Das Buch von Gott – Die Bibel als Roman

Über 900 Seiten (Autor: Walter Wangerin) und damit dem Original/der Vorlage gar nicht mal so weit weg, kurz um, dass dickste Buch, dass ich je gelesen habe. Und was soll ich sagen? Es ließt sich, wie ein Roman und das überrascht dann trotzdem ein wenig. Spannend, aufregend, fließend. Das Buch ist tatsächlich nicht langweilig, was man von der Vorlage sicher auch nicht sagen kann, diese jedoch ließt sich weitaus schwieriger, zumindest für mich.

Worum geht es also? Es ist der, wie ich finde gut gelungene, Versuch die Bibel als Roman in einem mehr oder minder durchgehenden Fluss zu erzählen. Gerade im Alten Testament ist das sicher nicht immer einfach aber es gelingt tatsächlich.

English: Woodcut for "Die Bibel in Bilder...
English: Woodcut for „Die Bibel in Bildern“, 1860. Siebter Tag, Gott ruht. Deutsch: Holzschnitt aus „Die Bibel in Bildern“, 1860. Français : Gravure en bois pour «Die Bibel in Bildern», 1860. Português: 7º dia: Deus abençoa, descança e santifica o sétimo dia. (Photo credit: Wikipedia)

Höhepunkt ist dann „trotzdem“ das Neue Testament. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickpunkten erzählt (Jünger, Maria, Weggefährten). Dabei wird versucht eine gute Mischung aus originalem Text und historischen Analysen/Fakten zu suchen.

Der Roman schafft es sich stets mitten in den gut bekannten Geschichten zu fühlen und man gewinnt so viele neue Denkideen. Nicht nur wegen der anderen Perspektive und Sprache, sondern auch aufgrund der nachvollziehbaren bzw. erklärten Handlungen.

Ich denke das Buch kann einen an das Original heranführen bzw. nimmt die Hürde davor. Man bekommt Lust auf mehr und auf die echte Fassung.

Ich gebe zu, mir fällt es grad schwer hier Begeisterungsstürme loszubrechen aber das Buch lohnt sich wirklich. Einzige Voraussetzung ist der Wunsch, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und ein wenig Textkenntnis macht es leichter, sich auf den Verlauf der Story zu freuen. Man ist quasi während des Lesens von Kapitel 1 bereits gespannt, wie es im 5. Kapitel weitergeht, da man ja die Geschichte grob schon kennt. Interessanterweise wird es dadurch nicht langweiliger sondern eben durchaus spannender. Wer will -> Viel Sapß!

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Gott – Eine kleine Geschichte des Größten

Wieder mal nen Buch, wieder mal was von Gott und wieder mal schreib ich das hier nieder.

Der Autor Manfred Lütz beleuchtet das Thema oder besser den Gott von allen erdenklichen Seiten auf rund 300 Seiten. Dies ist teilweise lustig, teilweise aufschlussreich und lehrreich (Neuland) und doch nie langweilig.

Manfred Lütz
Manfred Lütz (Photo credit: Wikipedia)

Erzählt wird aus der Sicht des Erzählers und so wird auch genau diese Meinung widergespiegelt. Das ist manchmal gut zu wissen beim Lesen bzw. man muss sich das gelegentlich selbst sagen.

Was fast ein wenig Schade ist, ist die Tatsache, dass Lütz katholischer Theologe ist, ergo die voreingenommene Sicht eines Katholiken schreibt, was leider oder besser logischerweise nicht objektiv ist, wenn es eine objektive Sichtweise bei diesem Thema überhaupt gibt.

Trotzdem versucht der Autor auch für Atheisten lesbar zu sein und ich glaube, das gelingt ihm auch. Natürlich versucht er dabei zu überzeugen bzw. wenigstens zum Nachdenken anzuregen aber das darf man wohl von einem Buch auch erwarten.

Allen die sich für das Thema Gott (Gibt es ihn? Wie ist er? Wo ist er?) interessieren, denen kann ich das Buch durchaus empfehlen. Bereits bekehrten (Im von mir aus positiven Sinne.) schadet es auch nicht. Der Rest: Hände weg & die Einsicht gewünscht, dass sie auch irgendwann zu dem Schluß kommen, dass die Gläubigen zu beneiden sind, denn sie haben etwas (einen Schatz) gefunden, was den anderen ganz und gar unerschlossen ist…

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Die zehn Gebote

Kaum nen Buch zu Ende gelesen schon quäle ich meinen geneigten Zuhörer damit. Und dann auch noch wieder son religiöser Kram…

Es ist schon ne ganze Weile her, dass ich das Buch geschenkt bekommen habe aber wie das so is mang der Arbeit und Familie, wann kommt man da schon mal zum lesen?
Egal, nun ist es geschafft und es war streckenweise echt nicht einfach…

Worum gehts? Das sagt eigentlich schon der Titel und der bislang verschwiegene Untertitel „Eine Ethik für heute“. Nun ja, klingt nicht sonderlich spannend und um ehrlich zu sein, dass war es auch nicht.

