Der Herr der Ringe – Die Trilogie

Ich habe ein wenig überlegt ob ich alle drei Filme über einen Kamm schere oder nicht. Die Überlegung war schnell erledigt. Drei murksige Filme hat man am Besten auf einmal und schnell abgehackt.

Mehr als drei mal 180 Minuten Naturaufnahmen mit guten Action-/Kampfsequenzen (anno 2001 – 2003) unterbrochen und schwer bis gar nicht zu erkennenden Zusammenhägen/Wegen/Handlungen. Ohne Buchwissen als Hintergrund einfach nur größtenteils Unerklärlich und damit etwa so aufregend wie neun Stunden Discovery Channel

Sicher die Filme sind gut gemacht. Das sieht auch echt alles recht geil aus aber wo ist die Story bzw. der Zusammenhang zwischen Szenen. Warum werden wilde Beschlüsse gefaßt oder Wegen eingeschlagen? Da wird ein lebensbedrohlicher Weg eingeschlagen, weil jemandem sein Gefühl sagt, dass der einfache Weg jetzt eher schlecht wäre…

Ja, es gibt wenige Filme, die ans Buch rankommen aber bei manchen sollte man es vielleicht einfach lassen, sie überhaupt zu verfilmen.

Worum es geht erspar ich mir mal ausnahmsweise zu sagen. Nicht nur weil es sehr ausarten konnte, sondern auch, weil teils schwer zu erklären ist (im Detail), mal abgesehen vom offensichtlichen dem Ring.

Es wird viel gelaufen, geredet, geschwafelt, gekämpft. Dazu ein bissel Herzschmerz und Natur bzw. das, was dann laut Film davon übrig ist und darin/darauf rumkreucht und fleucht.

Helden kommen und gehen und kommen wieder…

Message? Zauberringe sind nix für kleine Kinder und Hobbits?!

Muss man mehr sagen? Ich denke nein. Der Film trifft sicher auf geteilte Meinungen, dies ist meine und ich habe trotzdem alle drei Teile im Kino gesehn und anschließend teilweise nochmal per DVD und anderer Medien. Vielleicht liegt es am Genre (Fanatsy-Action) grundsätzlich aber ich denke mir einzubilden auch da schon öfters vom Gegenteil überzeugt werden zu sein.

Übrigens: Für Hardcore-Fans und/oder Interessierte sind die beiden (kostenlos und frei ansehbaren Fan-) Filme vielleicht durchaus sehenswert.

Persepolis

Mal wieder was nicht aus dem Mainstream geguckt und es hat sich gelohnt. Zeichentrick für Erwachsene (und ohne pornografischen Hintergrund).

Rund 95 Minuten dauert der Comic, welcher fast ausschließlich in schwarz-weiß gezeichnet wurde. Bereits 2007 wurde er in Frankreich seinem Ursprungsland und Deutschland veröffentlicht. Gewann sogar in Cannes nen Preis.

Die Autorin, welche aus dem Iran stammt und nun in Frankreich lebt und dort die Comics und den Film gemacht hat, wird wohl mindestens einen Teil ihres Lebens in dem Film verarbeitet haben. Der Film dreht sich nämlich um ein kleines Mädchen, welches die ersten Lebensjahre im Iran während der Revolution dort verbringt. Ebenso der anschließende Iran-Irak-Krieg, welcher zumindest mir nicht wirklich im Kopf war (ca. 1 Mio. Tote!).

Sie verbringt dann, nicht zuletzt Aufgrund der post-revolutionären Entwicklung (der Iran wird zum islamischen Staat, siehe tagesaktuelle Politik), ihre Jugend in Österreich (Wien). Kehrt dann nach vielen Irrungen in den Iran zurück, jedoch nur um in schlussendlich wieder zu verlassen in Richtung Frankreich, wo sie dann wohl später nen Comic aus ihrem Leben macht…

Der Film ist also eine sogenannte Coming-Of-Age-Story. Immer mit dabei der politische und gesellschaftliche Hintergrund im jeweiligen Land. Dabei wird klar, wie wichtig besonders in harten Zeiten die Familie sein kann, sofern man zu dieser ein Verhältnis hat. Gut dargestellt ist zu diesem Thema der Unterschied zwischen familiärer Wahrnehmung westlicher und nicht-westlicher Jugendlicher.

Hauptthema bleibt jedoch die politische Situation und Entwicklung im Iran, welche für die Protagonistin stets lebenswegweisend ist. So erhascht man einen kurzen intenvsiven und tiefen (Ein-)Blick auf ein Land und sein Inneres und das eben von einem Land, welches die Wenigsten besuchen können/wollen/dürfen und welches sonst nur durch Medien aufgenommen wird.

