Wie informiert das Fernsehen?

Auch wenn das beenden des Lesevorganges meinerseits nun schon einige Wochen zurückliegt, so möchte ich euch das Ergebnis doch nicht vorenthalten. Es ist ja schließlich auch schon wieder einige Tage her, da ich euch von einem Buch, welches mir vorliegt und ich durchgelesen habe erzählte.

Das Buch der Stunde ist also mit dem Titel ausgestattet worden „Wie informiert das Fernsehen?“. Die heutzutage als RTL2-look-a-like-Untertitel laufende Unterschrift zum Buch lautet „Ein Indizienbeweis“. Der durchaus umstrittene Autor des Buches ist Bernward (!) Wember. Der aufmerksame Leser hat vielleicht gemerkt, dass dies nicht das erste Buch von ihm ist, was ich gelesen habe und auch die Thematik ist durchaus ähnlich.

Hintergrund des Buches ist die erschreckende Bilanz von z.B. Dokumentationen, was den Informationsgehalt bzw. die Menge an Informationen betrifft, welche mensch nach dem Ansehen einer solchen im z.B. Fernsehen behält. Das Buch selbst ist „nur“ die Buchform einer Sendung, welche zu diesem Thema vom Autor erstellt und Ende 1975 im ZDF ausgestrahlt wurde. So enthält es vor allem viele Bilder und Bild zu Filmzeit Darstellungen mit erklärenden und ergänzenden Texten. Am Ende, denke ich, hat mensch den Beitrag quasi etwas genauer im Fernsehen gesehen und auf jeden Fall verstanden.

Der Film beginnt mit der Analyse eines normalen „Informationsfilms“ und stellt fest, dass nur etwa 20% der Zuschauer wesentliche Informationen verstanden und behalten haben, obwohl 80% angegeben haben der Film wäre informativ und verständlich gewesen. Diese 60% Lücke hat der Autor nun näher untersucht und die Ursachen, wie ich finde brillant dargestellt und anschließend sogar gezeigt, wie es besser gehen kann.

Die Thematik des untersuchten Films ist der damals durchaus aktuellere Nordirlandkonflikt. Untersucht wurden z.B. die Kombinationen von gesprochenem Text und Musik zu gezeigten Bildern. Ebenso die Dauer der Bilder oder Videos, welche gezeigt wurden, jeweils sortiert nach ihrem Inhalt. Darüber hinaus wurde analysiert ob sich ein Videoausschnitt bewegt oder eher ein Standbild zeigt. Es konnte festgestellt werden, dass der „gemeine“ Zuschauer eher abgelenkt als informiert wird, da ihm eine Vielzahl von Bildern und Einstellungen in erdrückend kurzer Zeit gezeigt werden. Das ganze wird noch hektischer durch wilde Kamerafahrten oder Zooms. Alles was damit erreicht wird ist quasi ein Induktionseffekt. Das heißt aus der Kombination von gesprochenem Text und Musik zu Bild wird etwas suggeriert. Niemand spricht es aus, aber es kommt doch klar für jeden rüber. Somit wird der Zuschauer ohne, dass er es merkt auf die „Meinungsseite“ des Filmerstellers gezogen und die neutrale Information ist dahin.

Der zweite Teil des Buches befasst sich dann mit dem Entwurf einer Informationssendung, wie sie sein könnte/sollte. Einfache klare Formen und Symbole in Kombination mit Text, welcher zu den Bildern passt. Auch wenn diese Art der Information sicher nicht dem klassischen heutigen Bild vom Fernsehen entspricht, so finde ich doch, dass man dabei auf jeden Fall viel lernt und auch nicht den Eindruck hat, mit seiner Meinung in eine Ecke gezogen zu werden.

Der letzte Teil des Buches befasst sich dann mit Arbeitsmaterialien zum Film, welcher damals ausgestrahlt wurde und ist somit für den gemeinen Leser eher uninteressant.

Ich finde das Buch durchaus lesenswert, sofern man sich dafür interessiert, wie damals und ich denke auch viel noch heute ein bestimmter Bereich im Fernsehen gemacht wird. Die rund 130 Seiten sind schnell durchgelesen und man ist danach auf jeden Fall mal wieder kritischer im Umgang mit der täglichen Berieselung durch die Medien, was ja schon alleine ein Gewinn ist. Darüber hinaus gehören solche oder ähnliche Bücher hoffentlich zum Stoff den angehende „Fernsehmacher“ lesen und daraus lernen oder sonst hoffentlich beim privaten Einheitsbrei der Sender landen und nicht die Möglichkeit bekommen uns vom öffentlich, rechtlichen Podest her zu „quälen“.

dinosaurier der demokratie

ein nicht ganz einfaches buch und ich kann es auch nur bedingt empfehlen, soviel gleich vorweg. gelesen und auch darauf gestoßen bin ich, nachdem ich das buch "worum es heute geht" vom gleichen autor gelesen hatte. jürgen rüttgers schrieb dieses buch vor dem, welches ich neulich gelesen hatte und zwar bereits im jahre 1993, bzw. dann wurde es veröffentlicht. ein sprechenden aber langen untertitel hat das buch auch, welcher da heißt "wege aus der parteienkrise und politikverdrossenheit".

