Die Geheimnisse der Bibel richtig entschlüsselt

Na, jetzt geht’s los oder? Keine Angst, so schlimm wird es nicht. Aber nach Filmen wie “Religious” und so mancher Youtube- und Google-Recherche musste mir mal was handfestes in die Finger, damit ich meinen Überlegungen etwas geben kann.

So kam ich also zu Buchrecherchen zum Thema Religionskritik, Jesus, Bibel usw., dabei bin ich dann auch das Buch mit dem o. g. Titel gestoßen. Gott sei Dank fand ich auch gleich ein Kommentar zum Titel, welcher versprach, dass dieser eher den schlechtesten Satz (?) des Buches darstellt. Das ganze Buch ist nämlich durchaus wissenschaftlich, wohl nicht zuletzt dank dem Autor Robin Lane Fox.

Wie der Name schon vermuten lässt handelt es ich um original ausländische Lektüre aus dem englischsprachigem Raum. Da ich mir ein solches Thema dann doch in meiner Muttersprache erarbeiten wollte blieb mir also nix anderes übrig, als mich mit der Übersetzung abzufinden.

Die Wesentlichen Fakten zum Buch gibt’s schon bei Amazon. Also rund 600 Seiten, ca. Schriftgröße 10, ca. A5-Format. Sah nach ner Menge Theorie aus, aber das sollte es auch sein und das wurde es auch.

Das Buch ist in 4 Teile geteilt, wobei es sich in einem Fluss lesen lässt und mir die Unterteilung nicht wirklich sinnvoll/prägnant vorkam.

Der erste Teil dreht sich um den Wahrheitsgehalt des geschriebenen Wortes. Der gemeine Christ sagt am Ende von Bibelauszügen Sachen wie “Wort des lebendigen Gottes”. Irgendwie setzt das doch schon voraus, dass man damit auf die Unfehlbarkeit und den Wahrheitsgehalt des Gehörten/Gelesenen/Niedergeschriebenen nicht mehr in Frage stellt. Ein gelungener Einstieg in das Buch wird hier so vollführt, dass Dinge aufgezeigt werden, welche historisch eben nicht so stattgefunden haben können, wie in der Bibel erwähnt. Dabei wird auf ganz abenteuerliche Geschichten, wie den Auszug aus Ägypten oder die Sintflut sogar verzichtet. Es werden Episoden/Details aus dem Alten und Neuen Testament zerlegt. Sachlich und wissenschaftlich.

Der zweite Teil befasst sich mit dem Text der Schrift von der Herkunft aus. Also wie sie von wem entstanden ist und wann. Sehr interessant waren für mich vor allem Aussagen über Streichungen und Ergänzungen, sowie die Autoren und deren Zeiten und Zeitvorstellungen.

Der dritte Teil ist für die Historiker. Es wird nach echten alten Quellen gesucht und verglichen. Der Prozess Jesu unter gerichtlichen Abläufen betrachtet. Die Bibel wird eben auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht. Doch stets nur an den Stellen, wo eben aus anderen nicht biblischen Quellen Dinge vorliegen.

Der letzte Teil des Buches widmet sich der Aussage der Bibel. Es wird der Frage nachgegangen ob die Bibel eben trotzdem etwas besonderes ist oder eben nicht.

Soweit kurz zum Inhalt. Lesen muss man das Ganze selbst. Man muss? Nein, aber ich sage mal so, wenn man glaubt oder glaubt zu glauben, dann kann die Lektüre nicht schaden und man kann seinen Glauben auf Herz und Nieren prüfen (Glaube ich an Jesus? Glaube ich an Maria? Erbschuld? Die Rolle der Frau? Bethlehem? Offenbarung?).

Das Buch macht Spaß. Es ist fast die gesamte Zeit regelrecht spannend (wenn man halbwegs in der Materie der Bibel und ihrer Geschichten steht). Für den Umfang des Buches habe ich es regelrecht verschlungen.

Und am Ende hat man die Weisheit mit Löffeln gefressen? Nein! Aber man hat mal ein Bild erhalten, welches zumindest ich noch nicht kannte. Ob nun alle “Fakten” darin Fakten sind, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass der Autor sehr neutral und wissenschaftlich vorgeht, wenn er Aussagen trifft und auch stets betont, wenn er eine Mutmaßung macht.

