Becel pro.activ

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foodwatch-logo mit claim cmyk_21cm 300dpi (Photo credit: foodwatch)

Es mal wieder so weit: Neue Medizin aus dem Supermarkt ist da!

Diesmal als durchaus bekanntes Produkt mit vermeindlich guten Ruf. Die Magarine Becel dürfte spätestens durch die Werbung jedem mal durch den Kopf gegangen sein, wenn er nicht schon wenigstens im Supermarkt seines Vertrauens dran vorbeigegangen ist.

Nun aber hat sich Becel was „neues“ einfallen lassen. Es ist jetzt eine pro aktive Margarine… Die macht also was von alleine, ohne das man selbst was tun muss. Klingt ja erstmal nicht schlecht. So gesund durch Essen anstatt durch Bewegung.

Wie schon in dem oben verlinkten Artikel seh aber GsD nicht nur ich sowas kritsch, sonder auch der Verbraucherschutzbund meines Vertrauens (Foodwatch), der sich zum Thema hier geäußert hat: http://www.focus.de/gesundheit/gesundheits-news/foodwatch-verbraucherorganisation-warnt-vor-becel-pro-activ_aid_683201.html

Man erreicht also mit der Magarine Effekte mit Wirkstoffen, wie sie sonst in Medikamenten mit exakt dem gleichen Ziel verwendet werden. Hervorragend, wenn man das Medikament eh benötigt. Nicht so, wenn man eigentlich ganz gesund ist (schwanger ist, anderen Risikogruppen angehört), denn spätestens dann sollte man sich nicht städnig (und unwissentlich) mit Medikamenten vollpumpen, die man gar nicht brauch. Dies könnte ja im Extremfall sogar dazu führen, dass man dann nicht mehr auf das nötige Medikament anschlägt…

Wie dem auch sei, ich finde sowas gehört in die Apotheke oder ganz gesondert ausgeschrieben inkl. Beipackzettel, wenn im Supermarkt. Solange das nicht passiert sehe ich mich hier schon fast verpflichtet, euch zu warnen.

GsD gibt es genug alternative Magarinen…

In diesem Sinne: Guten Hunger und Augen auf beim Einkauf!

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Deutsche sind knauserig

Glaubst du nicht? –> Im diesmaligen (wie immer kostenlosen) Fluter (www.fluter.de) gabs nen schönen (neben vielen hochinteressanten) Artikel zum Thema Deutsche und die Zahlvarianten beim gemeinschaftlichen “Essen gehen”.

Paying the German Way

Wie ein Kellner darüber staunt, wenn die Gäste im
Lokal alle getrennt bezahlen

Meine Eltern sind in den frühen sechziger Jahren von Hongkong in die
Niederlande ausgewandert, wo ich geboren wurde. Als ich 15 Jahre alt
war, sind wir nach Deutschland umgezogen und haben ein Chinarestaurant
eröffnet, in dem ich nach der Schule immer als Kellner aushelfen musste.
Da habe ich hautnah erlebt, dass die deutsche Gründlichkeit kein
bloßes Klischee ist. Wenn größere Gruppen zum Essen kamen, dann haben
sie nicht nur getrennt bezahlt, sie haben sich sogar auf den Pfennig
genau von mir ausrechnen lassen, wer was hatte und wer wie viel bezahlen
muss. Bis aufs letzte Bier. Aus Holland kannte ich nur, dass eine
Restaurantrechnung grob zwischen den beteiligten Personen aufgeteilt
wurde. Aber in Deutschland bin ich manchmal eine halbe Stunde lang mit
dem Taschenrechner von Gast zu Gast gelaufen. „Paying the German way“
sagt man in den USA, wenn jeder für sich bezahlt. Ganz anders ist das
bei meiner Verwandtschaft in Hongkong. Da bricht nach dem Essen im
Restaurant regelmäßig ein Kleinkrieg darüber aus, wer bezahlen darf.
Auf diese Weise zeigt man den anderen seine Wertschätzung und demonstriert,
dass man wohlhabend ist. Da fliegen schon mal Portemonnaies
durch die Gegend, und es gibt ein regelrechtes Handgemenge. [Wing-Chung
Li (39 Jahre) – Niederländer mit chinesischen Wurzeln, fluter Nr. 41, http://www.fluter.de/heftpdf/issue106/artikel9999/pdf_article9999.pdf].”

Fand ich sehr amü- und interessant und werden mal versuchen was gegen den Trend zu tun, wenn ich mal wieder Gelegenheit dazu habe (freiwillig und nicht erzwungen)…

Frisch auf den Müll

So lautet der Titel einer ARD-Dokumentation, welche Ende Oktober 2010 im Rahmen der ARD-Themenwoche “Essen ist Leben” ausgestrahlt wurde.

Die Zahlen darin haben auch mich mal wieder durchaus schockiert. Der Gedanke, dass 50 % der produzierten Nahrungsmittel im Wert von rund 20 Milliarden Euro (20.000.000.000 € ~ Aldi-Jahresumsatz) weggeworfen werden, nur weil wir schlicht und ergreifend zu viel produzieren ist schon umwerfend.

Interessant auch die Idee, Brot zu verbrennen, welches überschüssig ist. Könnte in der Summe ein AKW sparen. Na, wenn das nix. Feld bestellen, aussähen, ernten, mahlen, Brot backen, wegschmeißen und verbrennen. Ist das die neue Wertschöpfungskette?

Das ganze in Kombination mit der Tatsache, dass der Agrarsektor in der EU derjenige ist, welcher die meisten Subventionen eben genau für diesen Wahnsinn bekommt, kann schon latent sauer aufstoßen.