auf ca. 285 seiten erklärt nun einmal ein junger und hoch motivierter jürgen rüttgers zunächst einmal warum der bürger nach seiner meinung politikverdrossen ist. dies beginnt vor allem beim verhalten der parteien im allgemeinen und speziellen. die fehlende bürgernähe, abstrakte und endlose, scheinbar sinnlose debatten und z.b. die schiere unfähigkeit auf die wandlungen der zeit zu reagieren. grad zum letzten gibt möchte ich einmal das buch zitieren, welches da auf seite 24 "schreibt": "Die Reaktionen auf Veränderungsvorschläge folgen dabei oft einem gleichen Muster. Gefragt wird zumeist: ‘Was können wir verlieren?’, selten aber: ‘Was können wir gewinnen?’"

nach diesem kleinen einführenden teil auf ca. 40 seiten, bei dem man größtenteils nur zustimmend nicken kann, geht es um unsere gesellschaft. er sucht quasi antworten auf die frage, warum es die parteien zulassen (müssen), dass der bürger politikverdrossen wird. das zauberwort ist die freiheitliche bürgergesellschaft, welche in diesem kapitel ausführlich beschrieben wird. dazu möchte ich einmal ein zitat anbringen, welches nunmehr auch meine einstellung ein wenig wiederspiegelt. es wird im buch verwendet ist aber eigentlich von j.f. kennedy und lautet :"Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, fragt, was ihr für euer Land tun könnt"

mit zauberworten geht es dann auch im folgenden abschnitt über etwa 60 seiten weiter. zauberworte der politik werden "entschlüsselt". die anführungszeichen sollen an dieser stelle darauf hinweisen, dass hr. rüttgers nun leider zunehmend sichtweisen der cdu/csu darstellt und die anderen parteien/meinungen/ideen in ein schlechtes licht stellt. umwelt, frieden und multikulturell sind einige der zauberworte, welche erklärt und aus parteisicht erläutert werden. dass heißt im klartext, er erklärt dem geneigten leser, wie frieden unter cdu/csu führung zu verstehen ist und was multikulti für sie heißt. das diese erklärungen nicht immer mit meiner einstellung übereinstimmen, trug dazu bei, dass ich so einiges mal schmunzelnt in der bahn sitzen konnte während ich das buch las. nicht desto trotz muss man sagen, dass auch diese anderen denkweisen immer ihre interessanten aspekte haben, über die es sich zu diskutieren lohnt. nicht zuletzt diese tatsache macht einem klar, warum politik nicht einfach ist und scheinbar sinnlose debatten der volksvertreter, unter umständen mehr sinn haben, als nach aussen hin sichtbar wird. alles was da fehlt ist die vermittlung der probleme an das "einfache" volk. auch wenn dieses denken in diesem teil des buches sicher nicht so geplant war, so finde ich ihn gerade deswegen mit am interessantesten.

die letzten beiden teile des buches beschäftigen sich mit den wegen aus der parteikrise, also mit der lösung all der besprochenen probleme. eines der probleme überhaupt ist/war für herrn rüttgers die dominanz der parteien in nahezu allen bürgerlichen bereichen. die politik läßt dem bürger einfach zu wenig freiräume in denen er selbst sich um sich und seine mitmenschen kümmern muss. er fordert deshalb zunächst die politik zum rückzug aus vereinen/vorständen/krichen und sonstigen bürgernahen, nicht politischen gremien auf. anschließend muss der bürger anreize bekommen diese posten zu füllen und somit selbst zu initiative geweckt werden, damit er selbst aktiv seine gesellschaft mitbestimmen kann. so schließt auch das buch mit der klaren ansage an den bürger, dass es auf ihn selbst ankommt, dass die krise überwunden werden kann. auch dieser teil des buches ist sehr interessant, finde ich. die beleuchtungen der bereiche, in denen wir es bereits als selbstverständlich angesehn haben, dass sich der staat drum kümmert ist durchaus gut gemacht und interessant. ein bemerkenswerter punkt in diesem abschnitt ist, dass jürgen rüttgers bereits damals forderte, dass "die Ausübung von Kommunal-, Landtags- und Bundestagsmandaten unvereinbar" ist "mit Tätigkeiten in Aufsichtsgremien öffentlicher Unternehmer und privatrechtlich organisierter Unternehmen der öffentlichen Hand." wahnsinn, dass wir nun seit kurzem zumindest soweit sind, dass diese Tätigkeiten incl. der Einkünfte daraus deklariert werden müssen. anbei läßt sich im profil des hr. rüttgers beim deutschen bundestag diese meinung/einstellung überprüfen, denn danach hat er tatsächlich keine weiteren anzeigepflichtigen nebeneinkünfte. ebenso spannend und umstritten ist die frage nach dem gehalt von politikern. diese wird nur diskutiert und mit argumenten beider seiten beleuchtet, jedoch wird auch hier klar, dass sofern der politiker nicht undendliche nebeneinkünfte hat, er als direkter und höchster vertreter unseres volkes im bundestag durchaus ein gehalt verdienen würde, was sich an der wirtschaft für vergleichbare posten orientiert. denn eines muss auch klar sein, diese lohnkosten der abgeordneten verschwinden nahezu in den summen, welche den bund sonst betreffen und sie sind damit nicht signifikant an den kosten für unsere demokratie beteiligt.

