Kein Alkohol für Fische unter 16

Klolektüre? Ja, durchaus. Lehrreich? Nein, eher leerreich. Hätte man das erwarten können? Ja.

Einem geschenkten Gaul… Nein, dass wäre wohl etwas viel aber das Buch „Kein Alkohol für Fische unter 16“ erinnerte mich leicht diverse Internetseiten/Rundmails aus längst vergangenen Tagen (vielleicht nicht zuletzt aufgrund des Untertitels „Die skurrilsten Gesetze, Klagen & Urteile“), in denen skurrile Rechtslagen aus meist amerikanischen Bundesstaaten dargestellt wurden, die angeblich immer noch geltendes Recht darstellen, obwohl die entsprechenden Gesetzestexte weit über 50-100 Jahre alt sind.

Wie viel man davon glauben kann/soll? Ich glaube relativ wenig. Aber darum geht es vielleicht auch gar nicht. Viel mehr um ein bissel Unterhaltung und diese können solche Texte durchaus bringen, wenn man sich zumindest vorstellt, dass diese Texte mal realen Gesetzen entsprechen haben könnten.

Auf den rund 140 Seiten von Rainer Dressen und Anne Nina Schmid meines vorliegenden „Rundschreibens“ aus dem Hause Bassermann gibt es min. ein Highlights, welches ich meinem geneigten Leser nicht vorenthalten will:

Entscheidung des dt. Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 1966, die sich mit der Frage beschäftigte, wie weit die „Pflicht zur ehelichen Lebensgemeinschaft“ geht. Hintergrund war, dass der Mann sich scheiden lassen wollte, weil seine Frau den ehelichen Verkehr als Schweinerei bezeichnete und ihn langweilig (Sie wäre imstande dabei Zeitung zu lesen) fand. Dies machte sie sogar „öffentlich“ bekannt und riet ihrem Mann doch einfach besser ins Bordell zu gehen. Wie dem auch sei, der BGH gab dem Mann recht, denn wenn es ihr schon nicht möglich sei „im ehelichen Verkehr Befriedigung zu finden, so fordert die Ehe von ihr doch eine Gewährung in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft und verbietet es, Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu tragen.“ So wohl zugetragen 1966 in Deutschland…

Davon also abgesehen bietet das Buch zu verschiedensten Themen der Rechtsprechung und ihren Grundlagen teils Interessantes aber stets Kurioses. Das ganze gut sortiert nach Kapiteln im Index ganz vorne.

Was bleibt? Naja, ne Klolektüre eben, die man wohl einmal gelesen nie wieder in die Hand nehmen wird aber ich bin eh kein Mensch der Bücher zweimal liest und damit wohl auch keine Referenz.

Ich denke, wenn in ein paar Jahren jeder auf’m Klo WLAN inkl. eReader hat, dann werden solche Bücher nicht mehr auf chlorgebleichtem frischem Wald gedruckt und das ist gut so aber bis dahin heiligt der Zweck durchaus die Mittel, denn es gibt schlimmere Papierverschwendung.

Die Geheimnisse der Bibel richtig entschlüsselt

Na, jetzt geht’s los oder? Keine Angst, so schlimm wird es nicht. Aber nach Filmen wie “Religious” und so mancher Youtube- und Google-Recherche musste mir mal was handfestes in die Finger, damit ich meinen Überlegungen etwas geben kann.

So kam ich also zu Buchrecherchen zum Thema Religionskritik, Jesus, Bibel usw., dabei bin ich dann auch das Buch mit dem o. g. Titel gestoßen. Gott sei Dank fand ich auch gleich ein Kommentar zum Titel, welcher versprach, dass dieser eher den schlechtesten Satz (?) des Buches darstellt. Das ganze Buch ist nämlich durchaus wissenschaftlich, wohl nicht zuletzt dank dem Autor Robin Lane Fox.

Wie der Name schon vermuten lässt handelt es ich um original ausländische Lektüre aus dem englischsprachigem Raum. Da ich mir ein solches Thema dann doch in meiner Muttersprache erarbeiten wollte blieb mir also nix anderes übrig, als mich mit der Übersetzung abzufinden.

