Bundestagswahl 2009

Noch vor der größten Panik möchte ich hier mal meinen Senf zur bevorstehenden Wahl in Deutschland abgeben. Der Beitrag wird vl. bis zur Wahl oder sogar kurz danach gelegentlich ein Update erhalten aber da bin ich mir noch nicht sicher. Hängt denke ich im Wesentlichen vom Senf ab, der im Internet dazu gefunden werden kann und dem, was die Parteien oder ihre Repräsentanten so abgeben.

Was wählt man dieses Jahr? Ich hab keine Ahnung. Ich bin eigentlich schon seit der Europawahl der „Partei“ der Nicht-Wähler „beigetreten“. Ich finde keine Partei vertritt mich, bzw. steht so zu dem, was sie erzählen, dass es Sinn ergeben würde sie zu wählen. Alle schwafeln Tag ein Tag aus und gemacht wird fast nix und wenn doch, dann ist das dermaßen am Volk vorbei, dass man sich fragen muss, wann die Bundestagsabgeordneten das letzte mal auf der Straße waren und mit echten Menschen geredet haben.

Wenn die Tagespolitik eines der führenden Wirtschaftsnationen der Welt tagelang von einem geklauten Auto bestimmt wird, dann muss ich mich einfach nur am Kopf kratzen und mir meinen Teil denken. Da ist jeder Cent in die Politiker schon 2 Cent zuviel.

Ob ich letztendlich dann wieder nichts wähle oder doch nochmal den langen Weg zur Urne gehe, werde ich wohl wetterabhängig machen.

Zurück zur eigentlichen Frage: Was wählt man? Tja, eine ganz nette Entscheidungshilfe ist ja „immer“ der Wahl-O-Mat. Obs den schon gibt, k. Ahnung. Eine weitere, wenn auch zeitaufwendigere Informationsmöglichkeit hab ich grad von Greenpeace „gefunden“. Der Wahlkompass Umweltpolitik ist durch Greenpeace erstellt worden und darin befinden sich Antworten der Spitzenkandidaten oder ihrer Vertreter auf von Greenpeace gestellte Fragen zu Umwelt- und Klimathemen. Danach ist man auf jeden Fall ein wenig schlauer auf dem Gebiet bzw. der Meinungen der Parteien zu diesem Thema. Mich hat der Kompass bestätigt, in dem was ich wählen würde/werde. Nun ja, war keine Überraschung…

Aber kann man denn ernsthaft denken, dass seine Stimme etwas reißt bzw. sich nach der Wahl darum jemand schert? Respekt an all jene, die noch an unsere Demokratie glauben! Ich für meinen Teil guck mal wie das Wetter wird und richte mich danach, verändern kann ich daran eben wenig…

Enhanced by Zemanta

Wag the Dog

Der Untertitel „Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“ sagt schon eingiges über das Genre des Film. Es handelt sich aber keinesfalls um eine billige Komödie, nein, das ist eine Satire! Obendrein eine systemkritische und gute.

Ich bin über diesen Film irgendwann mal in einem Buch gestolpert, wo darauf verwiesen wurde. Da ich es durchaus erstaunlich finde, wenn es ein Film heutzutage schafft in einem Buch Erwähnung zu finden, dachte ich mir, den muss ich doch mal ansehen.

Der Film ist mittlerweile schon über 10 Jahre alt (veröffentlicht 1997) und mit seinen knapp 100 Minuten Spielzeit auch keine lange Filmnacht wert aber inhaltlich kann er sich auch heute noch sehen lassen. Es geht um die Manipulation der Öffentlichkeit durch die Medien und ein wenig auch darum, was die Politik sich erlaubt, wenn sie diese Medien nutzen wollen.

Auffällig fand ich beim Recherchieren nach dem Film, dass zwei so gute Schauspieler wie Robert De Niro und Dustin Hoffman mitspielen und mir trotzdem nicht wirklich ins Gedächtnis kam von diesem Film schon einmal gehört zu haben.

Diese beiden sind es dann übrigens auch, die den Film echt sehenswert machen. Die passen in ihre Rollen einfach brilliant hinein. Beide spielen einfach perfekt satirisch.