Die 8.0 Wertung in der IMDB halte ich für völlig berechtigt. Der Film lohnt sich. Ernstes Thema sehr gut informativ und gefühlvoll umgesetzt.

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Good Food, Bad Food

Wilder deutscher Untertitel: Anleitung für eine bessere Landwirtschaft

Interessanter Film (erfahren davon über irgendwelche Greenpeace-Quellen, zuletzt erwähnt hier: http://jakob.ybals.de/2011/11/08/man-nehme/). Es geht, um was sonst, um Nahrungsmittelproduktion (früher hieß das Landwirtschaft).

Eigentlich nichts wirklich neues und irgendwie schon tausendmal gehört? Ja, ich auch. Aber hab ihn trotzdem geseh und wieder einige interessante, kuriose und schlimme Dinge erfahren.

Schwerpunkt des Films (IMDB http://www.imdb.com/title/tt1600731/, 113 Minuten, Januar 2011, Frankreich, 6.9 Wertung) ist die Landwirtschaft bzw. dessen Auswüchse, wie wir sie heute erleben. Angefangen wird bei vermeintlichen Gründen, die die Interviewten bereits in den Spätfolgen des zweiten Weltkriegs sehen.

Nicht nur dies auch andere Thesen des Film scheinen mir etwas weit hergeholt oder aber eigentlich nicht relevant um zum Schluss des Films zu kommen.

Ein gut einstudiertes Wort im ganzen Film ist “multinationaler Konzern”. Etwas nervend aber die einzelnen, teils hoch dotierten, Sprecher aus allen Teilen der Welt kennen sich ja nicht und wussten wohl nicht, dass das bereits die 10 anderen vor ihnen gesagt haben.

Also, nicht alles Gold was glänzt. Aber trotzdem ein sehr informativer und interessanter Film. Sehenswert.

Erklärungen zu biologischem/ökologischen Landbau, mit einem Hang zum Altertümlichen aber auch das ist für den Schlusskonsens GsD nicht relevant.

Mir hat es obendrein Lust auf Gartenarbeit bzw. die erste eigenen Ernte gemacht ;)

Was ein wenig gefehlt hat ist eine kritische Hinterfragung von Viehhaltung aber das eben diese zu oft als positiv herausgestellt wurde, wäre das wohl zu schwer geworden.

Der Film macht mir Mut, Freude und Hoffnung, denn ich glaube wieder ein Stück mehr, dass ich zu einer Generation gehören werden, die grundlegende gesellschaftliche und globale Veränderungen erleben darf und diese sogar gestalten kann, sofern sie denn will und gelassen wird. Die Welt wird besser und das wegen uns, denn sie muss!

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Win Win

Es ist schon spät aber trotzdem, den Film will ich meiner kleinen geneigten Leserschaft trotzdem noch kurz ans Herz legen.

Homepage: http://www.winwin-derfilm.de/

IMDB-Eintrag: http://www.imdb.com/title/tt1606392/ (hat von mir ne 8 Sterne bekommen)

Knapp über 100 Minuten aus dem Genres Drama und Komödie. Bester Film, den ich seit geraumer Zeit gesehen habe und das, wo ich durchaus an die 3-5 Filme pro Woche sehe.

Wer also mal in nächster Zeit nicht genau weiß, worauf er sich einlassen soll, wenns ums filmische geht, der greift hier nicht ins schwarze Loch.

Anmerkung: Nicht vom ggf. schlechten Storyzusammenfassungen irritieren lassen.

Der Film ist mehr Drama als Komödie und einfach gut realistisch und nur ein wenig schlecht im Sinne der Mutter aber vielleicht eben auch realistisch… Genug erzählt -> Ansehn!

Das Waisenhaus

Was ein Film und was für ein Unterschied zum letzten hier erwähnten (Belphegor – Das Phantom des Louvre)!

Der spanische (!) Horror-Thriller aus dem Jahre 2007 schaffte es mich fast seine gesamte Laufzeit von knapp über 100 Minuten regelrecht zu fesseln, auch wenn das Ende ein wenig enttäuschend war.

Auch nach dem erneuten Ansehen des Trailers laufen mir durchaus wieder kalte Schauer über den Rücken. Interessant hier bei, besonders beim direkten Vergleich mit dem vorher beschriebenen Film ist, dass er es schafft trotz surrealer Dinge, so realistisch bzw. glaubwürdig zu bleiben, dass man es kaum schafft zu abstrahieren, was dem Film natürlich unglaublich zu Gute kommt.