als fazi kann ich das buch jedem empfehlen, der mal ein wenig über noch immer aktuelle probleme unserer gesellschaft/politik nachdenken will. auch wenn man anschließend nicht gleich die welt retten kann und will, ist es jedoch sehr lehreich auch einmal sachkundig andere seiten seiner sichtweise auf dinge zu erfahren, um so seine eigene seite zu hinterfragen. eines sollte man zum lesen des buches aber auf jeden fall sein und das ist ausgeschlafen, denn es ist nunmal theoretische politik ab praktischen beispielen, also alles andere als leidenschaftlicher und lebendiger lesestoff. wer dieses interesse und die ausgeschlafenheit mitbringt, der kann loslesen und sollte sich nur in acht nehmen vor verblendung, welche in diesem fall logischerweise aus dem lager der c-parteien kommt.

Das Evangelium nach Pilatus

oh mein gott, schon wieder ein "christenbuch"…was ein wortspiel. tja, tut mir ja ein wenig leid für die leute die damit gar nix anfangen können, aber ich bin nunmal überzeugter christ und von daher les ich auch mal nen buch darüber und laber euch damit zu.

das an dieser stelle behandelte buh ist ein roman, welcher von eric-emmanuel schmitt geschrieben wurde. knapp 300 seiten muss man lesen, bis man das buch zuschlagen kann. sollte man dies geschafft haben, was mir persönlich ausserordentlich leicht viel, so hat man sich durch die drei wesentlichen teile des buches durchgearbeitet. beginnen tut das buch mit dem prolog, welcher hier über etwa 85 seiten geht und den untertitel "Beichte eines zum Tode Verurteilten am Abend seiner Verhaftung" trägt. daran schließt sich der hauptteil an, welcher den titel des buches hat und somit den wesentlichen inhalt darstellt. auf seite 255 dann endet auch dieser abschnitt und der letzte teil des buches beginnt, welcher als chronik eines gestohlenen romans bezeichnet wird.

beginnend mit dem ersten teil möchte ich nun kurz zu den einzelnen abschnitten was berichten. der prolog ist, um das mal ganz euforisch auszudrücken, spannend, rührend und zum nachdenken anregend. es geht darin um jesus. geschrieben aus seiner perspektive. man ließt als ob man ihn reden hört. die ich-perspektive in diesem teil des romans läßt einen die bibel in einem völlig neuen und absolut spannendem ausmaß entdecken. jesus’s gedankengänge vor seinem tod. rückblickend auf sein leben. beginnend im elternhaus, als kind. spielend mit gleichaltrigen. die erste liebe. dann die hinwendung zum menschen und später zu gott. das erkennen von sich selbst als sohn gottes. die begegnung mit johannes dem täufer aus sicht von jesus ist eine der ganz grossen momente finde ich. ich habe die bibel bzw. das neue testament einmal aus einer völlig neuen, aufrüttelnden perspektive gelesen, die dem ganzen soviel leben einhaucht, wie ich nicht für möglich gehalten hätte. enden tut dieser abschnitt mit der verhaftung jesu.

der zweite schließt quasi nahtlos daran an, jedoch findet nun ein perspektivwechsel statt. die letzten stunden jesu nun aus der sich von pilatus. dem richter. dem, der letztendlich das todesurteil unterschrieben hat. erfahren tut man dies alles, indem man briefe von pilatus an seinen bruder in rom ließt. darin beschreibt er schliecht alles, was er erlebt. von der beziehung zu und mit seiner frau. zu seinen mitmenschen. die ereignisse und situationen, welche er wahrnimmt in einer zeit der veränderung in und um jerusalem. zunächst ließt man fast tägliche briefe, welche mal kurz mal länger, mal mehr mal weniger detailiert sind. zum abschluss hin werden es jedoch immer seltenere briefe, da pilatus sich auf der suche nach seiner frau und nach jesus befindet, welcher zu diesem zeitpunkt, auferstanden, durch das land zieht.

im dritten teil schließlich berichtet der autor über sich selbst und darüber, wie es zu dem buch und einzelnen teilen davon kam. das ganze ist wie ein audiokommentar, wie man ihn von vielen dvd’s kennt. ließt sich aber auch spannend und interessant, nicht zuletzt dadurch, dass dem autor nach sieben jahren schreibarbeit am pc, der selbige entwendet wurde nach einem einbruch. so war er gezwungen das ganze buch nocheinmal zu schreiben, aus dem kopf. das er lange nach fertigstellung und auslieferung in einem geheimfach seinen schreibtischs eine digitale kopie des orgnialromans findet ist nur eine der vielen netten anekdoten, welcher man erfahren kann.