Worum gehts es nun eigentlich? Das ist schnell erklärt. Es stehen Wahlen in Amerika an. Der Präsident fällt in Missgunst Aufgrund eines Vorfalls, der dem politisch interessierten Weltenbürger durchaus bekannt sein sollte aus dem amerikanischen Präsidentenhaus 😉

Da aber Wahlen sind muss nun schnell eine Strategie her, wie der Präsident dennoch wiedergewählt werden kann. Da werden kreative Leute gebraucht und so landet man bei einem Filmregisseur/Produzenten (gespielt von Dustin Hoffman). Dieser läßt auf der Leinwand kurzerhand einen Krieg entfachen. Mit allem was dazu gehört. Weinenenden Kindern, traurigen Eltern, zerbombten Häusern, Dreck, Matsch eben Dinge die eklig/dreckig sind und ein bisschen nach Krieg  aussehn. Dazu wird dramatische Musik eingespielt und das ganze dann den Nachrichtensendern zugespielt. Die erhalten dies natürlich als brandheißen Material von der Front. Der Kriegsschauplatz wird extra so gewählt, dass kaum ein Amerikaner weiss wo das ist bzw. wer da warum gegen wen Krieg führen sollte. Doch das ist erst der Anfang…

Die Nachrichtensender schlucken den Wurm und schon hat Amerika einen Krieg und einen Präsidenten, der diesen souverän meistert. Seine Sympathiewerte steigen fortan wieder in wahlsiegversprechende Zonen.

Das ganze Szenario wirkt unwahrscheinlich kreativ/dreist. Aber es funktioniert und man kann sogar den glauben bekommen, dass in leicht modifizierter Version so etwas durchaus möglich wäre. Vl. nicht mit Krieg und sicher nicht ganz so offensichtlich aber den Nachrichtensendern und damit dem Volk Unsinn auftischen und das als bare Münze verkaufen, dass ist ja eh kein Geheimnis mehr und wird täglich praktiziert. Wie lustig & kreativ die Leute im echten Leben sind, die das Volk verdummen, möchte man eigentlich gar nicht genau wissen…

Der Film läßt sich sehr gut ansehen. Absoluten Unterhaltungswert incl. zum später/dabei drüber nachdenken. Als Europäer freut man sich natürlich, dass da Amerika veräppelt wird, auch wenn das ganze auch hier ähnlich stattfindet/stattfinden kann. Für jeden politisch/interessierten/kritischen Menschen ist der Film in jedem Fall sehenswert und ein Gewinn an Unterhaltung und vl. sogar ein wenig mehr Mut zum Hinterfragen des täglichen Vorgehaltenen „Fakten“-Wissens.

Passt irgendwie zum Thema…

…, wenn man davon ausgeht, dass in diesen Tagen sich wohl relativ viel um die Wahl in den USA gedreht hat. Ich selbst habe zwar dann erste heute morgen feststellen müssen, dass die „Nacht der Nächte“ ja grad vorbeigegangen ist aber gut. Es soll halt Leute geben, die noch besseres zu tun haben, als Nachts aufzubleiben, damit sie sich „Live“-Wahlergebnisse vom anderen Stern Kontinent ansehen können.

Ich konnte jedoch heute morgen durch Querverlinkungen auf diesen Eintrag gelangen und muss sagen, dass er doch erstaunlich viel wahres in sich hat. Zwar kann man das alles schon in Büchern lesen, welche vor Jahren gedruckt worden sind, doch diese persönliche Einschätzung des Ganzen verleiht der Sache einen erstaunlich frischen Anstrich. Einfach ehrlich und erschreckend dadurch.

Die Zukunft aka heutige Gegenwart hätte anders aussehen können. Vielleicht sogar ein wenig so, wie sie die alten Griechen schon als erstrebenswert erachtet haben. Voller Muße, Ruhe und Streben nach Höherem Wissen oder ähnlichem. Stattdessen bekämpft man sich gegenseitig, damit eine Wirtschaft am laufen bleibt, welche schon seit ihrer Geburt von Experten als krank bezeichnet wird und dem Untergang über kurz oder lang bevorsteht.

Krieg als Wirtschaftsfaktor und damit als Grund, damit das System funktioniert…läßt manchen hoffentlich ein wenig neu auf so manchen Konflikt der letzten 50 Jahren schauen oder zumindest eine alte Meinung mal überdenken.

Hoffen wir es und schauen frohen Mutes auf das, was da kommen mag. In den USA, Europa und der Welt!