Die Wesentlichen Fakten zum Buch gibt’s schon bei Amazon. Also rund 600 Seiten, ca. Schriftgröße 10, ca. A5-Format. Sah nach ner Menge Theorie aus, aber das sollte es auch sein und das wurde es auch.

Das Buch ist in 4 Teile geteilt, wobei es sich in einem Fluss lesen lässt und mir die Unterteilung nicht wirklich sinnvoll/prägnant vorkam.

Der erste Teil dreht sich um den Wahrheitsgehalt des geschriebenen Wortes. Der gemeine Christ sagt am Ende von Bibelauszügen Sachen wie “Wort des lebendigen Gottes”. Irgendwie setzt das doch schon voraus, dass man damit auf die Unfehlbarkeit und den Wahrheitsgehalt des Gehörten/Gelesenen/Niedergeschriebenen nicht mehr in Frage stellt. Ein gelungener Einstieg in das Buch wird hier so vollführt, dass Dinge aufgezeigt werden, welche historisch eben nicht so stattgefunden haben können, wie in der Bibel erwähnt. Dabei wird auf ganz abenteuerliche Geschichten, wie den Auszug aus Ägypten oder die Sintflut sogar verzichtet. Es werden Episoden/Details aus dem Alten und Neuen Testament zerlegt. Sachlich und wissenschaftlich.

Der zweite Teil befasst sich mit dem Text der Schrift von der Herkunft aus. Also wie sie von wem entstanden ist und wann. Sehr interessant waren für mich vor allem Aussagen über Streichungen und Ergänzungen, sowie die Autoren und deren Zeiten und Zeitvorstellungen.

Der dritte Teil ist für die Historiker. Es wird nach echten alten Quellen gesucht und verglichen. Der Prozess Jesu unter gerichtlichen Abläufen betrachtet. Die Bibel wird eben auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht. Doch stets nur an den Stellen, wo eben aus anderen nicht biblischen Quellen Dinge vorliegen.

Der letzte Teil des Buches widmet sich der Aussage der Bibel. Es wird der Frage nachgegangen ob die Bibel eben trotzdem etwas besonderes ist oder eben nicht.

Soweit kurz zum Inhalt. Lesen muss man das Ganze selbst. Man muss? Nein, aber ich sage mal so, wenn man glaubt oder glaubt zu glauben, dann kann die Lektüre nicht schaden und man kann seinen Glauben auf Herz und Nieren prüfen (Glaube ich an Jesus? Glaube ich an Maria? Erbschuld? Die Rolle der Frau? Bethlehem? Offenbarung?).

Das Buch macht Spaß. Es ist fast die gesamte Zeit regelrecht spannend (wenn man halbwegs in der Materie der Bibel und ihrer Geschichten steht). Für den Umfang des Buches habe ich es regelrecht verschlungen.

Und am Ende hat man die Weisheit mit Löffeln gefressen? Nein! Aber man hat mal ein Bild erhalten, welches zumindest ich noch nicht kannte. Ob nun alle “Fakten” darin Fakten sind, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass der Autor sehr neutral und wissenschaftlich vorgeht, wenn er Aussagen trifft und auch stets betont, wenn er eine Mutmaßung macht.

Mir hat das Buch regelrecht geholfen, denn ich glaube nun, dass ich wieder ein wenig mehr weis, was ich glaube und was eben nicht. Was ich nun damit mache? Das weis ich leider noch nicht so recht aber manchmal muss man alte, bekannte, traditionelle Dinge einfach, trotz vieler Zweifel, weitermachen und vielleicht kommt einem dann später die Einsicht warum man das tut. Wenn nicht, kann man später immer noch aufhören. Fakt ist jedenfalls, was einem mehr als 25 Jahre nicht geschadet hat, sondern eher im Gegenteil, dass bringt einen nicht in einem weiteren Jahr um.

Und weiter geht’s im Leben und in Literatur mit Gott und seinen Freunden…

Gemeine Antworten auf Kinderfragen

diesmal beantwortet von der Reihe (?) “Die kleinen bösen Bücher” von Onkel & Onkel aus Berlin.