Mir hat das Buch regelrecht geholfen, denn ich glaube nun, dass ich wieder ein wenig mehr weis, was ich glaube und was eben nicht. Was ich nun damit mache? Das weis ich leider noch nicht so recht aber manchmal muss man alte, bekannte, traditionelle Dinge einfach, trotz vieler Zweifel, weitermachen und vielleicht kommt einem dann später die Einsicht warum man das tut. Wenn nicht, kann man später immer noch aufhören. Fakt ist jedenfalls, was einem mehr als 25 Jahre nicht geschadet hat, sondern eher im Gegenteil, dass bringt einen nicht in einem weiteren Jahr um.

Und weiter geht’s im Leben und in Literatur mit Gott und seinen Freunden…

Gemeine Antworten auf Kinderfragen

diesmal beantwortet von der Reihe (?) “Die kleinen bösen Bücher” von Onkel & Onkel aus Berlin.

  • Wie werden Babys gemacht?
  • Kann ich ein Haustier haben?
  • Wie macht man jemanden zur Schnecke?

Diese und andere Fragen werden anschaulich beantwortet. Garantiert nicht jugendfrei. Aber durchaus amüsant.

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Leider sehr kurzweilig, denn die 96 Seiten mit also rund 48 Bildern sind viel zu schnell zu Ende.

Optimal, wenn man mal wieder gegen 21 Uhr in den Sessel/auf die Couch fällt, nachdem die Kinder endlich schlafend im Bett liegen und man sich fragt, warum das Ganze. Dann kann man zumindest drüber lachen.

Ebenfalls eine sehr gute Toilettenlektüre und wird auch bei mir bald dort liegen, sobald dann eben das Bad groß genug ist, um solch ein Buch zu beherbergen ohne Platz für wichtigere Dinge wegzunehmen.

Wer sich unsicher ist, was er davon halten soll, dem hilft vielleicht in Blick ins Buch, welchen man hier tätigen kann. Viel Spaß!

Übrigens: Wer das Ding kauft unterstützt Berlin mit kleinem Geld inkl. Mehrwert und das obendrein ganz getreu dem Motto “Small, black & evil”.

NichtLustig 5

Wer in meine Linksammlung aka den Blogroll guckt, dem sollte dort schonmal NICHTLUSTIG aufgefallen sein. Wer es noch nicht geschafft haben sollte da mal raufzuklicken und ein paar Bilder sich zu gemüte zu tun, der sollte diesen Eintrag mal dazu nutzen!

Dort findet man Bilder wie dieses:

Wer darüber nicht mal schmunzeln kann, der braucht nicht weiterlesen, denn für diesen Menschen ist der folgende Artikel irrelevant.

Insider wissen, dass ich vor kurzem Geburtstag hatte. Von einem/mehreren solcher Insider bekam ich ein Buch, was schon bei der Übergabe ein breites Grinsen auf mein Gesicht zaubern konnte. Der Titel “NichtLustig 5” sagte mir, als langjähriger Beobachter der Seite NichtLustig.de auch schließlich sofort etwas.

Gut was soll man zu dem Buch sagen? Es sind Comics drin. Zahlreiche. Unterschiedlichste. Manche setzen ein wenig NichtLustig.de-Vorwissen voraus, andere nicht.

Worum geht es in den Comics? Menschen in Wänden, Lemminge, Anonyme, Verrückte, Yetis, Kühe, Ärzte, Mafia, diverse Tiere, Erfindungen, Schicksale, … Alles und Nichts.

Die Geschichten gehen meist über 1-4 Bilder und werden teilweise später im Buch fortgesetzt. Nach rund 60 Seite im A5-A4-Format ist auch schon wieder Schluss. Zeit zum Durchlesen etwa 15-30 Minuten.

Spassfaktor dabei ist allerdings sehr hoch. Habe durchaus mehrmals gut gelacht inkl. dem Wegdrücken/-wischen von Augenflüssigkeiten.