Was passiert nun? Nichts, denn das ganze ist selbst mir schon seit rund 10 Jahren bekannt.

Was kannst du tun? Bewusster konsumieren.

Wie? Dabei können dir Webseiten wie “Taste the waste” helfen.

Zum Einstieg der besagte kurze Filmtrailer, welcher als Vorgeschmack (welch Wortspiel) auf den kommenden Kinofilm gesehen werden kann: Frisch auf den Müll

Da nicht die Hoffnung zu verlieren fällt schwer und nur mein gläubiger Optimismus sagt mir, dass bekommen wir Menschen schon wieder hin.

Na dann, Mahlzeit!

We feed the World

Der Film geht und ging um die Welt. Er behandelt ein Thema, welches vielen scheinbar uninteressant scheint und schon gar keinen Kinofilm wert sein kann. Wer das denkt irrt und sollte vl. auch seine Priorität beim Essen mal überdenken. Die Wirkung von Ernährung in all ihren Facetten ist denke ich weitestgehends unklar. Fakt ist wohl, dass über die Nahrung mehr als nur Nährstoffe aufgenommen werden, denn eine „ausgewogene“ Ernährung mit Vitamintabletten tut auf Dauer niemandem gut.

„Ein Kind das aus Hunger stirbt heute, wird ermordet.“ Krasses Zitat aus dem Film von einer nicht geringen Person, welche sich denke ich auskennt und der Wahrheit und Wirkung seiner Worte bewußt ist. Das Zitat selbst ist mir, dass gebe ich zu, so nicht in Erinnerung geblieben, jedoch kommt es auch im Trailer zum Film vor.

Der Unter-/Nebentitel des FIlms lautet „Essen global“ und erklärt damit ein Stück weit, worum es im FIlm geht. Er zeigt die globale Ernährungsmaschinerie, welche aufgebaut wurde, damit wir in Europa/Amerika leben, so wie wir es für nötig/richtig halten.

Es geht über Hühnerzucht, Wassermärkte, Gemüseanbau sowie „outgesourcede“ Landwirtschaft in Osteuropa. Das sind natürlich nur ein paar Themenbeispiele aus dem Film.

Die Thematiken werden stets ruhig und gelassen bebildert. Dazu spricht eine Stimme aus dem Off Fakten oder läßt in Interviews einfach Menschen Fakten/Meinungen erzählen. Es wird nichts direkt kommentiert. Oftmals werden auch einfach stumm die Bilder gezeigt. Die Bilder verfehlen ihre Wirkung in keinster Weise. Dazu die bedrückenden Fakten ließen zumindest mich einmal mehr an meiner Meinung über Globalisierung und Ernährung festhalten.

Der Film stammt übrigens aus Österreich, wurde bereits 2006 abgedreht und erschien in vielfältigen Sprachen. Die ca. 105 Minuten des Films vergehen nicht rasend, sind jedoch auch nicht langweilig. Ich musste mich mehrmals dabei erwischen, wie man fast schon zähneknirschend im Sitz versinken möchte.

Alle wichtigen Entscheidungsträger wissen von den Schweinereien, welche weltweit auf unsere Kosten geschehen und niemand von denen tut was dagegen. Der Lobbyismus arbeitet hochgradig effektiv. Gerade in Europa ist dies zwar längst kein Geheimnis mehr, jedoch damit doppelt schlimm, da alle davon wissen und niemand etwas ändert. Ein Europa für die Menschen? Leider nur ein Traum. Zumindest bisher und in absehbarer Zeit wird es wohl auch so bleiben.

Der Film klagt übrigens niemanden direkt an. Er dokumentiert einfach Situationen. Das macht ihn authentisch und erwirkt somit, dass was er wohl auch erwirken soll.

Wem die Nahrung bisher nie zu billig sein konnte, wer sich wundert, warum alle seine Kinder seltsame Allergien haben, wer ständig krank ist, wer nur dem Preis hinterherjagt, ob bei Nahrung oder Kleidung, dem sei dieser Film mal wieder von Herzen geraten. In Ruhe anschaun und auf sich wirken lassen. Niemand verlangt danach übrigens die totale Veränderung. Ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein reicht, denn wie schon ein nicht ganz so toller deutscher Musiker mal sinnngemäß sang/meinte: „Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, doch wenn die stundenlang Wasser auf die Stirn tropf, wirst du sehn, es kann die Hölle sein.“

Qualität wird GsD in letzter Zeit immer mehr in den Köpfen der Menschen verankert. Leider merkt das auch die Werbeindustrie. Wir haben uns 50 Jahren von ihr blenden lassen und das Resultat zeigt der Film. Wie wäre es, wenn wir einfach konsequenter wegzappen, wenn der Fernseher schon laufen muss? Wer wenig Fernsehn guckt, sollte vl. überlegen, ob er nicht ganz weg kann? Ganz ehrlich, ich habe nun seit knapp nen Jahr keinen mehr und ich vermisse absolut nichts! Man verpasst nichts. Null.

In diesem Sinne mein Appell: Zeigt der Werbung den Stinkefinger! Informiert euch selbst über Qualität euer Waren und holt diese Infos nicht vom Hersteller. Der Verbraucher hat macht, nutzen wir sie! Gutes muss und ist nicht unbedingt teuer und wer braucht schon täglich 23 verschiede Brotbelagsorten im Kühlschrank? Qualität statt Quantität! Wer immer noch nur ans Geld denkt: Tu es für deine Gesundheit, für dein Leben, deine Lebensqualität! Und auch wenns am Anfang seltsam klingt, es macht sogar Spass, eine eigene Meinung/Ernährung/Kleidung/Entscheidung zu haben/treffen. Der Aufwand lohnt sich!