  • Wie werden Babys gemacht?
  • Kann ich ein Haustier haben?
  • Wie macht man jemanden zur Schnecke?

Diese und andere Fragen werden anschaulich beantwortet. Garantiert nicht jugendfrei. Aber durchaus amüsant.

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Leider sehr kurzweilig, denn die 96 Seiten mit also rund 48 Bildern sind viel zu schnell zu Ende.

Optimal, wenn man mal wieder gegen 21 Uhr in den Sessel/auf die Couch fällt, nachdem die Kinder endlich schlafend im Bett liegen und man sich fragt, warum das Ganze. Dann kann man zumindest drüber lachen.

Ebenfalls eine sehr gute Toilettenlektüre und wird auch bei mir bald dort liegen, sobald dann eben das Bad groß genug ist, um solch ein Buch zu beherbergen ohne Platz für wichtigere Dinge wegzunehmen.

Wer sich unsicher ist, was er davon halten soll, dem hilft vielleicht in Blick ins Buch, welchen man hier tätigen kann. Viel Spaß!

Übrigens: Wer das Ding kauft unterstützt Berlin mit kleinem Geld inkl. Mehrwert und das obendrein ganz getreu dem Motto “Small, black & evil”.

2046

Hallo mal wieder! Hab grad Zeit und noch ist es gefühlt zu früh zu Bett zu gehen…

2046? Nie gehört bzw. du kannst damit nix anfangen? Es ist ein Filmtitel. Stammt im Wesentlichen aus Hongkong/China und kam bereits 2004 in die Kinos.

Der Film soll “Der ultimative Liebesfilm” sein. Nun gut, ob er das wirklich ist, soll sich dann doch lieber jeder selbst ausmalen. Ich find’s absolut nicht aber gut.

Der dramatische Film geht rund 130 Minuten und wird nahezu ausschließlich von chinesischen Darstellern gespielt. Die Anzahl der tatsächlich im Film handelnden Personen ist dabei äußerst begrenzt. Ebenso die Fläche/Raum, der von den Personen begangen wird. Im Wesentlichen spielt der Film nämlich in einem Hotel und davon eigentlich auch nur in rund 3-4 Zimmern. Die Hauptdarsteller sind eigentlich auch nur 2-3. Ein Mann und zwei Frauen.

Der Mann ist Schriftsteller und schreibt die ganze Zeit an einem Buch, welches sein Leben in abgedrehter Weise wiederspiegelt. Der Titel des Buches ist 2046 und spielt auch in dieser Zeit. Der Film selbst spielt etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts (gelegentlich auch im Jahr 2046, wenn Inhalte des Buches direkt “verfilmt” werden

). Während des Films “hat” er diverse Frauen, wobei nur eine, seine Zimmernachbarin, wirklich ernsthaft ist.

Diese Zimmernachbarin (Zimmernummer 2046) ist dann auch die zweite wichtige Person des Films. Sie begibt sich in eine Art spielerischen Wettkampf mit dem Mann vom Nebenzimmer darum, wer die meisten Männer/Frauen nach Hause bringt. Dieser Wettkampf sorgt aber letztendlich für den Bruch zwischen beiden, denn eigentlich ist sie verliebt, bekommt diese Liebe aber nie ernsthaft erwidert.

Die zweite Frau ist die Tochter des Hoteliers. Sie ist unglücklich in einen Japaner verliebt (als Chinesin!). Den Kontakt zu ihm behält sie (nachdem die Eltern es verboten haben) über den Mann in Zimmer 2047. Sie und der Gast verstehen sich sehr gut und können einander viel geben (nicht körperlich!) und von einander nehmen.

Information © IMDb.com

Diese dreier Konstellation wird von diversen Faktoren/Menschen von außen beeinflusst (Exfreundin des Mannes, Liebesaffären der Frau, Freund der Hotelierstochter, Vater der Tochter, …). Eigentlich ist das das, worum es den ganzen Film lang geht. Der Film ist dementsprechend ruhig und verraucht (der Mann raucht eigentlich immer und wird gelegentlich von anderen “unterstützt”).