das ich das buch geradezu verschlungen habe, brauch ich wohl nicht zu erwähnen, ich denke das erließt man schon aus meinem schreibstil. jedenfalls macht dieses buch lust auf mehr. in diesem fall ist das mehr die bibel selbst. man will nun das orginal lesen. die vorlage. nach der lebendigen geschichte, kann man sich auch leichter vorstellen eine uralte, vermeindlich verstaubte geschichte zu lesen. wer also schon immer mal überlegt hat, die bibel zu lesen, bislang aber die motivation fehlte, dem kann ich dieses buch sehr nahe legen. allen anderen kann ich das buch auch empfehlen, wenn sie grundsätzlich schon mal wissen wollten, wie das damals vielleicht war mit jesus und warum so viele ihm folgen oder folgen möchten.

fast nackt

das hat viel spass gemacht! soviel bleibt mir ende des buches auf jeden fall zu sagen.

leo hickman ist der autor des buches "fast nackt" mit dem deutschen untertitel "mein abenteuerlicher versuch ethisch korrekt zu leben". die auflage, welche mir vorliegt und die ich gelesen habe ist vom februar 2007 und bereits die vierte.

das abenteuer des englischen journalisten leo hickman beschreibt er selbst auf ca. 300 seiten im normalen ca. a5 buchformat. beginnen tut alles mit einer bestandsaufnahme im vorwort, d.h. er zählt auf, was er ist und was nicht. dazu zählt z.b.

  • er ist fleisch
  • er duscht einmal täglich
  • er sieht viel fern
  • er geht wählen, wenn "man" es tut
  • kauft alle 14 tage gross ein
  • ist nicht ehrenamtlich aktiv
  • heizt mit gas
  • wohnt im reihenhaus
  • treibt nicht regelmäßig sport
  • usw.

im prinzip ist er ein sogenannter "otto-normal-verbraucher". ausgehend davon versucht er nun ethisch korrekt zu leben.

natürlich geht das als teil einer familie, bestehend aus frau und kind, nicht alleine, also müssen die mitziehen. damit er überhaupt merkt/weiss was genau es heißt ethisch korrekt zu leben, hohlt er sich "ethikexperten" ins haus. diese gehen mit ihm zusammen durch sein heim und analysieren alles. ausgehend von der einrichtung über gewohnheiten, bis zu lebenseinstellungen. die tips die sie dabei geben sind teils abenteuerlich (der frau wird vorgeschlagen waschbare tampons/binden zu verwenden), aber teils auch interressant (nicht verwenden des fernsehers, verwendung von waschnüssen als waschmittel).

nun beginnt der eigentliche versuch erst richtig. hickman versucht nun sich stück für stück an die ratschläge der "experten" zu halten und somit dringt das ethisch korrekte immer tiefer in seinen alltag ein.

ausgehend von einer sich selbst bereiteten "henkersmahlzeit" am vortag des experimentstarts stürzt er sich kopfüber hinein. begonnen wird beim essen. umstellung auf bio und lokal erzeugtes. da hilft die bio-kiste aus der region, welche auch schnell anklang findet. weiter geht es mit einem wurmkomposter, damit der müll reduziert werden kann. selbst eine ethische reise wird unternommen. die putzfrau wird ethisch korrekter bezahlt (auch wenn sie krank oder im urlaub ist). ein ethisch korrekter pc angeschafft. die heizgewohnheiten überprüft, die wohnung ethisch korrekt renoviert/umgebaut. zu guter letzt geht es auch den textilien und den hygeneartikeln an den kragen. es ist erstaunlich, wo man überall darauf achten kann ethisch korrekt zu sein.

was das eigentlich heißt ist übrigens schwer zu sagen. ich finde der begriff nachhaltig in kombination mit rücksichtsvoll und sozial beschreibt es recht gut.

schön war auch zu sehen, wie hickman und seine familie stets wieder an ihre grenzen stoßen oder bestimmte mir bekannte verhaltensmuster auftraten (man achtet überall und ständig auf das ethisch korrekte, alles wird hinterfragt).

eine besonders amüsante stelle möchte ich kurz zitieren. hickmans kleine tochter musste in ein krankenhaus eingeliefert werden und erst nach einigen schuttelkrämpfen und bewusstlosigkeiten der kleine, wurde eine korrekte diagnose gestellt, welche dann mit dem entsprechenden mittel schnell behandelt wurde. danach haben sich hickman und seine frau gedanken darüber gemacht, wie sie hätten diesen fall ethisch korrekt lösen können. dazu meint hickman nur kurz und rabiat, aber wohl so, wie alle eltern denken: "Wenn einer von ihnen [den Ärzten] zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: ‘Ich muss Ihnen mitteilen, dass wegen dieses Antibiotikums über tausend Ratten einen qualvollen Tod erlitten haben.’, dann hätte ich trotzdem geantwortet: ‘In Ordnung, geben Sie es ihr.’" einfach ehrlich und wohl die einzig zu erwartende antwort.

