Ei in der Mikrowelle

Nur zur Info: Mein persönliches Mysterium, ob ein rohes Ei einfach in der Mikrowelle verzehrfertig zuzubereiten ist, habe ist soeben gebusted…

Deutsche sind knauserig

Glaubst du nicht? –> Im diesmaligen (wie immer kostenlosen) Fluter (www.fluter.de) gabs nen schönen (neben vielen hochinteressanten) Artikel zum Thema Deutsche und die Zahlvarianten beim gemeinschaftlichen “Essen gehen”.

Paying the German Way

Wie ein Kellner darüber staunt, wenn die Gäste im
Lokal alle getrennt bezahlen

Meine Eltern sind in den frühen sechziger Jahren von Hongkong in die
Niederlande ausgewandert, wo ich geboren wurde. Als ich 15 Jahre alt
war, sind wir nach Deutschland umgezogen und haben ein Chinarestaurant
eröffnet, in dem ich nach der Schule immer als Kellner aushelfen musste.
Da habe ich hautnah erlebt, dass die deutsche Gründlichkeit kein
bloßes Klischee ist. Wenn größere Gruppen zum Essen kamen, dann haben
sie nicht nur getrennt bezahlt, sie haben sich sogar auf den Pfennig
genau von mir ausrechnen lassen, wer was hatte und wer wie viel bezahlen
muss. Bis aufs letzte Bier. Aus Holland kannte ich nur, dass eine
Restaurantrechnung grob zwischen den beteiligten Personen aufgeteilt
wurde. Aber in Deutschland bin ich manchmal eine halbe Stunde lang mit
dem Taschenrechner von Gast zu Gast gelaufen. „Paying the German way“
sagt man in den USA, wenn jeder für sich bezahlt. Ganz anders ist das
bei meiner Verwandtschaft in Hongkong. Da bricht nach dem Essen im
Restaurant regelmäßig ein Kleinkrieg darüber aus, wer bezahlen darf.
Auf diese Weise zeigt man den anderen seine Wertschätzung und demonstriert,
dass man wohlhabend ist. Da fliegen schon mal Portemonnaies
durch die Gegend, und es gibt ein regelrechtes Handgemenge. [Wing-Chung
Li (39 Jahre) – Niederländer mit chinesischen Wurzeln, fluter Nr. 41, http://www.fluter.de/heftpdf/issue106/artikel9999/pdf_article9999.pdf].”

Fand ich sehr amü- und interessant und werden mal versuchen was gegen den Trend zu tun, wenn ich mal wieder Gelegenheit dazu habe (freiwillig und nicht erzwungen)…

Good Food, Bad Food

Wilder deutscher Untertitel: Anleitung für eine bessere Landwirtschaft

Interessanter Film (erfahren davon über irgendwelche Greenpeace-Quellen, zuletzt erwähnt hier: http://jakob.ybals.de/2011/11/08/man-nehme/). Es geht, um was sonst, um Nahrungsmittelproduktion (früher hieß das Landwirtschaft).

Eigentlich nichts wirklich neues und irgendwie schon tausendmal gehört? Ja, ich auch. Aber hab ihn trotzdem geseh und wieder einige interessante, kuriose und schlimme Dinge erfahren.

Schwerpunkt des Films (IMDB http://www.imdb.com/title/tt1600731/, 113 Minuten, Januar 2011, Frankreich, 6.9 Wertung) ist die Landwirtschaft bzw. dessen Auswüchse, wie wir sie heute erleben. Angefangen wird bei vermeintlichen Gründen, die die Interviewten bereits in den Spätfolgen des zweiten Weltkriegs sehen.

Nicht nur dies auch andere Thesen des Film scheinen mir etwas weit hergeholt oder aber eigentlich nicht relevant um zum Schluss des Films zu kommen.

Ein gut einstudiertes Wort im ganzen Film ist “multinationaler Konzern”. Etwas nervend aber die einzelnen, teils hoch dotierten, Sprecher aus allen Teilen der Welt kennen sich ja nicht und wussten wohl nicht, dass das bereits die 10 anderen vor ihnen gesagt haben.

Also, nicht alles Gold was glänzt. Aber trotzdem ein sehr informativer und interessanter Film. Sehenswert.

Erklärungen zu biologischem/ökologischen Landbau, mit einem Hang zum Altertümlichen aber auch das ist für den Schlusskonsens GsD nicht relevant.

Mir hat es obendrein Lust auf Gartenarbeit bzw. die erste eigenen Ernte gemacht ;)

Was ein wenig gefehlt hat ist eine kritische Hinterfragung von Viehhaltung aber das eben diese zu oft als positiv herausgestellt wurde, wäre das wohl zu schwer geworden.

Der Film macht mir Mut, Freude und Hoffnung, denn ich glaube wieder ein Stück mehr, dass ich zu einer Generation gehören werden, die grundlegende gesellschaftliche und globale Veränderungen erleben darf und diese sogar gestalten kann, sofern sie denn will und gelassen wird. Die Welt wird besser und das wegen uns, denn sie muss!