Ist dieser kurze Spass sein Geld wert? Gute Frage aber Fakt ist, Aufgrund der Viefalt der Bilderwitze kann man das Buch immer wieder vorholen und sich einfach mal heilend ablachen. Quasi ein relativ preiswertes, nebenwirkungsfreies Antidepressiva.

Fazit: Das Buch zu kaufen halte ich für nicht unbedingt notwendig, da man jederzeit Online alle Comics angucken kann. Aber nicht desto trotz gibt es auch für Informatiker Zeiten, da will man partout nicht an die Kiste gehen und gerade dann kann ein Gute-Laune-Buch nicht verkehrt sein.

Zum Abschluss noch was Älteres:

Tauben unvergiftet im Park

Es ist Sommer 2008. Es ist Sonntag der 27.07.2008. Es ist heiß. Ich sitze alleine zu Hause in Berlin Friedrichshain in meiner Wohnung. Ich habe ein Fenster in den verschatteten Hinterhof. Es ist, wie üblich um diese Zeit (ca. 14 Uhr), relativ angenehm und dunkel in meinem Zimmer. Ich selbst sitze in T-Shirt und Sommerhose vor dem PC (ich bin Informatiker!). Irgendwas gibt es immer zu tun/anzusehn/zu chatten/zu verkaufen/kaufen…

An diesem Tag aber füllt mich das ganze (komischerweise) nicht so richtig aus. Ich beginne zu telefonieren. Kurze Zeit später wurde ich quasi inirekt gezwungen meine vier Wände zu verlassen und mich der Sonne direkt auszusetzen. Trotz der damit verbundenen Gefahren schnappe ich mir mein aktuelles Buch, etwas Wasser zum trinken und Kekse incl. Schokoladenüberzug und laufe ca. 100m bis zum nächsten Park und setze mich dort auf die erst beste freie Bank. Der Blick, welcher sich mir dann ergibt, ist etwa der:

Blick in den Park
Blick in den Park

Ich blicke fast genau in den Süden und somit scheint mir die Sonne fast ins Gesicht, wenn da nicht der schattenspendende Baum wäre, der meinen Bankplatz wahnsinnig attraktiv macht. Plötzlich ist sie da, die Natur. Stille inmitten der Stadt. Selbst den Vöglen, welche sich vor mir tümmeln scheint es zu warm heute und sie beschließen ein mehr oder minder ausgiebiges Bad in der Wasseranlage des Kinderspielplatzes zu versuchen. Begleitet von wilden Vogelgezwitscher genieße ich die ersten Minuten still vor mich hin. Einen Eindruck davon kann man sich in dem Video machen.

Nachdem ich mich ein wenig von der Natur entspannen lasse, ziehe ich mein Buch hervor und die nächsten Stunden vergehen, wie im Flug. Gelegentlich ist mir zu heiß, weil die Sonne mir direkt ins Gesicht scheint und grad kein Baum mir Schatten spenden will. Ein andern mal sind dann so viele Kinder vor mir am spielen, dass ein konzentriertes Lesen schwer fällt. Interessant sind die Blicke, welche einem zugeworfen werden, wenn man alleine im Park auf einer Bank sitzt und ließt bzw. gelegenlich mal enstpannt hochsieht und einfach nichts tut. Scheint allen ausser einem selbst komisch vorzukommen und man muss irgendwas im Schilde führen. Anders sind mir so manche Blicke nicht erklärbar.

Zum Abschluss des Nachmittags wird gegen 17/18 Uhr nochmal entspannt ne Runde Tischtennis gezockt, ebenfalls in dem Park.

Was bleibt? Danke Freundin, dass du mich rausgeschmissen hast 😉

War Against People

Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann bekam ich das Buch letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt. Vielleicht war es auch zum Geburtstag des vergangenen Jahres, doch das soll hier nicht die Rolle spielen. Durchgelesen habe ich es bereits vor ca. 6 Monaten, doch wie die Zeit es wollte, schaffe ich leider erst jetzt mal darüber zu bloggen.