Es geht darum, dass eine junge Familie quasi zurück zu ihren Wurzeln geht. Genauer gesagt geht nur die Mutter zurück, denn sie zieht inkl. Anhang in das Waisenhaus, in dem sie groß geworden ist. Klingt erstmal etwas absurd, ist es auch aber nunmal hier die Story und das Waisenhaus ist natürlich seit vielen Jahren verlassen. Liegt dafür aber unmittelbar am Strand und in ruhiger Lage.

Na klar, es spukt im Haus. Aber das bekommt zunächst nur der Junge der Familie mit und läuft damit bei den Eltern nicht unbedingt immer offene Türen ein. Die “Wahnvorstellungen” und neuen unsichtbaren Freunde nehmen auch noch zu und so langsam beginnen die Eltern sich sorgen zu machen.

Dann, nach einem Fest ist der Junge plötzlich verschwunden. Polizei, Freunde und Eltern suchen vergebens. Selbsthilfegruppen werden besucht aber die Mutter kann nicht glauben, dass ihr Sohn tot ist.

Um dem Spuk ein Ende zu machen (mittlerweile beginnt auch die Frau seltsame Dinge zu sehen/bemerken) beschließt der Mann umzuziehen und das alles hinter sich zu lassen. Die Frau hat inzwischen schon Hilfe von Medien und Dergleichen aufgesucht, die sie ermutigen ihren Weg weiter zu verfolgen, denn alle können Anomalitäten im Haus “messen”.

Der Showdown ist sehr gut gelungen und das Rätsel des verschwundenen Jungen wird gelöst… Das Ende selbst, wie gesagt, nicht mein Fall aber durchaus passend und von mir auch durchaus schwer besser zu konstruieren.

Ich finde der Film eignet sich Bestens um sich ein mulmiges Gefühl zu verschaffen. Selten so guten ruhigen Horror gesehn. Wer sowas mag: Ansehn!

Belphégor – Das Phantom des Louvre

OMG! Was war das? Man weiß es nicht. Man weiß es wirklich nicht.

Sophie Marceau

Sophie Marceau (Image via RottenTomatoes.com)

Rund 100 Minuten französischer Horrorfilm aus dem Jahre 2001 sollten es werden. Geworden ist daraus nichts.

Gut, der Trailer hätte einen vorwarnen können. Aber irgendwo bin ich mal über diesen Film gestolpert und was ich mir in den Kopf setzte wird leider meist auch irgendwann umgesetzt.

Worum geht es? Das sagt eigentlich schon der Titel. Ein Phantom treibt im französischen Museum Louvre sein Unwesen. Auch wenn das folgende nicht üblich ist, hier muss es als Warnung raus: Es handelt sich bis zum Schluß in der Tat um einen Geist auch wenn dieser teilweise im Körper eines Anderen oder einer Anderen gefangen gehalten wird.

Ein bissel drumherum Story gibt es auch, wobei einzig die Schauspielerin Sophie Marceau dadurch positiv erwähnt werden kann, dass sie durchaus gut aussieht und mir vollkommen unklar ist, warum sie in diesem Film mitspielt.

Also beim nächtlichen Spaziergang durchs Louvre, welches durch einen versehentlichen Tunnel betreten wurde wird man von einem Geist befallen, der aus dem alten Ägypten kommt und keine Ruhe finden kann…

Nur ein altes Ritual…

Ein bisschen wie “Die Mumie” für Arme. Und das bei einem Film wie “Die Mumie” zu sagen, muss schon was heißen…

Also gut, genug Platz im Internet für einen solchen Film verschwendet. Der Film “Belphégor – Das Phantom des Louvre” ist nicht zu empfehlen und eine IMDB Bewertung von 4,4 ist glatt untertrieben.

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Fleisch ist mein Gemüse

Die Wäsche hängt, das Geschirr ist abgewaschen, Arbeit wurde mit nach Hause genommen und ist auch erledigt. Was bleibt? Der Blog.

Bekanntlich bin ich zwar kein Lesemuffel aber wenn es schonmal nen Film zum Buch gibt, dann guck ich lieber den Film als mir ewig das Buch anzutun. Sicher verpasst man dabei so manches aber ich denke das wesentliche muss und kann ein Film auch transportieren und wenn er es eben nicht schafft, dann was das Buch wohl auch nicht so der Burner. Uah, was ein Wort.