Enhanced by Zemanta

Billig-Bio

Ich bin ja seit mittlerweile Jahren bekennender Bio-Produkte-Konsument/-Einkäufer. Gelegentlich muss man sich dafür bei allerlei Leuten rechtfertigen. Manchmal ist das gar nicht so einfach aber da es vor allem ne Grundeinstellungssache ist, die wenig mit tagesaktueller Politik oder Nachrichten zu tun hat konnte bislang mir niemand reinreden.

Aldi

Image via Wikipedia

Hinzu kommt, dass ich auch nicht geneigt bin andere zu missionieren und man allein dadurch vielen “Konflikten” aus dem Weg geht. Wer es natürlich mal wissen will, der bekommt von mir auch schonmal ausfürhlichere Antworten, als er vielleicht wollte…

Egal. Hin und wieder taucht das Argument auf, dass man ja, wenn man schon Bio kauft dann doch immer in den extra Bio-Supermarkt gehen muss, denn nur da würde man ja echtes, gutes Bio bekommen (was auch immer das sein mag).

Diesem Thema nahm sich das inzwischen auch in die Jahre gekommende Greenpeace Magazin in der Ausgabe 6/10 an. Das Ergebnis war auch für mich durchaus überraschend.

So ist es z.B. so, dass 95% aller deutschen Bio-Mastschweine aus Betrieben kommen, die neben dem EU-Bio-Siegel ein Weiteres tragen, welches einem ökologischen Anbauverband gehört. Überträgt man diese Zahl nur zum Teil auf andere Bereiche, so kann man davon ausgehen, dass ein Großteil aller Bio-Produkte “Premium-Bio” ist.

Nach Recherchen vom GPM kommt z.B. bei Aldi-Nord jede (!) Bio-Kartoffel von Naturland. Da gibt es Lieferverträge, welche eben hohen Absatz garantieren und damit niedrigere Preise ermöglichen. Für mehr als beide Seiten ein Gewinn.

Warum das nicht ausgewiesen wird? Ganz einfach, die Anbauverbände wollen ihr “Premium”-Siegel nicht verrammschen.

Der Artikel dazu im GPM ist auf jeden Fall für jeden lohnenswert, den das Thema nicht völlig kalt läßt der der “frißt” was man ihm auftischt…

Enhanced by Zemanta

Der Detailteufel ist manchmal…

…ein ganz schön kleiner.

Der Titel der Packungen deutet zunächst noch auf einen eklatanten Unterschied hin.

Bei näherer Betrachtung allerdings verschwindet dieser.

Und findet sich letztendlich in 0,7% Sojabohnen Volumeneinheiten wieder.

Durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass es sich um vermeindlich hochwertige Sojamilch handelt. Das heute kaum noch Vanille drin ist, wo’s drauf steht, daran hat man sich gewöhnt aber das die Aromen grundsätzlich als “natürliches Aroma” bezeichnet werden und damit eklatante Geschmacksunterschiede auf der Packung in den Inhaltsstoffen nicht mehr erscheinen, daran muss ich mich wohl jetzt noch gewöhnen.

Frisch auf den Müll

So lautet der Titel einer ARD-Dokumentation, welche Ende Oktober 2010 im Rahmen der ARD-Themenwoche “Essen ist Leben” ausgestrahlt wurde.

Die Zahlen darin haben auch mich mal wieder durchaus schockiert. Der Gedanke, dass 50 % der produzierten Nahrungsmittel im Wert von rund 20 Milliarden Euro (20.000.000.000 € ~ Aldi-Jahresumsatz) weggeworfen werden, nur weil wir schlicht und ergreifend zu viel produzieren ist schon umwerfend.

Interessant auch die Idee, Brot zu verbrennen, welches überschüssig ist. Könnte in der Summe ein AKW sparen. Na, wenn das nix. Feld bestellen, aussähen, ernten, mahlen, Brot backen, wegschmeißen und verbrennen. Ist das die neue Wertschöpfungskette?

Das ganze in Kombination mit der Tatsache, dass der Agrarsektor in der EU derjenige ist, welcher die meisten Subventionen eben genau für diesen Wahnsinn bekommt, kann schon latent sauer aufstoßen.

Was passiert nun? Nichts, denn das ganze ist selbst mir schon seit rund 10 Jahren bekannt.

Was kannst du tun? Bewusster konsumieren.

Wie? Dabei können dir Webseiten wie “Taste the waste” helfen.

Zum Einstieg der besagte kurze Filmtrailer, welcher als Vorgeschmack (welch Wortspiel) auf den kommenden Kinofilm gesehen werden kann: Frisch auf den Müll

Da nicht die Hoffnung zu verlieren fällt schwer und nur mein gläubiger Optimismus sagt mir, dass bekommen wir Menschen schon wieder hin.

Na dann, Mahlzeit!