Noam ChomskyDer Autor des Buches ist Noam Chomsky und vielleicht dem ein oder anderen ein Begriff. Mir war er vorher nur aus Büchern anderer Autoren bekannt und so kam es auch, dass ich mal ein Buch von ihm selbst lesen wollte. Laut seinem deutschen Wikipedia Eintrag bzw. dem dort “zitierten” Arts and Humanities Citation Index (Ein Blick darein lohnt sich in jedem Fall, denkt man doch eher nicht, wer da in den Top 10 ist.) war er zwischen 1980 und 1992 die meist zitierte lebende Person der Welt! Ich fand ein Grund mehr, mal ein Werk von ihm zu lesen.

Das Buch “War Against People” trägt übrigens im deutschen den Untertitel “Menschenrechte und Schurkenstaaten”. Das zeigt dem kundigen Leser schon ein wenig die Richtung, in die das Buch geht. Der, der politischen Linken zugeordnete, Autor schreibt in dem Buch, welches im September 2001 auf den Markt kam also schon vorher fertig war, über die wohl eigentlich größten Schurkenstaaten (in dem Fall natürlich die USA) und ihren Umgang mit den Menschenrechten.

Das Buch unterteilt sich im inhaltlichen (textlichen) Teil in sieben Abschnitte. Beginnen tut es mit der Frage, wer denn eigentlich die Schurkenstaaten sind. Interessant finde ich die Tatsache, dass der Begriff hier verwendet wird, obwohl das Buch erst nach dem 11.09.2001 erschienen ist. Ob es sich dabei um eine nachträgliche Übersetzungsidee handelt weiß ich allerdings nicht.

In diesem ersten Teil wird zunächst also der Frage nachgegangen, wer vielleicht und warum ein Schurkenstaat ist. Diese Überlegung wird im zweiten Teil sachlich versucht zu untermauern. Dabei wird vor allem der Begriff selbst aus Sicht der USA definiert und ihrem eigenen Verhalten gegenübergestellt.

Bei sämtlichen Verhalten nimmt N. Chomsky Konflikte der letzten 50 Jahre (ausgehend von 2001) unter die Lupe. Somit ist von größeren bzw. bekannteren Dingen, wie dem ersten Irak-Krieg oder dem Vietnam-Krieg die Rede. Ebenso kommen aber auch, zumindest mir, fast unbekannte Themen zum sprechen, wie der Indonesien-Konflikt, welcher immerhin indirekt bis fast 1999 andauerte.

Er setzt dabei das Verhalten der USA bzw. ihrer Verbündeten in diesen Konflikten ins Verhältnis zu den Aussagen ihrer Sprecher und z.B. der UN-Charta oder anderen international offiziell gültigen Dokumenten/Einigungen oder ähnlichem. Schon krass, wenn man dabei so manche offizielle Äußerung der V. Staaten lesen muss/kann. Da ist schon irgendwie sowas wie eine Generalentschuldigung wie vom Vatikan nötig, damit vergangene Verbrechen erkannt und so wenigstens ein Stück verbüßt werden.

Bei seinen Vergleichen/Äußerungen verwendet Noam Chomsky fast ständig direkt Zitate von Politikern/Machthabern, was besonders beeindruckend/angsteinflößend wirkt. Ebenfalls gut gefallen haben mir die Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels, die alles oftmals nochmal auf einen Nenner bringen, was vorher mit Aussagen und Fakten untermauert wurde.

Das dritte Kapitel widmet sich dann dem Verhältnis zwischen Kuba und den USA. N. Chomsky beginnt das Kapitel mit folgenden beiden Sätzen:

Kuba und die Vereinigten Staaten haben, was die internationalen Beziehungen angeht, einen ganz eigenartigen – faktisch sogar einzigartigen – Status. Es gibt keinen vergleichbaren Fall, in dem eine Macht gegen eine andere – hier die größte Supermacht gegen ein kleines Drittweltland – in so unnachgiebiger Weise vierzig Jahre lang mit Terror und ökonomischer Kriegsführung vorgegangen wäre.

Schon eine verlockende Eröffnung fand ich und auch der Inhalt des Kapitels ließ mich so manches Detail dieser ungleichen “Freunde” neu erfahren bzw. Hintergründe begreifen.

