Neues aus dem Hosenladen…

Will mir grad mal wieder ein Paar Hosen kaufen. Konnte durch meinen citynahen Arbeitsplatz wiederholt Werbung von H&M und C&A sehen, welche mir versprachen für schnelles Geld viel Hose zu bekommen.

Nun, wie bekannt habe ich einen kleinen Anspruch an so fast allem, so eben auch an Kleidung. Über Optik lässt sich ja streiten über Herstellung & Ursprung weniger, wie ich meine.

1. Versuch, C&A: Die aktuelle Werbung macht ja einen auf Öko-/Bio-Stoffe. Eine freundliche Verkäuferin zeigt mir die Hosen, die ab 9 Euro zu haben sind.

Q: Wo werden die Hosen hergestellt?

A: Keine Ahnung und das wissen wir über keine der Sachen außer bei Unterwäsche und die kommt wohl meist aus Bangladesch.

Q: Was sagt denn das “Made in”-Schild?

A: Gibt’s definitiv in keinem der Kleidungstücke.

Gut äh, damit war die Sache für mich und C&A und Öko-/Bio-Stoffe (an denen dann wohl eher Blut klebt) vollständig erledigt und ab ging’s zur Konkurrenz.

2. Versuch, H&M: Ich habe keine Verkäuferin ansprechen können, da mir das hätte zu lange gedauert bei dem Betrieb aber ausreichend Infos bekam ich trotzdem. Bei H&M steht in zumindest jeder Hose, die ich in der Hand hatte, woher sie kommt. Zwar hatte sich damit die Sache dann auch erledigt, denn auch hier gibt’s fast nur Sachen aus Pakistan, Indien und Bangladesch aber immerhin wird kein Geheimnis draus gemacht.

Was bleibt? Die Konkurrenz, Second-Hand und die Erkenntnis, dass man nach wie vor für wenig Geld auch wenig bekommt.

Über 8 Ecken…

…bin ich hier drauf gestoßen: http://bayern.jogspace.net/2012/01/16/pressespiegel-zum-hungerstreik/

Schon immer wieder krass, wie die Asylpolitik/Bleiberechtsregelungen/Ausländerpolitik in Deutschland aus den Medien ferngehalten wird. Nahezu kein Presseecho. Ich erfahre davon jetzt und das obwohl ich eigentlich fast jeden Tag Zeitung lese und einmal pro Woche min. doch die 20 Uhr Nachrichten schaffe.

Ich bin ja (k)ein Fan von Verschwörungstheorien aber das bis auf Frontex-Einsätze es kaum mal was zu dem Thema in die Nachrichten schafft ist schon irgendwie symptomatisch…

Persepolis

Mal wieder was nicht aus dem Mainstream geguckt und es hat sich gelohnt. Zeichentrick für Erwachsene (und ohne pornografischen Hintergrund).

Rund 95 Minuten dauert der Comic, welcher fast ausschließlich in schwarz-weiß gezeichnet wurde. Bereits 2007 wurde er in Frankreich seinem Ursprungsland und Deutschland veröffentlicht. Gewann sogar in Cannes nen Preis.

Die Autorin, welche aus dem Iran stammt und nun in Frankreich lebt und dort die Comics und den Film gemacht hat, wird wohl mindestens einen Teil ihres Lebens in dem Film verarbeitet haben. Der Film dreht sich nämlich um ein kleines Mädchen, welches die ersten Lebensjahre im Iran während der Revolution dort verbringt. Ebenso der anschließende Iran-Irak-Krieg, welcher zumindest mir nicht wirklich im Kopf war (ca. 1 Mio. Tote!).

Sie verbringt dann, nicht zuletzt Aufgrund der post-revolutionären Entwicklung (der Iran wird zum islamischen Staat, siehe tagesaktuelle Politik), ihre Jugend in Österreich (Wien). Kehrt dann nach vielen Irrungen in den Iran zurück, jedoch nur um in schlussendlich wieder zu verlassen in Richtung Frankreich, wo sie dann wohl später nen Comic aus ihrem Leben macht…

Der Film ist also eine sogenannte Coming-Of-Age-Story. Immer mit dabei der politische und gesellschaftliche Hintergrund im jeweiligen Land. Dabei wird klar, wie wichtig besonders in harten Zeiten die Familie sein kann, sofern man zu dieser ein Verhältnis hat. Gut dargestellt ist zu diesem Thema der Unterschied zwischen familiärer Wahrnehmung westlicher und nicht-westlicher Jugendlicher.

Hauptthema bleibt jedoch die politische Situation und Entwicklung im Iran, welche für die Protagonistin stets lebenswegweisend ist. So erhascht man einen kurzen intenvsiven und tiefen (Ein-)Blick auf ein Land und sein Inneres und das eben von einem Land, welches die Wenigsten besuchen können/wollen/dürfen und welches sonst nur durch Medien aufgenommen wird.

Die 8.0 Wertung in der IMDB halte ich für völlig berechtigt. Der Film lohnt sich. Ernstes Thema sehr gut informativ und gefühlvoll umgesetzt.

Enhanced by Zemanta

Win Win

Es ist schon spät aber trotzdem, den Film will ich meiner kleinen geneigten Leserschaft trotzdem noch kurz ans Herz legen.

Homepage: http://www.winwin-derfilm.de/

IMDB-Eintrag: http://www.imdb.com/title/tt1606392/ (hat von mir ne 8 Sterne bekommen)

Knapp über 100 Minuten aus dem Genres Drama und Komödie. Bester Film, den ich seit geraumer Zeit gesehen habe und das, wo ich durchaus an die 3-5 Filme pro Woche sehe.