Der Film beginnt mehr oder minder ohne wirklichen Start (abgesehn von dem Mord, der schön blutig dargestellt wird) und endet irgendwie unbefriedigend offen, ohne das wirklich was passiert wäre. Es mag sein, dass die Gefühle der Protagonisten dabei ganz doll achterbahnfahren aber das kommt nur bedingt rüber. Ich hab die ganze Zeit auf den Startschuss zur Handlung gewartet…

Nun ja, was bleibt? Bei weitem nicht das, was “Der ultimative Liebesfilm” mir erhofft hatte, sondern einfach nur nen Film über Liebe und Sex und wie schwierig es sein kann, dass zu trennen.

Ich wills nicht beschreien aber ich finde den Film überflüssig und ihr solltet eure Zeit besser verschwenden also euch den anzusehn.

Vielleicht ist der Film im Zusammenhang mit seinem “Vorgänger” “In the Mood for Love” besser aber leider werde ich das erst bald beurteilen können, denn ich wusste vorher nicht, dass die Filme lose zusammenhängen. Also bald werd ich den “Vorgänger” ansehn und dann wird man abschließend urteilen können aber weder freue ich mich auf den Vorgänger, noch glaube ich wird der groß was an meiner Meinung über “2046” ändern…

Das Vermächtnis des geheimen Buches

Uh, klingt ja spannend, nicht wahr? Ne, nicht wirklich fand ich. Vor allem, da ich den quasi ersten Teil „Das Vermächtnis der Tempelritter“ schon gesehen hatte und auch nicht gerade von den Socken war vor Begeisterung. Nicht desto trotz war mir die bekanntgabe des Sequels Grund genug mir damit die Zeit zu vertreiben.

Seit 2007 zu sehen und über zwei Stunden lang sollte der Trip in die „Geschichte“ Amerikas mit Nicolas Cage dauern. Es verging aber schnell und wurde nur zum Ende hin eine ganze Spur zu abgedreht und damit leider zu dämlich/oberflächlich.

Es geht darum, dass ein längst verstorbener Verwandter vom Entdecker/Helden/Hauptdarsteller nach neusten „Erkenntnissen“ ein Mittäter beim Attentat auf Abraham Lincoln gewesen sein soll. Diese Schande möchte er natürlich keinenfalls auf sich sitzen lassen und so macht er sich auf, den Erkenntnissen nach zugehen. Seine Reise/Untersuchung (Trailer ansehen) bringt ihn schnell in direkten Kontakt mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Nachdem dann das eigentlich Problem tatsächlich geklärt werden konnte geht die Reise weiter zu dem „größten Schatz aller Zeiten“. Diesen hatte „unser“ Held quasi schon in Petto und damit wurde die ein oder andere Gefälligkeit erpresst. Leider ist die Suche und das Finden des Superschatzes alles andere als gelungen, so dass ein sehr mauer Beigeschmack im Munde bleibt, wenn man den Film dann fast schon endlich fertig hat.

Ja, mehr gibt es zu dem Streifen eigentlich wirklich nicht zu sagen. Er ist einfach da und die Welt hat ihn nicht vermißt. Man ist nicht dümmer und auch nicht klüger danach. Gut unterhalten wurde man auch eher nicht. Ein wenig Action gabs zu sehn, dass wars dann aber auch schon. Wer Rätsel-/Abenteuerfilme mag, der kann den Film gerne mal anschauen, wenn grad sonst nix zur Auswahl da ist. Alle anderen: Finger weg!

War Against People

Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann bekam ich das Buch letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt. Vielleicht war es auch zum Geburtstag des vergangenen Jahres, doch das soll hier nicht die Rolle spielen. Durchgelesen habe ich es bereits vor ca. 6 Monaten, doch wie die Zeit es wollte, schaffe ich leider erst jetzt mal darüber zu bloggen.

Noam ChomskyDer Autor des Buches ist Noam Chomsky und vielleicht dem ein oder anderen ein Begriff. Mir war er vorher nur aus Büchern anderer Autoren bekannt und so kam es auch, dass ich mal ein Buch von ihm selbst lesen wollte. Laut seinem deutschen Wikipedia Eintrag bzw. dem dort “zitierten” Arts and Humanities Citation Index (Ein Blick darein lohnt sich in jedem Fall, denkt man doch eher nicht, wer da in den Top 10 ist.) war er zwischen 1980 und 1992 die meist zitierte lebende Person der Welt! Ich fand ein Grund mehr, mal ein Werk von ihm zu lesen.