Dem kurzen dritten Abschnitt folgt dann das vierte Kapitel mit dem Titel “Jubeljahr 2000”. Darin geht es um den für dieses Jahr geplanten Schuldenerlass an die Länder der sogenannten dritten Welt. Durchaus gut und aus einer interessanten Perspektive beleuchtet Noam Chomsky die Ursachen der Verschuldung und die Resultate des “Erlasses” der Selbigen.

Daran anschließen tut sich ein Buchabschnitt, welcher sich mit dem Weg zur vollständigen und echten Wiederherstellung der Menschenrechte, befaßt. Hier wird auf die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Änderungen eingegangen, welche erforderlich sind, damit eine neue Ordnung, gemäß dem Autor, hergestellt  werden kann. Diese neue (sozialere) menschliche Ordnung ist schwer zu erreichen, jedoch sagt N. Chomsky auch:

Wir müssen die allgegenwärtigen Leiden und Ungerechtigkeiten ebensowenig hinnehmen wie die Aussicht auf gewaltige Katastrophen, die eintreten werden, wenn die Menschheit aus dem Weg, den sie eingeschlagen hat, verbleibt.

Dieser neuen Ordnung steht vor allem eines im Wege und das ist der kriegerische Charakter des Menschen, welchen der Autor im nun folgenden Abschnitt “Die Erblast des Krieges” eindrucksvoll beleuchtet. Dabei geht er zurück zu den Wurzeln kriegerischer Auseinandersetzungen. Ins echte, alte Europa der Kreuzzüge und Eroberungskriege. Das Kapitel ist menschlich und geschichtlich wohl mit das Interessanteste. Ich würde sogar soweit gehen, dass ohne die darin erwähnten Grundlagen des menschlichen Handelns eine neue, wie auch immer geartete, menschlichere Weltordnung nicht existieren kann.

Das sich nun anschließende letzte Kapitel beleuchtet das Problem der staatlichen Souveränität. Damit einher geht also das Verhältnis der Staaten untereinander. Welche Rolle, welchem Staat zukommt und warum. Dazu möchte ich noch ein letztes mal aus dem Buch direkt zitieren. Die letzten Worte Noam Chomskys im Buch sind nämlich:

Es vermag nicht zu überraschen, dass die Zerschlagung der nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Wirtschaftsordnung von einem entschiedenen Angriff auf die Demokratie – Freiheit, Souveränität, Menschenrechte – begleitet wurde. Der Schlachthof dieses Angriffs lautete und lautet: Es gibt keine Alternative. Das klingt wie eine Parodie auf den Vulgärmarxismus. Der Schlachtruf ist natürlich reiner Selbstbetrug. Die sozioökonomische Ordnung, die jetzt von oben verfügt wird, ist das Ergebnis der Entscheidungen von Menschen, die in von Menschen geschaffenen Institution wirken. Die Entscheidungen können widerrufen, die Institution verändert werden. Sollte es sich als notwendig erweisen, kann sie zerschlagen und ersetzt werden. Das haben aufrechte und mutige Menschen im Lauf der Geschichte immer wieder vollbracht.

Das ist nun klar als Aufruf zu verstehen. Widersage dem “Bösen”! Schluss mit dem “das haben wir schon immer so gemacht”! Ich denke hier muss vor allem die Geschichte den Menschen (einschließlich dem Autor) recht oder unrecht zusprechen.

Ich glaube fest daran und versuche ganz nebenbei auch so zu handeln, dass die Menschen sich nicht alles gefallen lassen werden und eine neue Weltidee/-ordnung näher ist, als viele es wahrhaben wollen. Wie diese aussehen wird und was bis dahin passieren muss/wird, dass male ich mir lieber nicht aus, selbst, wenn ich es könnte. Vielmehr schaue ich frohen Mutes in die Zukunft und freue mich auf eine bessere, menschlichere, sozialere Welt, in der vielleicht schon ich aber zumindest hoffentlich doch meine Kinder und Kindeskinder leben werden!

Was man dazu brauch? Ein wenig Mut, Menschlichkeit, Tatendrang und Gottvertrauen. Auf geht’s Zukunft, ich lache dir ins Gesicht!

Spätestens jetzt sollte klar sein, dass Buch lohnt sich. Mit ein wenig Abstand gelesen und für sich persönlich ausgewertet, beinhaltet es viele brauchbare Informationen, welche einem bei der Meinungsbildung über die Welt(-politik) helfen können.