zwischendrin sind immer wieder, teils kommentierte, briefe abgedruckt, welche hickman während seines öffentlichen (im internetblog) versuches erhalten hat. diese kommen aus aller welt und haben zwar teils sehr fragwürdige vorschläge (kinder in die welt setzen ist unethisch, da sie resourcen verbrauchen und wir eh schon zu viele menschen sind), sind aber größtenteils ermutigend und ebenfalls nett zu lesen, da es offensichtlich allen so geht, welche sich dem versuch stellen.

ich kann das buch absolut empfehlen. ich selbst achte seit dem noch mehr auf mein leben bzw. dessen wirkung. versuche noch weniger auto zu fahren, esse nur noch ethisch korrektes fleisch, will mir nen bio-eimer hinstellen und mal sehn was noch. das buch ist einfach eine super unterstützung oder anstoßpunkt für solche, die versuchen ethisch zu leben oder es besser tun sollten ;)

also: lesen und handeln!

50 einfache dinge…

…die sie tun können, um die welt zu retten und wie sie dabei geld sparen.

ich gebe zu, dass der titel dieses buches wohl etwas unglücklich ist, aber im kern trifft er bereits den inhalt und ist damit wenigstens halbwegs selbsterklärend.  das buch ist eine art lebenshilfe für menschen, die sich entschieden haben bewusster zu leben, bzw. bewusster in und mit der umwelt zu leben.

auf knapp 170 seiten beschreibt andreas schlumberger, klar getrennt nach themen und gebiete, was man konkret tun kann um umweltgerechter zu leben und rechnet jeweils auch vor, was man dabei spart bzw. sparen kann. das buch entdeckte ich auf der suche nach dem durchaus bekannteren werk von leo hickman mit dem titel "fast nackt". im unterschied zu diesem buch beschreibt schlumberger ganz klar und nach fakten "nur" punkte aus dem alltag, welche man ändern kann um seinen ökologischen fussabdruck zu verringern. es wird keine geschichte erzählt oder sonst irgendwie abgelenkt, es ist eine reine aneinanderreihung von fakten.

es geht über themen wie strom sparen durch standby verhinderung, kalt waschen und "richtig" heizen hinzu themen wie fliegen, auto fahren, klamotten kaufen und natrülich essen. überall läßt sich, die richtige einstellung vorrausgesetzt etwas sparen und ändern. mal mit mehr mal mit weniger finanziellem effekt. es gibt auch bereiche in denen schlumberger offen zugibt, dass man nahezu nichts spart, jedoch der umwelt sehr viel gutes tut.

überzeugungsarbeit leistet das buch nicht oder besser fast nicht, aber es stellt eine hilfe dar für alle, welche überzeugt sind oder wurden, sich für eine gerechtere und gesündere welt zu einzusetzen. es ist quasi ein nachschlagewerk für weltverbesserer. wem die überzeugung dazu noch fehlt dem empfehle ich l. hickman sein buch, auf welches ich in meinem blog später noch zurückkommen werde, allen anderen kann ich das buch als hilfe empfehlen, da es sich nicht zuletzt aufgrund der größe als kleiner helfer sehr gut eignet.

Vergiftet oder Arbeitslos?

für den fall, dass menschen meinen blog lesen, welche 1982 schon aktiv politik&nachrichten und fernsehen verfolgt haben, ist dieser titel bestimmt ein begriff. der titel bezeichnet eigentlich einen film, welcher im auftrag des zdf von bernward wember erstellt wurde. aufgrund von dem presserummel, welcher nach der erst- und letztmaligen ausstrahlung entstand, entstand auch das 270 seitige, a4 grosse buch, welches ich nun lesen konnte.

die ausstrahlung erfolgte nach einigem hin und her um sendezeiten, filmfassung und rahmenprogramm am 21.07.1982 um etwa 22:10 uhr im zdf. dort wurde eine 60 minuten lange fassung (orginal 97 minuten lang), unterbrochen von diskussionen, mit anschließenden und vorhergehenden unterhaltungen gezeigt. der arbeitstitel läßt nicht sofort auf den inhalt schliessen und darum sei dieser hier nun kurz umrissen.

ein älterer herr (ca. 50 jahre) sitzt mit seiner jungen tochter (ca. 30 jahre) zusammen am tisch und es wird diskutiert. thema der diskussion ist der einfluss der chemischen industrie auf die landwirtschaft. während der vater redet kommen meist einspielungen in denen ein bauer mit einem manager redet. bildlich untermalt wird dies durch einfachste symbolhafte darstellungen dessen, worüber geredet wird. der vater deckt im film also mit hilfe des bauern und des managers auf, welchen einfluss die chemie aud die natur und umwelt, im bezug auf die landwirtschaft hat. die tochter versucht zunächst noch mit argumenten den vater vom gegenteil zu überzeugen, wird aber zunehmends "kleiner" und verstummt zum ende hin vollends. der film zeigt somit aus der erklärten sicht des autors einseitig und parteiisch, dass die chemische industrie der landwirtschaft vor allem schadet. erst wird alles standartiesiert und es stellen sich durch düngung und spritzmittel gegen "schädlinge" ertragsverbesserungen ein, jedoch gerät der bauer zunehmends ins abhängigkeit der konzerne, da der natürliche regelkreislauf durchbrochen wird und er am ende gegen schadstoffresistente "schädlinge" nicht mehr ankommt und ernteausfälle hat oder seine überschüsse vernichtet werden müssen. gleichzeitig verlieren menschen bei dieser technisierung arbeitsplätze.