Fleisch ist mein Gemüse ist nun also der Film zum Buch von Heinz Strunk. Der Film kam hierzulande 2008 in die Kinos und lief dort jeweils rund 97 Minuten. Die magere Wertung auf IMDB kann ich nicht ganz  nachvollziehen und deshalb habe ich mich auch gleich mal da angemeldet und das ganze etwas nach oben “korrigiert”.

Der Trailer ist finde ich durchaus schon ein humoristischer Vorgeschmack auf das, was einen erwartet. Die Homepage zum Film dagegen gewohnt verwirrend zu bedienen und inhaltlich sinnfrei.

Was passiert im Film eigentlich? Der Trailer läßt dies ja nur bedingt erahnen. Vielleicht gut so, denn die Geschichte von einem jungen Mann, der mit mittelmäßigem Talent zum Instrumentespielen von einer Band aufgenommen wird, die keinem Erfolgsdruck auch nicht gewachsen ist und mit ohne ohne diese versucht sich durchs Leben zu finanzieren, während seine korpulente Nachbarin und seine Mutter andere “Wege” gehen, würde vielleicht nicht so vom Hocker hauen. Schöner Satz ist das geworden…

Aber genau darum geht es. Gott sei Dank sind dazwischen noch “Romanzen”, Castings, jede Menge Musik und Leute die diese Hören und sich rhytmisch zu ihr bewegen. Dem unbeholfenen “Star” des Films dabei aus der Zuschauerperspektive und in der Erzählerrolle zuzusehen, wie er durch sein Leben stolpert, macht einfach Spaß.

Die etwas merkwürdige Rahmenstory mit den Hirschen an der Wand und das Ende als solches, hätte ich sicherlich anders gemacht aber andererseits ist es vielleicht auch genau das, was zu dem Film passt. So hat man am Ende eigentlich nix gelernt, keine schlechte Laune und trotzdem war man amüsiert und hat den Film genossen.

Ich jedenfalls wünsche den nächsten Zuschauern ebenfalls viel Spaß dabei. Es lohnt sich.

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Ein Prophet

Zur Zeit gilt: Diclofenac makes my day…was mich aber nicht davon abhält zu arbeiten und zu bloggen…

In der IMDB immerhin eine 8.0 brachte dieser rund 150 Minuten lange, französische Film aus dem Jahre 2009. Er zählt damit laut den regelmäßigen Nutzer der Datenbak zu den 5000 besten Filmen dort. Das können nur etwa 5000 Filme von sich sagen…

Worum geht es? Ein junger Mann kommt wegen einer Lappalie in den Knast und lernt dort Leute kennen, welche ihn mehr oder minder dazu zwingen erst richtig ein Krimineller zu werden.

Fortan steigt er auf und auf und auf. Als “Sprössling” des Gangsterbosses aus dem Knast wird er schnell in seinen Kreis der Vertrauten eingeweiht und gehorcht zwar stets, profitiert aber auch schnell von den Vorzügen.

Die ganze Zeit über genügt ihm aber diese Lakaien dasein nicht und er versucht von Anfang an mit allen eigentlich konkurrierenden Banden (im Knast und Ausserhalb) zu reden und Geschäfte zu machen.

Für wen er spielt, bleibt stets sein Geheimnis und eigentlich spielt er nur für sich, was aber erst gegen Ende im ganzen Ausmaß sichtbar wird.

Der Film ist spannend, brutal und wahrscheinlich relativ ehrlich, wenn sicher/hoffentlich auch nicht ganz realistisch. Er kratzt an gesellschaftlichen Migrations- und Integrationsproblemen Europas am Beispiel der Franzosen.

Die IMDB 8.0 finde ich leicht überzogen aber er ist absolut nicht schlecht und sehenswert, dass zeigen auch seine durchaus nennenswerten Preise, die er abbekommen hat. Von daher ist die Bewertung sicher nicht nur nötig um sich von dem ganzen Ramsch abzuheben, der unter 8.0 bewertet ist…

Genug erzählt, wer Lust auf typisch französischen, unverblümten, Gangster-/Drogen/Knast-Film hat, der soll sich den angucken. Keine leichte Kost aber ok.

Cashback

Es ist nicht Wochenende aber ich habe seit etwa 30 Minuten meine Arbeit hinter mir gelassen und somit endlich Zeit mich in meiner freien Zeit auch noch vor die “Kiste” zu hocken…

Die “harten” Fakten:

  • rund 100 Minuten
  • zwischen 2006 und 2007
  • aus Großbritannien

Bekannte Schauspieler? Fehlanzeige.

Der Filminhalt bzw. sein Hauptanliegen/Hauptbeschäftigung zeigt der Trailer eigentlich schonmal ganz gut.