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Neues von Gott

Dieses Buch habe ich neulich in meinem Regal gefunden auf der Suche nach noch nicht gelesenen Büchern. Wer es noch nicht weiss, weil ihm der Titel ganz und gar unbekannt ist, der sollte an dieser Stelle bereits erfahren, dass der Autor Funny van Dannen ist. Er ist obendrein der Künstler, dem man als Besitzer des Buches die dekorative Front verdankt.

Über rund 160 Seiten erfährt man aus dem Buch, welches mir in der Erstauflage von 2004 vorliegt, eigentlich nichts. Doch das auf teils sehr unterhaltsame Art und Weise.

Die grob gezählten 41 Kapitel umfassen eigentlich alle erdenklichen Themen und behandeln diese stets nicht ganz ernst oder sogar so unernst, dass nur schwer überhaupt ein Sinn in der Story zu erfassen. Die Kapitel verbindet inhaltlich, soweit ich mich entsinne, nichts und so erzählt jedes eine mal längere mal kürzere Geschichte. Diese Geschichten können teils sogar stattgefunden haben, jedoch sind andere auch wieder frei erfunden und handeln von sprechenden gelben Austern, welche den Herbst auslachen…

Das Buch ist nicht zuletzt Aufgrund seines begrenzten Seitenumfangs schnell durchgelesen. Aber es macht vor allem auch Spass zu lesen. So machen Lacher und meist gute Laune wird man sich kaum verkneifen können beim Lesen des Buches. Leider ist der Lerneffekt gleich Null und auch das Erinnern an die Geschichten fällt, zumindest mir, schon jetzt extrem schwer. Jede ist ja durchschnittlich auch nur vier Seiten lang…

Der Titel des Buches übrigens bezieht sich nur auf die erste Geschichte im Buch. Diese widerum handelt davon, dass Gott vor hat eine "perfekte" Familie zu kreieren, damit deren Kind die Welt rettet. Ganz nett, wenn auch nicht neu, oder? Naja, hier sucht sich Gott jedoch eine deutsche Frau mit Migrationshintergrund und Kind aus gescheiterter Beziehung aus. Dazu wird der "einfache" Roland als Mann auserwählt, via Genanalyse, sagt Gott zumindest. Der Schlussdialog dieser vierseitigen Story geht so:

Frau: "Was hast du solange gemacht?"

Roland: "Mit Gott gesoffen."

Frau: "Die ganze Nacht?"

Roland: "Die ganze Nacht!"

Frau: "Und, wie war’s?"

Roland: "Er hat alles bezahlt."

Was soll man dazu noch sagen, denn hier endet die Geschichte "Neues von Gott"?! In diesem Stil und mit eben dieser Absurdität sind auch alle anderen Geschichten geschrieben und sie können somit dem geneigten Leser sehr viel Freude bereiten.

Anbei sei noch erwähnt, dass der Leser vl. das 16 Lebensjahr erreicht haben sollte, denn nicht alle Geschichten sind so recht Jugendfrei. Allen anderen: Viel Spass beim Lesen!

Der Schwarm

jeder sollte inzwischen schon einmal davon gehört haben und wenn man mit offenen augen durch die läden geht, so entkommt man diesem buchtitel eigentlich auch gar nicht. das wohl mit erfolgreichste buch der letzten jahre und ich glaube immer noch auf den bestseller listen vorhanden. geschrieben 2004 vom deutschen autor frank schätzing.

ich selbst habe mich an den riesigen wälzer nur in digitaler form rangetraut und kann somit zwar nur aus der leicht gekürzten hörbuchfassung berichten, jedoch ist diese mit ihren 10 cd’s und über 700 minuten laufzeit, auch alles andere als besonders kurz.

im zuge der recherche zu dem buch konnte ich feststellen, dass es inzwischen sogar trailer im internet zu büchern gibt oder sagen wir mal besser zu diesem buch. über den sinn und unsinn dessen kann man hier selbst urteilen.