10 Gebote (Lucas Cranach d A)
10 Gebote (Lucas Cranach d A) (Photo credit: Wikipedia)

Das ganze Buch dreht sich „nur“ um die Bedeutung der zehn Gebote für uns heute. Angefangen bei ihrer Entstehung und damaligen Bedeutung hin zu ihrer heuten Rolle in Gesellschaft(en), Religion(en) und überhaupt. Das ganze teils hochtrabent philosophisch, wobei diverse dem Thema nahestehende Personen der Geschichte mit Rang und Namen herangezogen und teils analysiert und verglichen werden.

Das schlimmste? Das Kapitel „Was ihre Magie ausmacht: Zahlenzauber“. Da dachte ich echt, jetzt ists vorbei. Auf rund sechs Seiten wird einem „beigebracht“ wie entscheidend, besonders und wichtig die Zahl zehn denn wäre… Nun gut, wers braucht/glaubt…

Interessant scheint, dass der Autor zumindest nicht ganz dem katholischen Glauben anhänglich ist. Das schafft manchmal neue Blickwinkel auf Altgeglaubtes aber leider meist nur theologisch mit dem katholischen Glauben (zur Zeit) nicht vereinbare/falsche Blickwinkel.

Was bleibt? Das frage ich mich auch gerade… Eigentlich nichts neues, nach den 288 Seiten dann doch schon recht ernüchternd… Vl. braucht Mensch solche Bücher einfach nicht. Das ist einfach zu fokussiert auf zehn Sätze, darüber sollte man vl. einfach kein ganzes Buch schreiben. Man kann sicher mal nen Abend drüber diskutieren oder nen Thesenpapier aufsetzen aber muss es denn gleich ein ganzes Buch sein?

Ich denke nein und damit soll auch diesem Papierberg hiermit genug Aufmerksamkeit gewidmet sein.

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Die Chancen der Globalisierung

Äh, nicht erschrecken, ich schreibe nur mal wieder was…

Warum? Hab nach gut 2 Jahren mal wieder ein Buch geschafft. Ok, es waren andere zwischendrin dran über die ich nicht berichtete. Aber durchaus lange hat mich dieser Tobak beschäftigt und deswegen will ich ihn euch nicht vorenthalten.

Die Fakten bzw. zum anlesen/kaufen:

Worum geht’s? Einen relativ konkreten Plan bzw. Pläne/Ideen, wie man die Globalisierung doch noch zu etwas drehen kann, was Nutzen für den “einfachen” Mensch bringt.

Damit man die Lösungen versteht muss man sich zunächst durch anschauliche und erschreckende Beispiele lesen. Danach gibt’s Theorie, welche nicht zuletzt daran Schuld ist, dass ich das Buch immer wieder zu Seite gelegt habe.

Schafft man aber diesen Theorie-Abschnitt UND versteht man ihn wenigstens im Wesentlichen, dann folgt ein weiterer schöner/spannender/Hoffnung machender Teil über die Lösungsansätze zu den Problemen, welche zwar nicht Tagespolitisch aber wohl weltpolitisch und alltagsbestimmend/-zerstörend sind.

Der Autor Joseph E. Stiglitz war übrigens mal nen hohes Tier im Weltfinanzwesen und nach seinem Ausstieg zunächst ein Buch über Die Schatten der Globalisierung geschrieben. Mit etwas weiter Abstand darauf ist dann das nun von mir gelesene Werk entstanden.

Was bleibt? Hoffnung auf die Welt, die da kommen mag und wird. Hoffnung darauf, dass der gesunde Menschenverstand und die Nächstenliebe, die Stiglitz für seine vorgeschlagenen Lösungen braucht, irgendwann bei den richtigen Menschen ankommen.

Das Buch ist ein interessanter Wissen-/Ideenspeicher, wenn man mal wieder grad kein Argument für die Globalisierung hat. Für wen? Naja, für alle die es verstehen und verstehen wollen. Ersteres setzt ein klein wenig Kenntnisse im Finanz-/Zinssektor voraus und auch Begriffe, wie Inflation, Währungsreserven und Zinseszins sollten nicht nur sinnfreie Worte sein. Letzteres sollte jeden Treffen, der sich, wenn auch nur halböffentlich zum Thema äußert.

In jedem Fall ist das Buch seinen Platz im Regal wert auch wenn der Wiederlesefaktor wohl gering ist.

Der kleine Hobbit

Ein Buch? Ich? Lesen? Fantasy? Ja, gibt es, wenn auch nicht sehr oft.

Es sind nun schon ein paar Monde vergangen, da ich das Buch auf den staubigen Stapel mit Büchern gepackt habe, die ich bereits gelesen habe (den gibt es teilweise wirklich…). Warum ich das getan habe?

  1. Ich konnte nie wirklich was mit dem Film bzw. den Filmen “Der Herr der Ringe” anfangen.
  2. Das Buch lag im Regal und wurde mir immer wieder als wichtiger Schlüssel zum verstehen/begeistern des Ganzen nahegelegt.
  3. Mio wollte nicht einschlafen, wenn ich das Zimmer verlasse, also habe ich es ihm kurzerhand vorgelesen bzw. durch sein Einschlafen bedingt, dann ohne ihn still weitergelesen.