Das Buch “War Against People” trägt übrigens im deutschen den Untertitel “Menschenrechte und Schurkenstaaten”. Das zeigt dem kundigen Leser schon ein wenig die Richtung, in die das Buch geht. Der, der politischen Linken zugeordnete, Autor schreibt in dem Buch, welches im September 2001 auf den Markt kam also schon vorher fertig war, über die wohl eigentlich größten Schurkenstaaten (in dem Fall natürlich die USA) und ihren Umgang mit den Menschenrechten.

Das Buch unterteilt sich im inhaltlichen (textlichen) Teil in sieben Abschnitte. Beginnen tut es mit der Frage, wer denn eigentlich die Schurkenstaaten sind. Interessant finde ich die Tatsache, dass der Begriff hier verwendet wird, obwohl das Buch erst nach dem 11.09.2001 erschienen ist. Ob es sich dabei um eine nachträgliche Übersetzungsidee handelt weiß ich allerdings nicht.

In diesem ersten Teil wird zunächst also der Frage nachgegangen, wer vielleicht und warum ein Schurkenstaat ist. Diese Überlegung wird im zweiten Teil sachlich versucht zu untermauern. Dabei wird vor allem der Begriff selbst aus Sicht der USA definiert und ihrem eigenen Verhalten gegenübergestellt.

Bei sämtlichen Verhalten nimmt N. Chomsky Konflikte der letzten 50 Jahre (ausgehend von 2001) unter die Lupe. Somit ist von größeren bzw. bekannteren Dingen, wie dem ersten Irak-Krieg oder dem Vietnam-Krieg die Rede. Ebenso kommen aber auch, zumindest mir, fast unbekannte Themen zum sprechen, wie der Indonesien-Konflikt, welcher immerhin indirekt bis fast 1999 andauerte.

Er setzt dabei das Verhalten der USA bzw. ihrer Verbündeten in diesen Konflikten ins Verhältnis zu den Aussagen ihrer Sprecher und z.B. der UN-Charta oder anderen international offiziell gültigen Dokumenten/Einigungen oder ähnlichem. Schon krass, wenn man dabei so manche offizielle Äußerung der V. Staaten lesen muss/kann. Da ist schon irgendwie sowas wie eine Generalentschuldigung wie vom Vatikan nötig, damit vergangene Verbrechen erkannt und so wenigstens ein Stück verbüßt werden.

Bei seinen Vergleichen/Äußerungen verwendet Noam Chomsky fast ständig direkt Zitate von Politikern/Machthabern, was besonders beeindruckend/angsteinflößend wirkt. Ebenfalls gut gefallen haben mir die Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels, die alles oftmals nochmal auf einen Nenner bringen, was vorher mit Aussagen und Fakten untermauert wurde.

Das dritte Kapitel widmet sich dann dem Verhältnis zwischen Kuba und den USA. N. Chomsky beginnt das Kapitel mit folgenden beiden Sätzen:

Kuba und die Vereinigten Staaten haben, was die internationalen Beziehungen angeht, einen ganz eigenartigen – faktisch sogar einzigartigen – Status. Es gibt keinen vergleichbaren Fall, in dem eine Macht gegen eine andere – hier die größte Supermacht gegen ein kleines Drittweltland – in so unnachgiebiger Weise vierzig Jahre lang mit Terror und ökonomischer Kriegsführung vorgegangen wäre.

Schon eine verlockende Eröffnung fand ich und auch der Inhalt des Kapitels ließ mich so manches Detail dieser ungleichen “Freunde” neu erfahren bzw. Hintergründe begreifen.

Dem kurzen dritten Abschnitt folgt dann das vierte Kapitel mit dem Titel “Jubeljahr 2000”. Darin geht es um den für dieses Jahr geplanten Schuldenerlass an die Länder der sogenannten dritten Welt. Durchaus gut und aus einer interessanten Perspektive beleuchtet Noam Chomsky die Ursachen der Verschuldung und die Resultate des “Erlasses” der Selbigen.