die absolut interessante story des buches beginnt in norwegen und kanada im prinzip zeitgleich. an diesen orten arbeiten und leben mehrere hauptprotagonisten des buches. der eine ist biologe an einem institut und der andere meeresforscher, welcher momentan vor allem mit walen beim walewatching zu tun hat. der norweger bekommt zufällig von einer seltsamen untersee-wurm art mit, welche kürzlich entdeckt wurde und er untersuchen soll. der meeresforscher wird auf einer ganz normalen bootstour plötzlich von walen attakiert, welche ganz offensichtlich gezielt menschen und booten angreifen.

ausgehend von diesen seltsamen entdeckungen finden überall auf der welt seltsame dinge im bezug auf meeresbewohner statt. so wird z.b. frankreich von einer seuche heimgesucht, welche von explodierenden hummern ausgegangen ist. davon beunruhigt und aufgeschreckt werden zunächst firmen aktiv, welche um ihr bohrinseln fürchten, welche an fragwürdigen meerespositionen angebracht, plötzlich seltsame statusdaten liefern. den letztendlichen ausschlag, welcher klar macht, dass hier etwas ganz grosses am werkeln ist, liefert eine gigantische flutwelle, welche die britische insel und das europäische festland überrollt. ausgelöst wurde sie durch das abrutschen eines gigantischen stückes der kontinentalplatte weit unter der wasseroberfläche, welche durch das "arbeiten" der neuen wurmart ausgelöst wurde.

nach den verheerenden folger der flutwelle in europa und zunehmenden ungereimtheiten überall auf der welt wird unter führung der usa ein treffen von führenden wissenschaftlern und natürlich militärs einberufen. dort beschließt man nach einigen aufbrausenden diskussionen die einberufung eines spezial teams, welches kontakt zu der neu kreierten rasse der "Yrr" aufnehmen soll.

die usa stellen dazu eine gigantische plattform im meer zur verfügung und läßt die forscher zunächst ungestört erfahrungen über den neuen vermeindlichen feind rausfinden. schnell stellt sich dabei heraus, dass die usa-führung deutlich andere ziele verfolgt als die wissenschaftler.

wie und warum dann letztendlich im sinne aller menschen die geschichte ein unerwartetes, wenn auch unbefriedigendes ende findet, will ich an dieser stelle nicht sagen, denn dies soll dem hoffentlich angeregten leser übrig bleiben.

das eigentlich interessante an dem buch sind, finde ich, die parallelen zu der aktuellen zeit. die usa, welche nahzu vorreiter in sachen umweltzerstörung sind und jedem politischen konflikt zunächst einmal mit militärischer gewalt begegnen. daneben staaten und wissenschaftler, welche diese rolle alles andere als tolerieren und mit händen und füssen sich versuchen zu wehren. dieses wird vor allem dadurch bestätigt, dass amerikanische militärs und "wissenschaftler" bis zuletzt behaupten, hinter den angriffen würden "islamistische" terroristen stecken. das wirkt vor dem hintergrund der angriffe schon fast lustig und wie eine parodie auf die usa.

abgesehn von der klasse story und dem aktuellen hintergrund dazu finde ich das buch aber insgesamt eher langweilig. nach anfänglichem guten spannungsaufbau und einführung in die personen und den wissenschaftlichen hintergrund, flacht die story dann ab dem treffen der wissenschaftler in den usa ab. ab dann geht es nur noch um den konflikt usa gegen den rest der welt. am "schlimmsten" wird es dann auf der platform auf der eine gefühlte ewigkeit ausgeharrt, geforscht und gekämpft wird. das hohe potential der story wird, finde ich, allzu flach und schnell verspielt. ebenfalls kann das ende der gesamten story nicht gerecht werden, wobei ich ehrlich bin und sagen muss, dass ich auch nicht wirklich wüsste, wie man das hätte besser machen können, jedoch erwartet man während des lesens einfach mehr zum schluss.

nicht desto trotz ist das buch klasse und ich denke das sowohl hörbuch, als auch das gedruckte werk, die meisten begeistern wird, welche mindestens schon etwa das 16. lebensjahr vollzogen haben. also: weg vom monitor und ab zum buchhändler deines vertrauens (oder am monitor online kaufen :)). danach lesen oder hören!