Der junge Mann leidet doch sehr unter einer kürzlichen Trennung und hat nun eklatante Schlafstörungen, die in dazu bringen, seinen Schlaf gegen bezahlte Arbeit zu tauschen.

Nicht zuletzt aufgrund des Schlafmangels kann der Protagonist, welcher aus der ich Perspektive die ganze Zeit berichtet, besondere Ereignisse wahrnehmen, sich vorstellen, konstruieren und erleben.

Es ist ein Philosophieren über Zeit, Arbeit und Liebe. Das ganze unter dem Motto: “Lebe dein Leben” oder “Lebe deinen Traum”

So entdeckt der junge Mann auch sein Talent (?) zum Malen wieder und wendet es an.

Neben dem ganzen Subtext geht es natürlich in der Handlung auch voran und die ist mal lustig, mal ruhig aber eigentlich immer nett anzusehn und nie langweilig.

Ich selbst bin auf den Film ebenfalls über eine Kritik aufmerksam geworden. Das Interesse wurde berechtigterweise geweckt, wie ich nun sagen kann.

Ansehen lohnt sich durchaus auch wenn man keinen weltverändernden oder weltbewegenden Streifen erwarten sollte.

Birdwatchers

Es ist Samstag, es ist nach 23 Uhr, ich habe Zeit…

Der Film Birdwatchers (“Das Land der roten Menschen”, 104 Minuten, 2009, Deutschland, IMDB 6,9) lag hier schon eine kleine Weile rum bevor ich ihn mir dann mal angesehn habe. Es ist leider auch schon wieder eine kleine Weile her, dass ich ihn gesehen habe. Doch der Film wird GsD nicht so schnell vergessen!

Aufmerksam bin ich auf den Film durch eine der vielen Umweltorganisationen oder zumindest auch welche, die es gerne wären, geworden. Wenn ich mich recht entsinne, dann sogar in einer Mitgliedszeitung davon. Aber so genau weiß das wohl keiner mehr…

Nun aber zum eigentlichen, dem Film. Einen kleinen aber durchaus guten Vorgeschmack gibt der Trailer, welcher auf der Homepage des Films anzusehen ist: http://birdwatchers.pandorafilm.de/

Worum geht es? Um die Kommerzialisierung, Ausbeutung und Vertreibung der “Ureinwohner” des Amazonasgebietes. Es handelt sich dabei um eine Art Spielfilm mit dokumentarischem Charakter, wobei mir grad nicht die Hintergrundinfo vorliegt, wonach ich sagen könnte, dass das ganze auf einer wahren Begebenheit beruht, allerdings ist das auch irgendwie recht offensichtlich.

Eigentlich ist damit so ziemlich alles gesagt aber ein wenig mehr Details will ich noch liefern, bevor man den durchaus sehenswerten Film dann selbst sieht.

Die Indianer sind im Konflikt mit dem Landraub, welcher meist von “alten” weissen “Kolonialisten betrieben wird, die leider auch schon seit Generationen genau das tun und sich nun schwer tun damit, dass das plötzlich alles nicht mehr so weiter gehen soll.

Es kommt zu keinen bewaffneten Konflikten, doch der Wunsch danach wächst beeindruckenderweise beim Zuschauen. Die Ungerechtigkeit schreit einfach zum Himmel.

Es wird klar Pro-Ureinwohner gefilmt. Doch scheint unter menschlichen Gesichtspunkten kaum ein anderes Bild filmbar.

Schön ist, dass das ganze eine Spielfilm ist und somit unkommentiert gezeigt wird, was auch dokumentarisch sein könnte. Die Ruhe im Film macht den Film so wirklich und fühlbar.

Das wirklich schlimme am Ganzen ist wie immer, dass man den Film gemütlich im heimischen Kino oder Wohnzimmer schaut und irgendwann dann doch unweigerlich der Gedanke ins Gehirn steigt, dass man da grad keine Fiktion ansieht, sondern Alltag von Menschen (und auch wenn das immer recht sinnfrei ist, so scheint es doch den Wirkungsgrad zu verstärken, auch inkl. Kindern und Frauen).

Menschen ihr Land zu nehmen auf dem Generationen groß und alt geworden sind, scheint nicht nur ungerecht, sondern in anbetracht des Zweckes auch schlicht unnütz.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern beim Verzehr des nächsten Steaks KEINEN guten Appentit, sondern ein schlechtes Gewissen, denn dafür wurden am anderen Ende der Welt Menschen (darunter Kinder und Frauen…) vertrieben, ausgebeutet, …