Daran anschließen tut sich ein Buchabschnitt, welcher sich mit dem Weg zur vollständigen und echten Wiederherstellung der Menschenrechte, befaßt. Hier wird auf die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Änderungen eingegangen, welche erforderlich sind, damit eine neue Ordnung, gemäß dem Autor, hergestellt  werden kann. Diese neue (sozialere) menschliche Ordnung ist schwer zu erreichen, jedoch sagt N. Chomsky auch:

Wir müssen die allgegenwärtigen Leiden und Ungerechtigkeiten ebensowenig hinnehmen wie die Aussicht auf gewaltige Katastrophen, die eintreten werden, wenn die Menschheit aus dem Weg, den sie eingeschlagen hat, verbleibt.

Dieser neuen Ordnung steht vor allem eines im Wege und das ist der kriegerische Charakter des Menschen, welchen der Autor im nun folgenden Abschnitt “Die Erblast des Krieges” eindrucksvoll beleuchtet. Dabei geht er zurück zu den Wurzeln kriegerischer Auseinandersetzungen. Ins echte, alte Europa der Kreuzzüge und Eroberungskriege. Das Kapitel ist menschlich und geschichtlich wohl mit das Interessanteste. Ich würde sogar soweit gehen, dass ohne die darin erwähnten Grundlagen des menschlichen Handelns eine neue, wie auch immer geartete, menschlichere Weltordnung nicht existieren kann.

Das sich nun anschließende letzte Kapitel beleuchtet das Problem der staatlichen Souveränität. Damit einher geht also das Verhältnis der Staaten untereinander. Welche Rolle, welchem Staat zukommt und warum. Dazu möchte ich noch ein letztes mal aus dem Buch direkt zitieren. Die letzten Worte Noam Chomskys im Buch sind nämlich:

Es vermag nicht zu überraschen, dass die Zerschlagung der nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Wirtschaftsordnung von einem entschiedenen Angriff auf die Demokratie – Freiheit, Souveränität, Menschenrechte – begleitet wurde. Der Schlachthof dieses Angriffs lautete und lautet: Es gibt keine Alternative. Das klingt wie eine Parodie auf den Vulgärmarxismus. Der Schlachtruf ist natürlich reiner Selbstbetrug. Die sozioökonomische Ordnung, die jetzt von oben verfügt wird, ist das Ergebnis der Entscheidungen von Menschen, die in von Menschen geschaffenen Institution wirken. Die Entscheidungen können widerrufen, die Institution verändert werden. Sollte es sich als notwendig erweisen, kann sie zerschlagen und ersetzt werden. Das haben aufrechte und mutige Menschen im Lauf der Geschichte immer wieder vollbracht.

Das ist nun klar als Aufruf zu verstehen. Widersage dem “Bösen”! Schluss mit dem “das haben wir schon immer so gemacht”! Ich denke hier muss vor allem die Geschichte den Menschen (einschließlich dem Autor) recht oder unrecht zusprechen.

Ich glaube fest daran und versuche ganz nebenbei auch so zu handeln, dass die Menschen sich nicht alles gefallen lassen werden und eine neue Weltidee/-ordnung näher ist, als viele es wahrhaben wollen. Wie diese aussehen wird und was bis dahin passieren muss/wird, dass male ich mir lieber nicht aus, selbst, wenn ich es könnte. Vielmehr schaue ich frohen Mutes in die Zukunft und freue mich auf eine bessere, menschlichere, sozialere Welt, in der vielleicht schon ich aber zumindest hoffentlich doch meine Kinder und Kindeskinder leben werden!

Was man dazu brauch? Ein wenig Mut, Menschlichkeit, Tatendrang und Gottvertrauen. Auf geht’s Zukunft, ich lache dir ins Gesicht!

Spätestens jetzt sollte klar sein, dass Buch lohnt sich. Mit ein wenig Abstand gelesen und für sich persönlich ausgewertet, beinhaltet es viele brauchbare Informationen, welche einem bei der Meinungsbildung über die Welt(-politik) helfen können.

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