…

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