der ganze film is geprägt durch klare, wenige, einfache bilder mit deren hilfe die komplexen zusammenhänge einfach verständlich werden. berühmt wurde der film wohl letztendlich dadurch, dass er eine neue generation von filmen eröffnen wollte. nicht neutral, einfach verständlich und kritisch. das damals, wie heute attraktive konfliktthema brachte aber die chemische industrie auf die barrikaden und so wurde eine erneute veröffentlich des film verboten, da das zdf klein bei gab und den autor im stich ließ. nur eine stark gekürzte buch&film fassung gelangte schließlich in den handel. das buch, welches ich gelesen habe, behinhaltet die vorgeschichte (von ca. 1976) und die nachwirkungen bis etwa 1984. im anschluss daran ist die gekürzte filmfassung abgedruckt. dies geschieht durch bilder und texte, welche einen deutlichen, klaren eindruck des films hinterlassen. den letzten teil des buches bildet ein pressespiegel, welcher versucht alle wesentlichen presseartikel zum film darzustellen.

leider ist es mir bislang nicht möglich gewesen den film zu sehen, jedoch war das lesen des buches interressant und spannend. empfehlen kann ich es nur bedingt, da das thema zwar relativ aktuell ist, jedoch die handlung vor 25 jahren spielt. erstaunlich ist nur, worüber man sich damals aufregte in den medien. danken kann man wohl herrn wember, welcher ähnliche filme heute somit ermöglichte oder ihnen zumindest geholfen hat. in diesem sinne hat der film denke ich fernsehgeschichte geschrieben und könnte ruhig einmal wieder gesendet werden vielleicht im rahmen von frontal 21 oder polylux.

Worum es heute geht

grad zu ende gelesen kann ich somit frisch berichten. geschrieben wurde dieses buch von jürgen rüttgers im jahr 2005. warum ich ein buch von jürgen rüttgers lese? es gab das als mängelexemplar für 2,50 € an einem weltbild stand. wobei auch gesagt sei, dass ich oft versuche mir auch vermeindlich andere seiten meiner politischen einstellung anzusehn und somit kam mir jürgen rüttgers von der cdu gerade recht.

über etwa 200 seiten bringt hr. rüttgers dem leser seine weltanschauung näher. begonnen wird mit einer bestandsaufnahme unserer sich gerade wandelnden gesellschaft. wir "verwandeln" uns gerade von der industrie- zur wissensgeschsellschaft. im hintergrund existieren die probleme der demographischen entwicklung und der zuwanderung. während mensch versucht mit einer sich extrem schnell verändernden gesellschaft klar zu kommen verfallen die grundwerte unserer gesellschaft zu nichtigkeiten. diese grundwerte, welche das zusammenleben regeln, und deren zerfall sind inhalt eines weiteren abschnittes. der vorletzte teil des buches widmet sich im weitesten sinne mit dem zerpflücken/klein reden der linken, grünen und sozialen parteien jenseits der cdu, um selbige im abschluss des kapitels als sehr gut positioniert dastehen zu lassen. darauf aufbauend schließt die lösung der probleme mit hilfe der c-parteien an.

drei interressante zitate möchte ich an dieser stelle einmal erwähnen, welche zwar teils selbst von rüttgers nur zitiert sind aber trotzdem mir erwähnenswert scheinen.

  1. zum thema der schnell sich veränderten zeiten: "Der bemannte Mondflug hatte noch in den Dreißigerjahren gerade unter Fachleuten als technisch unmöglich gegolten. Nur eine Generation später war die Utopie Wirklichkeit geworden. Noch 1977 meinte Keneth Olsen, Chef einer führenden Computerfirma: "Es gibt keinen Grund für eine Einzelperson, einen Computer zu Hause zu haben." Und während des Zweiten Weltkrieges erklärte der damalige IBM-Chef Thomas Watson: "Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern.""
  2. zum thema multinationaler Grossunternehmen: "Heute gibt es rund 39000 multinationale Unternehmen mit 270000 Tochterunternehmen. Sie wickeln etwa 25 Prozent des Weltwarenhandels in sich selbst ab. Welche wirtschaftlichen Machtgebilde durch die Fusionsprozesse entstehen, wird dadurch deutlich, dass heute schon 51 der 100 größten Wirtschaftseinheiten der Welt Unternehmen sind und nicht Staaten."
  3. zur wissensgesellschaft: "Die gesamte Informationsproduktion der Menschheit verdoppelt sich mittlerweile alle fünfzehn bis zwanzig Jahre. Rund 90 Prozent aller Wissenschaftler, die jemals gelebt haben, leben in der Gegenwart."

