Die Globalisierung und ihre Gegner

Heute Nachmittag konnte ich erfolgreich dieses Buch als gelesen abhacken. Der Autor Claus Leggewie veröffentlichte es bereits 2003. Zu Beginn sei gleich gesagt, bei dem Buch handelt es sich nicht um eine politische Propagandaschrift irgendeiner Partei oder Organisation, sondern um ein Sachbuch eines Professors für Politikwissenschaften. Claus L. ist auch kein junger Spunt einer linken Partei, sondern Jahrgang 1950 und Direktor des Zentrums für Medien und Interaktivität in Gießen.

Der Inhalt des Werkes befasst sich ausgiebig mit dem Thema Globalisierung. Das Thema wird von Seiten beleuchtet, welche mir teilweise bis dato nicht bekannt waren und mir neue und interessante Denkanstöße und Sichtweisen gegeben haben. Wer es sich vornimmt, das Buch ebenfalls mal zu lesen, darf dies nicht übermüdet/angestrengt oder im Stress tun. Die ganze Zeit wird ein Vokabular verwendet, welches doch zumindest von meinem alltäglichen Sprachgebrauch weit entfernt ist. Es wird sehr viel auf politikwissenschaftlicher Ebene und in der Theorie gearbeitet, so dass ich durchaus gezwungen war, einige Absätze mehr als zweimal zu lesen, um sie zu verstehen. Das Buch zeigt auf gute Art, dass die Globalisierung keine so scheinbar einfache Sache ist, für die sich manchmal, suggeriert durch Medien&Organisationen, gehalten wird. Was alles zu beachten ist, um eine nicht westliche/deutsche/amerikanische/südliche…Globalisierung zu erhalten, überblicken wohl die wenigsten und die Bedeutung von Experten auf dem Gebiet, bekam für mich eine neue Begründung.

Das Resultat das Buches ist nicht etwa eine Abkehr von der Globalisierung, aber es zeigt sich, dass eine Globalisierung funktioniert, wenn sie nach neuen und ehrlichen Gesichtspunkten aufgebaut wird. Mit der berechtigten konstruktiven Kritik einiger Gegner der Globalisierung "wie wir sie kannten", einem kompromissbereiten Amerika und einem reformierten Europa ist einiges möglich, für eine Welt in Frieden. Das Gute ist, auch wenn dies noch eine ferne Zukunftsmusik ist, so ist doch der Mensch im Grunde dazu "verdammt" dort letztlich anzukommen…und so macht das Buch am Ende Mut für die Zukunft.

Salz der Erde

schon wieder? ja, schon wieder ein buch von und mit dem heutigen papst! bewusst während des lesens von "gott und die welt" gekauft.

das buch wurde vor "gott und die welt" geschrieben und befasst sich im gegensatz dazu mehr mit dem christen in der katholischen kirche und nicht so sehr mit dem weltlichen allerlei.

wieder wurde die interview form gewählt, dass heißt peter seewald interviewt den damaligen kardinal ratzinger in seiner funktion als oberster hüter des katholischen glaubens auf erden, quasi der rechten hand des papstes.

zunächst lernt man den heutigen papst als mensch kennen. seine kindheit und jugend, seine eltern, seine studienzeit…all das, was einen jeden menschen ausmacht und den papst für mich damit menschlicher gemacht hat, auch wenn ich es sehr seltsam finde, dass seine eltern joseph und maria heissen 😉

anschließend, im hauptteil des buches, geht es um die probleme und zustände der katholischen kirche in der welt, wobei auf lokale besonderheiten differenziert eingegangen wird. gerade als deutscher katholik, so denke ich, ließt man das ganze mit besonderem interesse. es wird einmal der blick aus rom auf deutschland beschrieben und im vergleich dazu, die situationen der anderen kontinente. dabei entsteht bei mir der eindruck, als wenn wir uns (als christen in deutschland) ein wenig zu wichtig nehmen und darüber hinaus anstand bei mir auch einsicht für bestimmte haltungen der kirche, welche hier in deutschland gerade so oft stein des anstosses werden.

der letzte teil, welcher ca. 70 der 300 seiten des buches umfasst, befasst sich mit den wegen aus der vermeindlichen krise der kirche. ein blick in die zukunft wird gewagt. der teil ließt sich ein wenig spannender heute, denn nun ist er selbst papst und hat quasi die zügel in der hand, auch wenn das eine vorstellung ist, welche man nach dem lesen des buches nicht mehr hat.

alles in allem ist das buch wieder ein interview mit einer durchweg sehr interessanten person oder zumindest mit meist interessanten fragen, welche eben dieser person gestellt werden. wer schon immer mal wissen wollte was den papst am vatikan stört, warum der islam eine nicht ganz so einfache religion ist, warum die kirche so streng ist oder ob gott zu wenig macht über die welt hat, der ist bei diesem buch genau richtig. alles was man mitbringen sollte ist ein gesundes interesse an der kriche oder im besten fall selber katholisch sein.

Gott und die Welt

klingt krass, is es auch. das buch, welches eine interviewreihe von peter seewald mit dem amtierenden papst benedikt xvi. bzw. ehemals joseph ratzinger beinhaltet.

fast 500 seiten lang ist das interview, welches stattgefunden hat, bevor j. ratzinger papst wurde und das auch theoretisch nur erahnen konnte. er war damals in einer funktion als hüter des glaubens der katholischen kirche, jedoch schon im mit höchsten amt, welches man neben dem papst haben kann.

was zunächst wie eine theoretische abhandlung von trockenem kirchenallerlei klingt, entwickelt sich auf den ersten seiten schon zu einem spannenden interview. der weltliche p. seewald fragt fragen, welche jeden interessieren ob christ oder nicht. die antworten stellen nicht immer zufrieden, weil sie doch nicht immer mit der eigenen konform gehen, aber es ist stets klar verständlich was gesagt wird.

das buch hilft die kirche ein stück weit zu verstehen. man findet antworten auf fragen des lebens, z.b. "was ist der sinn des lebens?". auch kritische themen, wie homosexualität oder verhütung werden besprochen. dazu alltägliches wie "warum läßt gott soviel leid zu?".

ich selbst würde mich nicht als erzkatholischen menschen bezeichnen und bin sicher kein vorzeigechrist, obwohl ich nach lesen des buches doch ein wenig hoffnungsvoller bin 🙂 und gerade deshalb oder auch trotzdem habe ich es mit begeisterung gelesen und kann JEDEM, christ oder nicht empfehlen es zu lesen. alles was man tun muss ist sich im klaren sein, dass dies kein spassiger roman ist und man sich auf die thematik einlassen muss. tut man dies, so findet man in dem buch eine art lexika für ein leben mit gott und der welt.

für alle christen eignet sich das buch anbei bestens um eine diskussionsgrundlage zu haben um seinen glauben zu verteidigen, falls nötig, und dabei gleichzeitig um ihn zu festigen.