Web 3.0

Hab grad den aktuellen Fluter “Ich bin dann mal web” gelesen. Wie fast immer, sehr gelungen.

Nachdem ich vor ca. drei Wochen sämtliche change.org und Derivate und Newsletter von div. Umweltschutzgruppen oder sonstwas gelöscht bzw. abgemeldet habe prophezeie ich mal: Facebook wird in 3-5 Jahren spätestens das gleiche Schicksal erleiden, wie StudiVZ, wenn da nicht noch was ganz großes passiert.

Ich habe es einfach nicht mehr geschafft die Newsletter, welche irgendwie auch immer öfters kamen zu lesen bzw. der Informationswert darin beschränkte sich auf fast nichts.

Ebenso Online-Petitionsplattformen fernab der Offiziellen. Wann bewegen die schon mal echt was in unseren Breitengraden? Ich denke da kann das Netz ein Weg aber eben nicht der Weg sein, der zum Erfolg führt. Und das Aktivistengewissen ist irgendwie auch nur eine Lüge an sich selbst gewesen. Ich bin ja ach so “aktiv” und “dagegen”, wenn ich da nur ab und an mal wo rauf klicke. Nix is man!

Der Mehrwert von Facebook und die damit zwangsläufig verbundene Kombination von beschränkt privaten mit Unternehmensinteressen ist für mich als “Kunden” schon längst schwer messbar geworden. Es ist vielmehr eine zeitgemäße Zeitverschwendung geworden sich Posts/Einträge/Likes und sonst was von “Freunden” durchzu”lesen”.

Auch wenn ich für mich selbst noch nicht soweit bin das ich mein FB-Profil löschen würde, so bin ich doch immerhin gedanklich dem ganzen ein Stück näher gekommen.

Aber was dann? Wie mit alten Freunden “treffen” bzw. “Kontakt” halten? Wie sich schnell, einfach und unkompliziert organisieren? Vl. wird das ja was: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Universitaet-Paderborn-entwickelt-P2P-Facebook-1819836.html

Fakt ist, der Mensch ist wohl nicht so dumm, dass er auf Dauer sein “ich” Konzernen schenken wird, die bald täglich ihre AGBs ändern, hoffe ich. Was fehlt ist der erste große Fehler/Missbrauch (sicher wird es den im “kleinen” Stil auch schon gegeben haben).

Warten wir’s ab!

Nachtrag: Meine Vorahnung scheint sich langsam bzw. schneller als erwartet zu erfüllen, siehe http://heise.de/-1834977.

Nachtrag 2: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-ueber-facebook-und-nsa-a-919478.html

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Deutsche sind knauserig

Glaubst du nicht? –> Im diesmaligen (wie immer kostenlosen) Fluter (www.fluter.de) gabs nen schönen (neben vielen hochinteressanten) Artikel zum Thema Deutsche und die Zahlvarianten beim gemeinschaftlichen “Essen gehen”.

Paying the German Way

Wie ein Kellner darüber staunt, wenn die Gäste im
Lokal alle getrennt bezahlen

Meine Eltern sind in den frühen sechziger Jahren von Hongkong in die
Niederlande ausgewandert, wo ich geboren wurde. Als ich 15 Jahre alt
war, sind wir nach Deutschland umgezogen und haben ein Chinarestaurant
eröffnet, in dem ich nach der Schule immer als Kellner aushelfen musste.
Da habe ich hautnah erlebt, dass die deutsche Gründlichkeit kein
bloßes Klischee ist. Wenn größere Gruppen zum Essen kamen, dann haben
sie nicht nur getrennt bezahlt, sie haben sich sogar auf den Pfennig
genau von mir ausrechnen lassen, wer was hatte und wer wie viel bezahlen
muss. Bis aufs letzte Bier. Aus Holland kannte ich nur, dass eine
Restaurantrechnung grob zwischen den beteiligten Personen aufgeteilt
wurde. Aber in Deutschland bin ich manchmal eine halbe Stunde lang mit
dem Taschenrechner von Gast zu Gast gelaufen. „Paying the German way“
sagt man in den USA, wenn jeder für sich bezahlt. Ganz anders ist das
bei meiner Verwandtschaft in Hongkong. Da bricht nach dem Essen im
Restaurant regelmäßig ein Kleinkrieg darüber aus, wer bezahlen darf.
Auf diese Weise zeigt man den anderen seine Wertschätzung und demonstriert,
dass man wohlhabend ist. Da fliegen schon mal Portemonnaies
durch die Gegend, und es gibt ein regelrechtes Handgemenge. [Wing-Chung
Li (39 Jahre) – Niederländer mit chinesischen Wurzeln, fluter Nr. 41, http://www.fluter.de/heftpdf/issue106/artikel9999/pdf_article9999.pdf].”

Fand ich sehr amü- und interessant und werden mal versuchen was gegen den Trend zu tun, wenn ich mal wieder Gelegenheit dazu habe (freiwillig und nicht erzwungen)…