Wer also mal in nächster Zeit nicht genau weiß, worauf er sich einlassen soll, wenns ums filmische geht, der greift hier nicht ins schwarze Loch.

Anmerkung: Nicht vom ggf. schlechten Storyzusammenfassungen irritieren lassen.

Der Film ist mehr Drama als Komödie und einfach gut realistisch und nur ein wenig schlecht im Sinne der Mutter aber vielleicht eben auch realistisch… Genug erzählt -> Ansehn!

Birdwatchers

Es ist Samstag, es ist nach 23 Uhr, ich habe Zeit…

Der Film Birdwatchers („Das Land der roten Menschen“, 104 Minuten, 2009, Deutschland, IMDB 6,9) lag hier schon eine kleine Weile rum bevor ich ihn mir dann mal angesehn habe. Es ist leider auch schon wieder eine kleine Weile her, dass ich ihn gesehen habe. Doch der Film wird GsD nicht so schnell vergessen!

Aufmerksam bin ich auf den Film durch eine der vielen Umweltorganisationen oder zumindest auch welche, die es gerne wären, geworden. Wenn ich mich recht entsinne, dann sogar in einer Mitgliedszeitung davon. Aber so genau weiß das wohl keiner mehr…

Nun aber zum eigentlichen, dem Film. Einen kleinen aber durchaus guten Vorgeschmack gibt der Trailer, welcher auf der Homepage des Films anzusehen ist: http://birdwatchers.pandorafilm.de/

Worum geht es? Um die Kommerzialisierung, Ausbeutung und Vertreibung der „Ureinwohner“ des Amazonasgebietes. Es handelt sich dabei um eine Art Spielfilm mit dokumentarischem Charakter, wobei mir grad nicht die Hintergrundinfo vorliegt, wonach ich sagen könnte, dass das ganze auf einer wahren Begebenheit beruht, allerdings ist das auch irgendwie recht offensichtlich.

Eigentlich ist damit so ziemlich alles gesagt aber ein wenig mehr Details will ich noch liefern, bevor man den durchaus sehenswerten Film dann selbst sieht.

Die Indianer sind im Konflikt mit dem Landraub, welcher meist von „alten“ weissen „Kolonialisten betrieben wird, die leider auch schon seit Generationen genau das tun und sich nun schwer tun damit, dass das plötzlich alles nicht mehr so weiter gehen soll.

Es kommt zu keinen bewaffneten Konflikten, doch der Wunsch danach wächst beeindruckenderweise beim Zuschauen. Die Ungerechtigkeit schreit einfach zum Himmel.

Es wird klar Pro-Ureinwohner gefilmt. Doch scheint unter menschlichen Gesichtspunkten kaum ein anderes Bild filmbar.

Schön ist, dass das ganze eine Spielfilm ist und somit unkommentiert gezeigt wird, was auch dokumentarisch sein könnte. Die Ruhe im Film macht den Film so wirklich und fühlbar.

Das wirklich schlimme am Ganzen ist wie immer, dass man den Film gemütlich im heimischen Kino oder Wohnzimmer schaut und irgendwann dann doch unweigerlich der Gedanke ins Gehirn steigt, dass man da grad keine Fiktion ansieht, sondern Alltag von Menschen (und auch wenn das immer recht sinnfrei ist, so scheint es doch den Wirkungsgrad zu verstärken, auch inkl. Kindern und Frauen).

Menschen ihr Land zu nehmen auf dem Generationen groß und alt geworden sind, scheint nicht nur ungerecht, sondern in anbetracht des Zweckes auch schlicht unnütz.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern beim Verzehr des nächsten Steaks KEINEN guten Appentit, sondern ein schlechtes Gewissen, denn dafür wurden am anderen Ende der Welt Menschen (darunter Kinder und Frauen…) vertrieben, ausgebeutet, …

Ausverkauf der Flüchtlingsrechte

Ich bin schon seit geraumer Zeit passiver Mitleser/Postempfänger von Pro Asyl. Eine der letzten Aktionen von denen ist es nun verschuldet, dass ich das mal hier öffentlich mache um einfach den Impact ein wenig zu erhöhen.

Pro Asyl kümmert sich ganz allgemein um Asylsuchende. Fokus liegt (derzeit ?) auf Asylsuchende, welche von überall versuchen in Europa Fuß zu fassen. Der Förderverein richtet seine Arbeit vor allem auf das Warum und die Situation der Asylsuchenden vor Ort bzw. an den immer besser geschützten Grenzen Europas.

Welche Auswüchse „Schutz“ haben kann und wie erstaunlich wenig davon und wie in den Medien ankommt, wurde zumindest mir, erst durch Infos von Pro Asyl bewußt.

Da es für die meisten Menschen schlicht unvorstellbar ist, was es heißt seine Heimat aufzugeben und von anders zu anfangen zu müssen, beschrönken die sich darauf die bösen Asylbewerber zu brandmarken und Grenzzäune auszubauen. Nicht vergessen wird dabei stets das noch viel bösere Israel für seinen Zaun zu kritisieren…

Ein großer Vorteil für uns Deutsche ist: Die Grenzen Europas sind weit weg. Somit ist das nur ein Randproblem unserer Gesellschaft und taucht auch nur dort in den Medien auf, wenn nicht grad mal wieder ein besonders wackeliges Boot mit vielen Frauen und Kindern nach tagelanger Irrfaht untergegangen ist und fast alle langsam dahinsterben mussten…

Genug aber von mir, bitte nimm dir, geneigter Leser, die Zeit und ließ mal das inkl. der Anhänge: Libyen: PRO ASYL startet Kampagne zur Aufnahme von Flüchtlingen

Enhanced by Zemanta