Danacol – Medizin aus dem Supermarkt

Neulich war ich mal wieder in meinem örtlichen Discounter unterwegs auf der Pirsch nach Angeboten und nach Waren des täglichen Bedarfs. Meist kombiniere ich Letzteres mit Ersterem. Soll heißen, wenn ich beim Einkauf reduzierte Ware erspähe, die ich mir vorstellen könnte zu konsumieren oder zu besitzen, dann kaufe ich sie einfach, unabhängig davon, ob ich das sonst auch tun würde. Zumindest im Wesentlichen.

Nun gab es also wieder so ein Angebot an dem ich nicht vorübergehen wollte. 4 x Danone Danacol für 0,39€ (statt etwa 1,50€). Mein Sohn liebt diese Trinkjoghurts und da es sie eher selten bis nie bei uns gibt (Aufgrund des sehr fragwürdigen Gesundheitseffekts), sah ich die Gelegenheit ihm mal wieder eine Freude zu machen.

Gesagt, getan. Gekauft wurde also ein Produkt, dessen Vorderseite so aussieht:

Scan10002

Der Inhalt der Umverpackung schaut dann 4 mal so aus:

DSC00127

So weit, so harmlos. Bei genauem Hinsehen hätte man erhaschen können, dass das Zeug angeblich den Cholesterinwert senken soll. Nun gut, welches Produkt dieser Gattung tut nicht vermeidlich etwas für die Gesundheit?!

Interessanter ist dann schon die Grafik rechts unten:

Scan10002_Ausschnitt

Das Flaschensymbol soll einmal sagen, dass man nur eine Flasche davon am Tag trinken soll. Warum? Tja, da muss man sich die Rückseite angucken.

Die sieht dann erst mal so aus:

Scan10004

Auch eher normal als ungewöhnlich. Halt viel Text und vermeidlich wenig Sinnvolles. Doch Vorsicht, denn hier hat es das Kleingedruckte in sich:

Scan10004_Ausschnitt

Schon der erste Satz hätte meines Erachtens vorne in Rot auf die Packung gehört: “DANACOL ist ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Cholesterinspiegel im Blut senken möchten.” Und was ist, wenn ich das nicht will? Geht’s mir dann eigentlich schlecht danach? Lesen wir doch mal weiter:

  • Es wird empfohlen nicht mehr als 3g Pflanzensterine am Tag zu sich zu nehmen.” Aha. Was bitte? Ich denke mal hier findet sich der grafische Hinweis der Vorderseite wieder.
  • “Personen, die cholesterinsenkende Medikamente einnehmen, sollten sich bei der Verwendung von DANACOL regelmäßig ärztlich beraten lassen.” Gut ich sollte also einen Arzt am Besten vor, nach und bei der Einnahme konsultieren. Scheint mir bei einem solchen Zeug auch ratsam, auch wenn man keine cholesterinsenkenden Medikamente einnimmt.
  • “DANACOL wird für Schwangere und stillende Frauen und Kinder unter 5 Jahren nicht empfohlen.” Wow. Kinder unter 5! Ich konnte kurz vor dem Ansetzen das Getränk meiner stillenden Frau entreißen und mein Sohn hat selbstverständlich von dem tollen Zeug auch nix bekommen.

Na, auch ein ungutes Gefühl im Bauch? Ich finde solch ein Zeug gehört in die Apotheke und nicht in den Supermarkt neben andere Produkte des alltäglichen Bedarfs.

Auch wenn es sicher so ist, dass kein akutes Gesundheitsrisiko davon ausgeht, so sind doch solche Hinweise auf einem vermeidlichen Joghurt anders (wesentlich deutlicher) zu deklarieren. Obendrein sollte es vielleicht extra gestellt werden, vielleicht in die Nähe von Diät-Schokolade.

Mich als durchaus kritischen Einkäufer, der an allen Marken schon aus Prinzip vorbeigeht und versucht nur echte Qualität zu kaufen (dem Geldbeutel entsprechend und von Sonderangeboten abgesehen, wie oben erwähnt), hat das Produkt schlichtweg geschockt. Ich hätte das nie gekauft. Das ist Kundentäuschung.

Ein gutes hat die Erfahrung für mich: Es hat mich darin bestätigt, wie ich einkaufe. Kein Marken, nur echte Qualität und in Zukunft werde ich einen zusätzlichen Blick auf die Angebote werfen, welche mich sonst zu schnell von meinen Prinzipien abbringen.

Guten Appetit!

Immer noch Fleischesser?

Und immer noch Lust bekehrt zu werden?

Nachschlag: Krieg der Tiere

Und besser? Jetzt steht dem eingefleischten Fleischesser wohl nur noch der eigene Wille im Weg.

Ist auch nicht einfach der Schritt und ich kann nur sagen, dass ich auch über Umwege dahin gekommen bin aber es hat sich gelohnt. Man fühlt sich freier. Man isst und ist bewusster. Der Konsum unterliegt einem ständigen hinterfragen, was uns allen und dem Geldbeutel gut tut.

Fehlt mir was? Ja, Döner! Aber bin ich das bereit für eine bessere Menschheit, globale Artenvielfalt und den Klimaschutz aufzugeben? Ja, ich bin. Du auch?