das erste kennt wohl fast jeder, zumindest menschen, die sich schonmal intensiver mit der it-geschichte beschäftigt haben. trotzdem zeigt es sehr gut, wie rasend schnell sich heute und gestern die welt verändert. was heute noch utopie ist, ist morgen wirklichkeit und völlig normal. übertragen auf wertevorstellungen bedeutet dies z.b. den verlust des respektes vor älteren, bezugspersonen und/oder eltern. zwar läuft dieser werteverlust langsamer ab, ist aber eine randerscheinung, welche mit der entwicklung einhergeht. alle versuchen immer möglichst neutral zu berichten, jede meinung benötigt eine gegenmeinung, alles muss akzeptiert werden sonst gilt man als intolerant. das geht soweit, dass randmeinungen zu denen man steht als radikal dargestellt werden, nur weil man sie verteidigt. die anderen beiden zitate lasse ich mal so für sich stehn, denn die aussagen stehen finde ich für sich und beschreiben unsere (um)welt recht gut.

ich selbst würde mich als linken grünen mit christlichen wurzeln bezeichnen und habe deshalb schon immer ein wenig schwierigkeiten mich bei einer wahl zu entscheiden. nach dem lesen des buches nun kann ich sagen, dass wohl theoretisch ich sehr viel mehr cdu wähler sein müsste als ich bin. was mich stört ist jedoch, dass ich bislang nicht den eindruch habe, dass die cdu wirklich für das steht, was hr. rüttgers denkt. es gibt zwar auch dinge in dem buch die ich so nicht unterstützen kann, jedoch halte ich die wertegrundsätze, welche die grundlage aller überlegungen von jürgen r. sind, für absolut richtig und wichtig. das gerade in den letzten tagen verabschiedete neue leitwerk der cdu jedoch erinnerte mich spontan sehr viel an das buch und die reaktion der anderen parteien verwunderte mich ein wenig. daraus kann man nur schließen, dass entweder die meinungen tatsächlich soweit auseinander gehen und ich somit tendenziell cdu-wähler bin oder sie das papier noch gar nicht gelesen haben und einfach nur dagegen sind, der sache wegen.

eines hat das buch mir mal wieder gezeigt. im abriss über die einzelnen parteien steht meines erachtens sehr viel richtiges und leider muss man somit sagen, dass eigentlich alle das gleiche wollen. leider manche mit sehr seltsamen methoden und mitteln, welche ich langfristig für nicht tragbar halte. fakt ist, der liberale, wertneutrale weg, den deutschland seit den 50-er jahren geht führt uns alle nicht mehr lange weiter und läuft gegen eine wand. es wird zeit zum aufräumen. wer das am besten kann mag ich nicht sagen, aber die werte, welche die c-parteien zu grunde legen, halte ich momentan für die richtigen, denn sie entsprechen am ehesten meinem menschenverstand der selbstverantwortung, dem respekt, der selbstbestimmung und der rücksichtnahme.

ich kann das buch dem halbwegs politik interessierten menschen absolut empfehlen und würde mein explemplar, wie immer, auch zum verleih anbieten. ein positives ergebnis am ende des buches entsteht denke ich auf jeden fall, denn man bekommt ein gutes/besseres gefühl für die zukunft und das was sie uns auch immer bringen mag. 

Die Globalisierung und ihre Gegner

Heute Nachmittag konnte ich erfolgreich dieses Buch als gelesen abhacken. Der Autor Claus Leggewie veröffentlichte es bereits 2003. Zu Beginn sei gleich gesagt, bei dem Buch handelt es sich nicht um eine politische Propagandaschrift irgendeiner Partei oder Organisation, sondern um ein Sachbuch eines Professors für Politikwissenschaften. Claus L. ist auch kein junger Spunt einer linken Partei, sondern Jahrgang 1950 und Direktor des Zentrums für Medien und Interaktivität in Gießen.

Der Inhalt des Werkes befasst sich ausgiebig mit dem Thema Globalisierung. Das Thema wird von Seiten beleuchtet, welche mir teilweise bis dato nicht bekannt waren und mir neue und interessante Denkanstöße und Sichtweisen gegeben haben. Wer es sich vornimmt, das Buch ebenfalls mal zu lesen, darf dies nicht übermüdet/angestrengt oder im Stress tun. Die ganze Zeit wird ein Vokabular verwendet, welches doch zumindest von meinem alltäglichen Sprachgebrauch weit entfernt ist. Es wird sehr viel auf politikwissenschaftlicher Ebene und in der Theorie gearbeitet, so dass ich durchaus gezwungen war, einige Absätze mehr als zweimal zu lesen, um sie zu verstehen. Das Buch zeigt auf gute Art, dass die Globalisierung keine so scheinbar einfache Sache ist, für die sich manchmal, suggeriert durch Medien&Organisationen, gehalten wird. Was alles zu beachten ist, um eine nicht westliche/deutsche/amerikanische/südliche…Globalisierung zu erhalten, überblicken wohl die wenigsten und die Bedeutung von Experten auf dem Gebiet, bekam für mich eine neue Begründung.

