Fleisch ist mein Gemüse

Die Wäsche hängt, das Geschirr ist abgewaschen, Arbeit wurde mit nach Hause genommen und ist auch erledigt. Was bleibt? Der Blog.

Bekanntlich bin ich zwar kein Lesemuffel aber wenn es schonmal nen Film zum Buch gibt, dann guck ich lieber den Film als mir ewig das Buch anzutun. Sicher verpasst man dabei so manches aber ich denke das wesentliche muss und kann ein Film auch transportieren und wenn er es eben nicht schafft, dann was das Buch wohl auch nicht so der Burner. Uah, was ein Wort.

Fleisch ist mein Gemüse ist nun also der Film zum Buch von Heinz Strunk. Der Film kam hierzulande 2008 in die Kinos und lief dort jeweils rund 97 Minuten. Die magere Wertung auf IMDB kann ich nicht ganz  nachvollziehen und deshalb habe ich mich auch gleich mal da angemeldet und das ganze etwas nach oben „korrigiert“.

Der Trailer ist finde ich durchaus schon ein humoristischer Vorgeschmack auf das, was einen erwartet. Die Homepage zum Film dagegen gewohnt verwirrend zu bedienen und inhaltlich sinnfrei.

Was passiert im Film eigentlich? Der Trailer läßt dies ja nur bedingt erahnen. Vielleicht gut so, denn die Geschichte von einem jungen Mann, der mit mittelmäßigem Talent zum Instrumentespielen von einer Band aufgenommen wird, die keinem Erfolgsdruck auch nicht gewachsen ist und mit ohne ohne diese versucht sich durchs Leben zu finanzieren, während seine korpulente Nachbarin und seine Mutter andere „Wege“ gehen, würde vielleicht nicht so vom Hocker hauen. Schöner Satz ist das geworden…

Aber genau darum geht es. Gott sei Dank sind dazwischen noch „Romanzen“, Castings, jede Menge Musik und Leute die diese Hören und sich rhytmisch zu ihr bewegen. Dem unbeholfenen „Star“ des Films dabei aus der Zuschauerperspektive und in der Erzählerrolle zuzusehen, wie er durch sein Leben stolpert, macht einfach Spaß.

Die etwas merkwürdige Rahmenstory mit den Hirschen an der Wand und das Ende als solches, hätte ich sicherlich anders gemacht aber andererseits ist es vielleicht auch genau das, was zu dem Film passt. So hat man am Ende eigentlich nix gelernt, keine schlechte Laune und trotzdem war man amüsiert und hat den Film genossen.

Ich jedenfalls wünsche den nächsten Zuschauern ebenfalls viel Spaß dabei. Es lohnt sich.

Enhanced by Zemanta

Factotum

Wenn ich noch wüsste, wie ich zu diesem Film gekommen bin, würde ich es hier schreiben. So bleibt mir nur zu sagen, dass ich ihn irgendwann mal zwischen die Finger bekam und nicht zuletzt deswegen ansah, weil ich ja eigentlich bekanntlich alles gucke, was mir zwischen die Finger kommt. Das das Höhen und Tiefen mit sich nimmt, dürfte dem geneigten Leser klar sein und ist natürlich auch irgendwie logisch.

Der Film Factotum ist weder eine Höhe noch eine echte Tiefe. Er ist einfach da. Man schaut mehr oder minder interessiert über 90 Minuten einem dem Alkohol und den Frauen verfallenem Mann zu, der versucht sein Leben über diverse „Looser“-Jobs zu finanzieren, damit irgendwann einmal der große Schriftsteller aus ihm werden kann, für den er sich irgendwie hält.

Interessant ist vl. die Tatsache, dass der Film mehr oder minder wohl auf einer real existierenden Person namens Charles Bukowski basiert. Wobei diese Tatsache erst so richtig interessant wird, wenn man den Film dann mal tatsächlich gesehen hat…

Die Handlung ist recht…eingeschränkt. Eigentlich guckt man dem „Schriftsteller“ beim Leben zu. Man macht alles mit. Sein Alkohol, sein Sex, seine Geschichten, seine Arbeit…alles. Das wars dann auch schon. Klingt nicht viel, is es auch nicht.

Der Film fängt irgendwo an und endet eigentlich auch irgendwo. Das macht ich keineswegs langweilig vielmehr wohl überflüssig. Aber er ist sicher keine alt zu schlechte Zeitverschwendung. Bevor man sinnfreies im Fernsehen guckt ist der Film immernoch ein Hauptgewinn!

Brillieren tut in dem Film übrigens, der mir sehr sympatische Schauspieler, Matt Dillon. Er spielt den „mir-ist-alles-egal“ Charakter einfach perfekt. Ruhig, gelassen, ehrlich und nicht kalt, wenn auch brutal (ehrlich). So ist eigentlich auch der Film insgesamt. Ruhig und gelassen.

Also jmd. Lust auf entspannte Unterhaltung, welche ihre gewisse Komik in den Situationen und Reaktionen des Films hat? Keine komplizierte Story mit tiefem Sinn, einfach nur nen netter Film. Ich kann ihn nicht endgültig empfehlen, kann ihn aber auch niemanden abraten. In diesem Sinne: Macht was draus!

An deiner Schulter

Schöner Film! Eigentlich reicht das aber in meinem Interesse für später und vl. auch im Interesse meiner geneigten Leser werde ich die „Filmkritik“ mal ein wenig ausweiten.

An deiner Schulter beginnt eher tragisch. Es scheint so, als ist nach langer Ehe einer Frau incl. Töchter der Mann weggerannt. Wäre da nicht der Nachbar, welcher etwa im Alter der Ehefrau & Single, plötzlich diese Situation ein wenig für sich entdeckt, hätte wohl sehr schnell der Freund Alkohol das Leben der entsetzten, verlassenen, verzweifelten Ehefrau bestimmt.

Doch soweit lassen es weder der sympatische Nachbar noch die stets gut gelaunten 4 Töchter kommen. Die Kombination aller Charaktere macht letztendlich den Film zu einer Komödie und über fast 2h sehenswert.

Die Story ist damit im Wesentlichen oder besserhinreichend schon erzählt. Nachdem also ihr Mann weg ist, beginnt die Frau alles alleine zu schmeissen und das gelingt mal mehr mal minder gut und auch die Töchter haben alle so ihre Probleme mit der Mutter und miteinander.

Der Ex-Footbalstar-Nachbar bringt in diesen „Frauenhaufen“ genau den Wind, den der Film braucht um nicht zu sehr dem einen Geschlecht zu verfallen. Auch wenn die Herausforderung groß ist, als Gegengewicht für 5 Frauen zu dienen, so gelingt sie doch zumindest so gut, dass ich nur wenig Momente hatte in denen mir das Frauengekreische/-gequatsche wirklich auf den S*** ging.

Das Ende ist dann nochmal sehr überraschend und in sofern gut gelungen, dass man damit nicht im Ansatz gerechnet hat und das Ende damit aus vielen vergleichbaren Filmen dieses Genres rausfällt. Positiv wohlgemerkt.

Runde Sache und ideal für ne leichte Unterhaltung am verregneten Sommertag-/abend. Viel Spaß!