Rund 330 Seiten Paperback, ~ A5, Autor: J. R. R. Tolkien, Ursprungstext entstand vor Ewigkeiten (erstes Drittel des letzten Jahrtausends) und das letzte Kapitel trägt den überraschenden Namen “Das letzte Kapitel”.

Worum geht es? Tatsächlich um den Hintergrund zu den 3 bekannten Filmen. Die Geschichte erzählt Teile des Lebens von Bilbo Beutlin. Zugegebenermaßen wohl den spannendsten Teil davon.

Bilbo muss (zunächst ganz ohne Ring) ein (bzw. eigentlich einige) Abenteuer bestehen, in der die meisten der in den Filmen erwähnten oder sogar gezeigten Plätze bereits auftauchen und detailreich beschrieben werden.

Natürlich wird auch ausführlich erklärt, wie er den Ring bekommt, doch nur ein Vorwisser kann zum Zeitpunkt des Lesens erahnen, was daraus wird bzw. was das für ein Ring ist.

Die Geschichte ist durchweg unterhaltsam und (hoch-)spannend geschrieben, ein echtes Abenteuer, was man da liest. Jedem, dem die Trilogie der Filme bislang langweilig & doof vorkam und der den ganzen Hype darum nicht versteht, sei das Buch angeraten.

Ich habe im Nachgang bewusst nochmal den ersten Teil der Trilogie, quasi als Anschluss, gesehen aber dazu habe ich hier ja schon berichtet…

Was bleibt oder was ist das nun alles? Ein Fantasy-Abenteuer-Buch, dessen Fortsetzungen verfilmt wurden. Das Buch und sicher auch die Folgenden sind echt gut zu lesen und bieten Beste genretypische Unterhaltung. Die Filme machen mit dem Buchwissen mehr Spaß, wenn auch nicht viel, da man sich dann mehr drüber aufregt… Das Buch macht am meisten Spaß ohne die Filme, denn die braucht dann wirklich kein Mensch mehr!

Kein Alkohol für Fische unter 16

Klolektüre? Ja, durchaus. Lehrreich? Nein, eher leerreich. Hätte man das erwarten können? Ja.

Einem geschenkten Gaul… Nein, dass wäre wohl etwas viel aber das Buch „Kein Alkohol für Fische unter 16“ erinnerte mich leicht diverse Internetseiten/Rundmails aus längst vergangenen Tagen (vielleicht nicht zuletzt aufgrund des Untertitels „Die skurrilsten Gesetze, Klagen & Urteile“), in denen skurrile Rechtslagen aus meist amerikanischen Bundesstaaten dargestellt wurden, die angeblich immer noch geltendes Recht darstellen, obwohl die entsprechenden Gesetzestexte weit über 50-100 Jahre alt sind.

Wie viel man davon glauben kann/soll? Ich glaube relativ wenig. Aber darum geht es vielleicht auch gar nicht. Viel mehr um ein bissel Unterhaltung und diese können solche Texte durchaus bringen, wenn man sich zumindest vorstellt, dass diese Texte mal realen Gesetzen entsprechen haben könnten.

Auf den rund 140 Seiten von Rainer Dressen und Anne Nina Schmid meines vorliegenden „Rundschreibens“ aus dem Hause Bassermann gibt es min. ein Highlights, welches ich meinem geneigten Leser nicht vorenthalten will:

Entscheidung des dt. Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 1966, die sich mit der Frage beschäftigte, wie weit die „Pflicht zur ehelichen Lebensgemeinschaft“ geht. Hintergrund war, dass der Mann sich scheiden lassen wollte, weil seine Frau den ehelichen Verkehr als Schweinerei bezeichnete und ihn langweilig (Sie wäre imstande dabei Zeitung zu lesen) fand. Dies machte sie sogar „öffentlich“ bekannt und riet ihrem Mann doch einfach besser ins Bordell zu gehen. Wie dem auch sei, der BGH gab dem Mann recht, denn wenn es ihr schon nicht möglich sei „im ehelichen Verkehr Befriedigung zu finden, so fordert die Ehe von ihr doch eine Gewährung in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft und verbietet es, Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu tragen.“ So wohl zugetragen 1966 in Deutschland…

Davon also abgesehen bietet das Buch zu verschiedensten Themen der Rechtsprechung und ihren Grundlagen teils Interessantes aber stets Kurioses. Das ganze gut sortiert nach Kapiteln im Index ganz vorne.

Was bleibt? Naja, ne Klolektüre eben, die man wohl einmal gelesen nie wieder in die Hand nehmen wird aber ich bin eh kein Mensch der Bücher zweimal liest und damit wohl auch keine Referenz.

Ich denke, wenn in ein paar Jahren jeder auf’m Klo WLAN inkl. eReader hat, dann werden solche Bücher nicht mehr auf chlorgebleichtem frischem Wald gedruckt und das ist gut so aber bis dahin heiligt der Zweck durchaus die Mittel, denn es gibt schlimmere Papierverschwendung.