Das Resultat das Buches ist nicht etwa eine Abkehr von der Globalisierung, aber es zeigt sich, dass eine Globalisierung funktioniert, wenn sie nach neuen und ehrlichen Gesichtspunkten aufgebaut wird. Mit der berechtigten konstruktiven Kritik einiger Gegner der Globalisierung "wie wir sie kannten", einem kompromissbereiten Amerika und einem reformierten Europa ist einiges möglich, für eine Welt in Frieden. Das Gute ist, auch wenn dies noch eine ferne Zukunftsmusik ist, so ist doch der Mensch im Grunde dazu "verdammt" dort letztlich anzukommen…und so macht das Buch am Ende Mut für die Zukunft.

Salz der Erde

schon wieder? ja, schon wieder ein buch von und mit dem heutigen papst! bewusst während des lesens von "gott und die welt" gekauft.

das buch wurde vor "gott und die welt" geschrieben und befasst sich im gegensatz dazu mehr mit dem christen in der katholischen kirche und nicht so sehr mit dem weltlichen allerlei.

wieder wurde die interview form gewählt, dass heißt peter seewald interviewt den damaligen kardinal ratzinger in seiner funktion als oberster hüter des katholischen glaubens auf erden, quasi der rechten hand des papstes.

zunächst lernt man den heutigen papst als mensch kennen. seine kindheit und jugend, seine eltern, seine studienzeit…all das, was einen jeden menschen ausmacht und den papst für mich damit menschlicher gemacht hat, auch wenn ich es sehr seltsam finde, dass seine eltern joseph und maria heissen ;)

anschließend, im hauptteil des buches, geht es um die probleme und zustände der katholischen kirche in der welt, wobei auf lokale besonderheiten differenziert eingegangen wird. gerade als deutscher katholik, so denke ich, ließt man das ganze mit besonderem interesse. es wird einmal der blick aus rom auf deutschland beschrieben und im vergleich dazu, die situationen der anderen kontinente. dabei entsteht bei mir der eindruck, als wenn wir uns (als christen in deutschland) ein wenig zu wichtig nehmen und darüber hinaus anstand bei mir auch einsicht für bestimmte haltungen der kirche, welche hier in deutschland gerade so oft stein des anstosses werden.

der letzte teil, welcher ca. 70 der 300 seiten des buches umfasst, befasst sich mit den wegen aus der vermeindlichen krise der kirche. ein blick in die zukunft wird gewagt. der teil ließt sich ein wenig spannender heute, denn nun ist er selbst papst und hat quasi die zügel in der hand, auch wenn das eine vorstellung ist, welche man nach dem lesen des buches nicht mehr hat.

alles in allem ist das buch wieder ein interview mit einer durchweg sehr interessanten person oder zumindest mit meist interessanten fragen, welche eben dieser person gestellt werden. wer schon immer mal wissen wollte was den papst am vatikan stört, warum der islam eine nicht ganz so einfache religion ist, warum die kirche so streng ist oder ob gott zu wenig macht über die welt hat, der ist bei diesem buch genau richtig. alles was man mitbringen sollte ist ein gesundes interesse an der kriche oder im besten fall selber katholisch sein.

Gott und die Welt

klingt krass, is es auch. das buch, welches eine interviewreihe von peter seewald mit dem amtierenden papst benedikt xvi. bzw. ehemals joseph ratzinger beinhaltet.

fast 500 seiten lang ist das interview, welches stattgefunden hat, bevor j. ratzinger papst wurde und das auch theoretisch nur erahnen konnte. er war damals in einer funktion als hüter des glaubens der katholischen kirche, jedoch schon im mit höchsten amt, welches man neben dem papst haben kann.

was zunächst wie eine theoretische abhandlung von trockenem kirchenallerlei klingt, entwickelt sich auf den ersten seiten schon zu einem spannenden interview. der weltliche p. seewald fragt fragen, welche jeden interessieren ob christ oder nicht. die antworten stellen nicht immer zufrieden, weil sie doch nicht immer mit der eigenen konform gehen, aber es ist stets klar verständlich was gesagt wird.

das buch hilft die kirche ein stück weit zu verstehen. man findet antworten auf fragen des lebens, z.b. "was ist der sinn des lebens?". auch kritische themen, wie homosexualität oder verhütung werden besprochen. dazu alltägliches wie "warum läßt gott soviel leid zu?".

ich selbst würde mich nicht als erzkatholischen menschen bezeichnen und bin sicher kein vorzeigechrist, obwohl ich nach lesen des buches doch ein wenig hoffnungsvoller bin :) und gerade deshalb oder auch trotzdem habe ich es mit begeisterung gelesen und kann JEDEM, christ oder nicht empfehlen es zu lesen. alles was man tun muss ist sich im klaren sein, dass dies kein spassiger roman ist und man sich auf die thematik einlassen muss. tut man dies, so findet man in dem buch eine art lexika für ein leben mit gott und der welt.

für alle christen eignet sich das buch anbei bestens um eine diskussionsgrundlage zu haben um seinen glauben zu verteidigen, falls nötig, und dabei gleichzeitig um ihn zu festigen.